Keiner will den Elbeausbau
Keiner will den Elbeausbau
zum Interview von Bundesstaatssekretär Ulrich Kasparick
Schifffahrtsverbände und BUND einigen sich auf Kompromiss
Magdeburg (ct). Das Thema wird uns weiter beschäftigen. Da sollte Ulrich Kasparick (SPD), Staatssekretär im Bundesbau-und -Verkehrsministerium Recht behalten. Im Elbe Report-Interview hatte er letzte Woche seine ablehnende Haltung zum geplanten Saalekanal erneut bekräftigt und die Prognosen des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt in Zweifel gezogen, was dieser nicht auf sich sitzen lässt.
Für Vereinspräsident Manfred Sprinzek sind die Aussagen Kasparicks starker Tobak. Wie kann ein Bundesstaatssekretär seine eigenen Pläne nicht kennen?, empört er sich und zieht die Projektliste des Investitionsrahmenplanes für den Ausbau der Bundeswasserstraßen 2006 bis 2010 aus der Tasche. Unter Punkt 15 sind dort 77 Millionen Euro für den Schleusenkanal Tornitz/Saale veranschlagt. Projektstand P, also in Planung.
Die Aussage, dass sich das Bundesverkehrsministerium den Prognosen des Vereins nicht angeschlossen habe, bezeichnet Sprinzek als Lacher. Das wäre auch zuviel der Ehre, sagt er spöttisch. Der Bundesverkehrswegeplan stütze sich auf die Untersuchung eines unabhängigen Institutes, die die Wirtschaftlichkeit des Kanals belegten.
Vollends auf die Palme bringen den Vereinschef die Aussagen zum Elbeausbau. Den wollen wir nicht, hatte Kasparick erklärt. Das Thema ist längst vom Tisch, sagt Sprinzek. Auch wir wollen den nicht mehr! Hingegen hält er die bis 2010 geplanten (zwischen Bundesverkehrsministerium und Bundesumweltministerium vereinbarten) Unterhaltungsmaßnahmen auf dem Fluss für dringend nötig, um bei einer Fahrtiefe von 1,60 Metern die Schiffbarkeitvon Geesthacht bis Dresden zu gewährleisten. Dagegen hätten auch die Umweltschützer nichts einzuwenden. Auf einem gemeinsamen Treffen mit Vertretern von Schifffahrtsverbänden und BUND habe man sich am Donnerstag darauf verständigt, unter strengen ökologischen Auflagen notwendige Unterhaltungsmaßnahmen durchzuführen, um auf der Elbe eine flussangepasste Schifffahrt zu ermöglichen.
Wenn Herr Kasparick wieder von Elbausbau spricht, gießt er Öl ins Feuer und belebt alten Zwist, ereifert sich der Vereinspräsident. Wir sind aufeinander zugegangen. Mit dem Kompromiss können beide Seiten leben, ist Sprinzek überzeugt.






