Hansestadt Halle (Saale) – und keiner wusste es

Sonntag, 10. August 2008, 17:44 Uhr

Hansestadt Halle (Saale) – und keiner wusste es

Frühere Oberbürgermeisterin Häußler unterschrieb den Mitgliedschafts-Vertrag ohne Wissen der Stadträte

Halleforum.de  07.08.2008

(ens) 1281 war Halle (Saale) der Hanse beigetreten und war fast 300 Jahre Mitglied. 1479 wurde die Saalestadt zum Austritt gezwungen. Zuvor hatten Truppen von Erzbischof Ernst von Magdeburg die Stadt besetzt. Diesen Zustand – Ludwig Ehrler nannte es im Kulturausschuss „Willkür der Magdeburger“ – soll nun auf Antrag der FDP-Fraktion im halleschen Stadtrat beendet werden. Die Stadt soll dem 1980 gegründeten neuzeitlichen Hansebund beitreten und künftig wieder den Namen „Hansestadt“ tragen.

Doch im Rahmen der Recherchen kam ans Tageslicht, dass Halle bereits Mitglied in diesem Bund ist. Halles frühere Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler hatte ohne Wissen der Stadträte einen Vertrag über den Beitritt zur Hanse unterschrieben. Das genaue Datum ließ sich nicht mehr feststellen, Halle aber zahlt bereits den jährlichen Beitrag von 228 Euro. „Für uns hat sich dieser Antrag damit erledigt“, erklärte daraufhin Hans-Dieter Wöllenweber (FDP) im Kulturausschuss. Nun gelte es, die Mitgliedschaft mit Leben zu füllen. Eine Forderung, der sich Kulturdezernent Hans-Jochen Marquardt anschloss. Man werde Geist und Buchstaben des Antrags mit Leben füllen.

Die Mitgliedsstädte der neuzeitlichen Hanse führen jährlich in einer anderen Stadt ein Hansefest durch. Die mit enormen Kosten verbundene Veranstaltung kommt aber so schnell auf Halle nicht zu. Bis 2030 sind bereits alle Termine ausgebucht.

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