Hafen ohne Schiffe

Freitag, 27. August 2010, 19:52 Uhr

Hafen ohne Schiffe

mz-web.de, 27.08.10

Andreas Haschke zeigt den Container-Terminal im Hafen. Auf dem Fluss ist nur die Wasserschutzpolizei. (FOTO: LUTZ WINKLER)

VON KORNELIA PRIVENAU

HALLE/MZ.Wer die Schlager-Schnulze "Ein Schiff wird kommen" kennt, der wird im Hafen Halle-Trotha enttäuscht sein. Lediglich das kleine, feine Panorama-Schiff MS "Rabeninsel" geht hier noch vor Anker. Langweilig ist es aber keineswegs im Hafen. Parallel zum Fluss verlaufen Eisenbahnschienen, auf denen Züge für Containertransporte mit Ziel Hamburg und Bremerhaven zusammengestellt werden. Und umgekehrt übernehmen Spediteure für Halle und die Region in einem Radius von 150 Kilometern bestimmte Container mit ihren Lkw.

Die Hafen Halle GmbH sei eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke, sagt der Chef für Marketing und Vertrieb, Andreas Haschke. Die Bilanz des Unternehmens könne sich sehen lassen, auch wenn wegen der zu geringen Befahrbarkeit auf der Saale Binnenschifffahrt seit 2004 hier kein Thema mehr ist, so Haschke.
Die Container befördern "so gut wie alles", legt Haschke nach. So gebe es im Hafen-Terminal auch einen Sicherheitsbereich für Gefahrgut. 20 Mitarbeiter sorgen für den Service und verweisen auf die Unternehmens-eigenen modernen Lokomotiven, die eingesetzt werden können.
20 Züge werden im Hafen pro Woche gemanagt. Das höchste Transportaufkommen bisher, so Haschke, konnte das Unternehmen 2008 verbuchen. Mit der Krise 2009 kam der Einbruch, von dem sich der Containerhafen in diesem Jahr aber mit der Verdopplung der Transporte wieder erholt habe, so der Marketing-Chef. Der Erfolg setze eine große Flexibilität voraus, denn der Markt für Logistik sei heiß umkämpft, fügt Haschke hinzu.

Seine Blütezeit als Umschlagplatz der Binnenschifffahrt erlebte der Hafen kurz nach seinem Bau (1926-1931) und vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Nachdem der Hafen von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) an die Stadt Halle zurückgegeben worden war, gediehen die Geschäfte noch einmal - Stückgüter, Kohle, Kali, Kartoffeln, Getreide wurden vor allem verschifft. Bis Anfang der 80er Jahre. Dann sank der Güterumschlag wegen der eingeschränkten Schiffbarkeit der Saale drastisch.

Dem Motorschiff Rabeninsel macht dies nichts aus. Als Kahn der fröhlichen Leute schippert es heute mit Gesellschaften auf dem Fluss.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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