Binnenhäfen Oberelbe melden Rekordjahr

Donnerstag, 27. Januar 2011, 22:30 Uhr

Binnenhäfen Oberelbe melden Rekordjahr

Mitteldeutschland

LVZ-Online, 26.01.2011

Dresden. Die Binnenhäfen an der Oberelbe haben 2010 als Rekordjahr verbucht. Als Grund nannte Geschäftsführer Kapitän Detlef Bütow am Mittwoch die gute Konjunkturentwicklung. Wachsender Export und Import haben auch den Bedarf an Transporten steigen lassen.

Die drei sächsischen Häfen Dresden, Riesa und Torgau erzielten mit knapp 2,2 Millionen Tonnen Güterumschlag das beste Ergebnis seit 1990. Im Hafenverbund - dazu zählen noch die tschechische Tochter Cesko-Saske Pristavy (Decin und Lovosice) und die Industriehafen Roßlau GmbH - lag der Umschlag bei rund 3 Millionen Tonnen. Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 15 Millionen Euro.

Bütow zufolge schrieb das Unternehmen eine „schwarze Null". Hohe Investitionen lassen aber keinen Gewinn ausweisen. Die Belegschaft blieb an allen sechs Standorten mit 137 Mitarbeitern nahezu konstant. Der Hafenverbund bietet Transporte per Schiff, Eisenbahn und Lkw.

2010 profitierte er vom günstigen Wasserstand der Elbe. Das ermöglichte eine gute Auslastung der Schiffe. Bei Niedrigwasser können Schiffe nicht voll beladen werden. Der Anteil der Schiffstransporte am Güterumschlag stieg um 20 Prozent auf 660.000 Tonnen. Dabei wurden vor allem Schrott, Holz, Flussspat, Getreide, Sojaschrot und Düngemittel transportiert. Dresden ist zudem ein Spezialhafen für Schwerlasten wie Rotorblätter, Turbinen oder große Transformatoren. Auch der Verkehr per Bahn wuchs deutlich - um 27 Prozent auf 780.000 Tonnen. In der Hauptsache betraf das Schrott, Papierrollen, Düngemittel, Getreide, Kaolin und Zellstoff.

Insgesamt liefen 588 Schiffe die Häfen in Sachsen an (Vorjahr: 557), darunter auch welche aus Belgien, den Niederlanden und Polen. Schwerlasttransporte aus dem Spezialhafen Dresden gingen beispielsweise nach Indien, Israel, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien.

Nach den Worten von Bütow wird das Hochwasser der zurückliegenden Tage die Häfen kaum zurückwerfen. Es habe keine Schäden an den Anlagen gegeben. Durch die zeitweise Sperrung der Elbeschifffahrt seien zwar einige Geschäfte weggebrochen, viel habe aber durch Transporte per Bahn kompensiert werden können. Bütow sprach sich nochmals für den Bau der umstrittenen Staustufen bei Decin aus. „Wir würden davon profitieren, ganz klar." Größte Investition in den kommenden Jahren ist der Bau eines neuen Container-Terminals in Riesa für 15 Millionen Euro. In Dresden wird in diesem Jahr die südliche Hafenstraße für Schwerlasttransporte erweitert.

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