Die Saale - Wasserstraße ohne Schifffahrt?

Montag, 31. Januar 2011, 11:44 Uhr

Die Saale - Wasserstraße ohne Schifffahrt?

Saale-Schifffahrtskonferenz in Halle: Land will den Saale-Seitenkanal

SuperSonntag, 30.Januar 2011

Kommen Planfeststellungsverfahren und 100 Millionen Euro für den Kanal?
Halle (ks). Drei Stunden hatte sie gedauert - die Fachtagung „Sachsen-Anhalt - Land der Binnenschifffahrt“. Optimistisch schauten die Teilnehmer der Konferenz nicht drein, als sie am Donnerstag vom Tagungsort, dem Multimediazentrum
in Halle, auseinanderstrebten.
Es ging, und den Kampf führt der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt seit vielen Jahren, wieder einmal um den Ausbau der Saale als Bundeswasserstraße.

Aufgeschreckt


Aufgeschreckt waren die Befürworter durch einen Beitrag in der Zeitung „Die Welt“, die verkündet hatte, der Bau des Saale-Seitenkanals verliere an Priorität, und durch Überlegungen im Bundesverkehrsministerium, die Prioritätenliste
für den Ausbau der Binnenschifffahrt zu überarbeiten. Demnach soll nur noch dort investiert werden, wo das jährliche Transportaufkommen drei Millionen Tonnen übersteigt. Aber selbst die optimistischste Schätzung von Manfred Sprinzek vom Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt ging am Donnerstag nicht über 2,5 Millionen Tonnen hinaus.
Das Land, so André Schröder, Staatssekretär im Verkehrsministerium Sachsen-Anhalt, halte aber am Ausbau der Saale fest. Das sei fester politischer Wille in Magdeburg.

Der Saale-Seitenkanal

Nachdem man den jahrelangen Kampf um eine Staustufe bei Klein Rosenburg verloren hatte, war seit 2001 der sogenannte Saale-Seitenkanal das Non plus Ultra, um den Ausbau der Saale für die Schifffahrt zu vollenden. 30 Millionen Euro mit Förderung durch die Europäische Union für den Ausbau des Hafens Halle, allein 4,5 Millionen Euro für die Fernsteuerung der fünf Schleusen zwischen
dem Halle Hafen und der Saalemündung in die Elbe, ein Wiederbeschaffungswert von 500 Millionen Euro für besagte fünf Schleusen, rechnete Sprinzek am Donnerstag vor, und jährlich 9 Millionen Euro zum Unterhalt der Saale. Sollten die Millionen für eine Bundeswasserstraße ohne Schiffahrt ausgegeben sein?
Der Saale-Seitenkanal bei Tornitz soll nach bisheriger Planung unterhalb der Eisenbahnbrücke Calbe von der Saale abgehen, Tornitz nördlich umgehen und nach zehn Kilometern in die Elbe einmünden. Damit wäre der seit 1943 überfällige Lückenschluss zwischen schiffbarer Saale und Elbe geschafft und auch die Saale für Europaschiffe (1 350 Tonnen) befahrbar.
Rund 100 Millionen sollte das ganze Projekt kosten. Der Bundesfinanzminister habe für 2012 und die kommenden Jahre die benötigte Summe eingestellt und ein abgeschlossenes Raumordnungsverfahren habe bereits 2008 die Umweltverträglichkeit des Projekts bestätigt,zeigte sich Staatssekretär Schröder unerschütterlich im Glauben an den Saale-Seitenkanal.
 SuperSonntag

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