Tourismus-Kanal würde sich rechnen
Tourismus-Kanal würde sich rechnen
STUDIE
mz-web.de, 31.01.20, VON MICHAEL FALGOWSKI
Verlängerung sei „volkswirtschaftlich eine lohnende Investition".
In der Studie von Peter Vermeulen, Gastprofessor an der Hochschule, und Caterina Stein wurde die „Bedeutung der Reaktivierung und Herstellung eines voll schiffbaren Elster-Saale-Kanals für den Kulturtourismus" untersucht. Dabei ging es auch um die Finanzierbarkeit, den potenziellen touristischen Nutzen einschließlich eines geplanten Schiffshebewerkes.
Die Autoren bescheinigen dem Kanalbau zur reinen touristischen Nutzung „eine hohe Strahlkraft für die mitteldeutsche Region Leipzig-Halle und somit auch für die beiden Bundesländer". Auch die Finanzierbarkeit wird positiv bewertet: Durch „den Einsatz vergleichs¬weise geringer Eigenmittel der bei¬den Bundesländer werde ein hohes Gesamtinvestitionsvolumen mit hoher Refinanzierungsquote für die eingesetzten Eigenmittel" erreicht. Eine Refmanzierung über EU-und Bundesmittel sei denkbar. 25 Millionen Euro touristischer Umsatz pro Jahr in der Region seien möglich, gerechnet werden könne mit 2,5 Millionen Euro zusätzlichem Steuereinkommen pro Jahr für die Gebietskörperschaften. Dabei wird mit Einnahmen eines geplanten Schiffshebewerks gerechnet. Ein solches Bauwerk wäre notwendig, um das Gefälle der Saale zu überwinden. Vorbild ist eine mächtige Anlage in schottischen Falkirk Wheel, das jährlich Hunderttausende Besucher hat.
Angeregt hat das „Kurzgutachten" der Saale-Elster-Kanal-Förderverein. Dessen Mitglieder setzen sich seit Jahren für die Verlängerung des Saale-Elster-Kanals ein, der Leipzig an die Saale und damit an die Elbe anschließen sollte. „Wir haben aber kein Geld dafür bezahlt. Es ist kein Gefälligkeitsgutachten", so Vereinschef Michael Witfer. Man habe einfach eine zweite Meinung hören wollen.
Die erste st die Analyse, die Leipzig und Halle in Auftrag gegeben hatten. Auch diese Untersuchung hält die Kanalverlängerung für machbar. Der Kanal könne 500 000 Touristen in die Region locken. Zu. den Kosten schweigen sich die Macher aber bisher noch immer aus. 90 000 Euro hat, die Studie gekostet, finanziert vor allem durch Sachsen und Sachsen-Anhalt. Halle ist mit 5 000 Euro beteiligt, auch der Saalekreis finanziert. „Der Saale-Elster-Kanal mit der Verbindung nach Leipzig könnte ein wichtiger Baustein sein, Halle als attraktives Ziel für den Wassertourismus zu etablieren", so Halles Wirtschafts-beigeordneter Wolfram Neumann.







