Wassersportler wollen nicht aufgeben

Donnerstag, 26. Januar 2012, 06:49 Uhr

Wassersportler wollen nicht aufgeben

Wildwasserpark

mz-web.de VON MICHAEL FALGOWSKI, 25.01.12, 

HALLE (SAALE)/MZ. Halles Wassersportfreunde geben ihren Traum von einer Wildwasser-Strecke am Pulverweiden-Wehr der Saale nicht auf. Nun soll eine Bürgerinitiative (BI) gegründet werden: "Pro Wildwasserpark für Wassertourismus, Wassersport und Wasserrettung". Die Initiatoren hoffen, mit dieser BI die Unterstützung für den Kanal, der auch Tausende Wassersporttouristen nach Halle locken soll, auf eine breitere Basis zu stellen.

Die Projekt-Gruppe im Böllberger Kanusportverein möchte erreichen, dass die Stadt doch noch einen Fördermittelantrag beim Land einreicht. Zuletzt hatte der Stadtrat im Herbst die Realisierung der Anlage abgelehnt. Nun droht die Baugenehmigung von 2007 für das Fünf-Millionen-Euro-Projekt abzulaufen, das ausschließlich über Fördermittel, Sponsoren und Eigenleistung finanziert werden soll.

Die Mitglieder des Böllberger Vereins fühlen sich hintergangen. Bereits vor mehr als zehn Jahren haben sie gemeinsam mit der Kommune den Wildwasserpark entwickelt: einen rund 300 Meter langen Kanal am Pulverweiden-Gefälle der Saale für Freizeit-, Leistungs- und Vereinssportler sowie Lebensretter-Training. Für die Planung wurden vom Verein bereits für 80 000 Euro Eigenleistungen erbracht sowie 220 000 Euro von Sponsoren eingeworben und an die Stadt überwiesen worden.

Doch seit 2007 tritt das Projekt auf der Stelle. Zuletzt hatte sich auch ein Konflikt mit den Stadtwerken aufgetan. Das Unternehmen befürchtet Mindereinnahmen für sein geplantes Kraftwerk durch für die Strecke abgezweigtes Wasser. Es gab deshalb mehrere Vorschläge der Planer des Wildwasserparks, der die Wasserrechte noch vor den Stadtwerken besitzt. Die Konkurrenz-Situation konnte aber nicht entschärft werden. Nun bieten die BI-Initiatoren an, die benötigte Wassermenge im Kanal weiter reduzieren zu wollen.

Die Wassersportfreunde kritisieren zudem, dass in Sachsen-Anhalt im Rahmen des "Blauen Bandes" nur Basisinfrastrukturen wie Besucherinfos, Bootsanleger und Parkplätze errichtet werden. Die Anzahl der Wassertouristen in Halle werde sich so nicht nachhaltig steigern lassen. In Leipzig und Umland dagegen sei eine dreistellige Millionensumme in Kanäle, Schleusen, Brücken, Segelhäfen, Kanuparks und Feriensiedlungen investiert und so seien wirtschaftliche Impulse gesetzt worden.

Die Bürgerinitiative soll am Sonntag um 15 Uhr im Bootshaus, Böllberger Weg 18 c gegründet werden.

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