Wie geht es weiter mit verlässlichen Wasserstraßen in Ostdeutschland?

Dienstag, 08. Mai 2012, 18:11 Uhr

Wie geht es weiter mit verlässlichen Wasserstraßen in Ostdeutschland?

von Peter Werder, Vizepräsident des VHdS e.V.

Die Verkehrspolitik der Bundesregierung stärkt leider nach wie vor dem zunehmend an Grenzen stoßenden Straßenverkehr den Rücken und vernachlässigt frevelhaft die nachhaltigen Kapazitätsreserven der Binnenschifffahrt auch auf den Bundeswasserstraßen Elbe und Saale. Man hat den Eindruck, dass Deutschland wieder einmal seinen eigenen Weg beschreiten will und Verkehrsstrategien der Europäischen Union zu einer sinnvollen und umweltgerechten Aufgabenteilung von Straße, Schiene und Wasserstraße bewusst ignoriert werden sollen.

Zur Herrichtung der letzten Saalekilometer vor deren Mündung in die Elbe gibt es seit nunmehr 20 Jahren inhaltliche prioritäre Festlegungen in den gesetzlich verbindlichen Bundesverkehrswegeplänen der Jahre 1992 und 2003. Kein Wunder also, wenn bis jetzt auf die kalkulierbare Schifffahrt hoffende Unternehmen entlang der Saale trotz noch im Jahr 2011 nachweisbar vorgelegter Angaben für 3,6 Millionen Tonnen Transportpotenziale durch enttäuschte Erwartungshaltungen teilweise Alternativlösungen mit Schiffsverladungen erst ab Magdeburg vorbereiten. Wer weiß schon, was die unberechenbare Verkehrspolitik in Berlin für den neuen Bundesverkehrswegeplan des Jahres 2015 zur Binnenschifffahrt des Ostens vorsehen wird.

Bei der gegenwärtigen Neuklassifizierung der Bundeswasserstraßen darf einfach nicht außen vorbleiben, dass der internationale Verkehrsweg Elbe und die zu 75 Prozent voll funktionsfähige Saale ein Wasserstraßensystem in Mitteldeutschland bilden. Mit einem Zugrunde legen von mehr als berechtigten 2 Millionen Tonnen Transportpotenzialen Saale und 3 Millionen auch gutachterlich bestätigten Transportpotenzialen für die Mittel- und Oberelbe liegen erfüllte Anforderungskriterien für ein Gesamtnetz außerhalb von Neben- und Restwasserstraßennetz vor.  

Geht es der Elbe wie der Saale – dann kann man endlich das Wasserstraßenkreuz Magdeburg als angeblichen Verkehrsknotenpunkt der Binnenschifffahrt und wesentlichen Bestandteil des milliardenteuren Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer 17 zu Grabe tragen!

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