Karina Fischer wirbt für den Fluss
Karina Fischer wirbt für den Fluss
Viele wollen gern, aber können nicht
MITTELDEUTSCHE ZEITUNG — Bernburger Kurier - vom 02. Juli 2012
BERNBURG/MZ - Die Saale als Tourismusmotor sieht Karina Fischer als lohnende Aufgabe, der man sich widmen kann. Und das tut die junge Frau auch, deren Familie die Werft in Mukrena gehört.
Dabei geht es freilich um den Ausbau der Saale am Trabitzer Felsen. Er versperrt quasi den freien Zugang aus der Saale zur Elbe. Eine Variante, die den Felsen umfährt, liegt auf den Tisch des Verkehrsministers. Der Saaleseitenkanal wird aber immer wieder in Frage gestellt. Umschützer meinen, es wäre ein großer Eingriff in die Natur, Wasserwirtschaftler meinen indes, dass dem nicht so sei, angezweifelt wird allgemein die Wirtschaftlichkeit.
Gerade hier setzt Karina Fischer an. „Es gibt eine ganze Menge von Sportbootvereinen, deren Mitglieder die Saale gern mehr nutzen würden. In beiden Richtungen. Doch sie haben Angst, sich das Motorboot zu beschädigen, wenn sie in die Saale einfahren oder raus wollen", so die junge Frau.
Das kann Ernst-Wilhelm Wehlmann bestätigen. „Bei Alsleben liegt ein Motorboot, dessen Besitzer gern mal nach Hamburg fahren würde. Doch er braucht gut 1,30 Meter Wassertiefe. Bei Trabitz war sie vor kurzem nun 99 Zentimeter", weiß Wehlmann, der hin und wieder noch auf Schiffen unterwegs ist. Die Gefahr, dass die Saale zu einer so genannten Restwasserstraße verkümmert, scheint gebannt. Darum schöpft Karina Fischer Mut. Sie hat zum einen einen Mittelwert ermittelt, wie viele Schleusungen es jährlich gibt. Dabei kam sie auf einen Mittelwert von über 23 000 Schleusungen. Das sei enorm und zeige, was mit dem Fluss möglich sei.
Als Zweites hat sie eine Befragung durchgeführt mit Saaleanliegern. Boots- und Sportvereine sowie auch Freizeitunternehmen der Tourismusbranche hatte sie dabei im Visier. „Es gibt viele, die gern die Saale in ihren Touren mit einbeziehen würden. Das würde nicht nur mehr Betrieb auf der Saale geben, sondern auch in der Gastronomie und vielleicht auch der Hotellerie", so Karina Fischer. Vorstellbar wären auch Touren vom einem Fahrgastschiff weiter mit dem Bus in die Umgebung. Es sei eine attraktive Gegend, die man vom Fluss entdecken kann, nur hinkommen müsse man, meint Karina Fischer.
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