Die Wirtschaftlichkeit der Saale als Bundeswasserstrasse

Sonntag, 30. Januar 2011, 19:36 Uhr

Die Wirtschaftlichkeit der Saale als Bundeswasserstrasse

PRESSEMITTEILUNG VHdS e.V.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die Saale wegen des Ausbaus in den 30-er Jahren und den  überwiegend guten Bedingungen für die Schifffahrt im Bereich zwischen Calbe (km 20,0) und Halle (km 88,0) als Bundeswasserstrasse eingeordnet. Um sie vollständig für die Schifffahrt und als Bundeswasserstrasse herzurichten wurde die  notwendige sechste Staustufe bei Klein Rosenburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 1992  aufgenommen.
 Auf dieser Grundlage wurde der Hafen Halle mit Fördermitteln der Europäischen Union in Höhe von 30 Mio. € ausgebaut. Die 5 vorhandenen Staustufen der Bundeswasserstrasse wurden sukzessive instandgesetzt und modernisiert, bis zur Fernsteuerung aller 5 Schleusen von der Leitzentrale in Bernburg im letzten Jahr für 4,5 Mio. €. Alle fünf Schleusen haben durch Instandhaltung und Modernisierung einen Wiederbeschaffungswert von 500 Mio. €.

Als Bundeswasserstraße wird die Saale zur Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs und im Interesse wasserwirtschaftliche Ziele wie den Hochwasserschutz jährlich mit rund 9 Mio. Euro unterhalten.

Die investierten Mittel in die 5 vorhandenen Schleusen, in den Hafen Halle und die jährlichen Unterhaltungskosten werden erst entsprechend ihres Verwendungszwecks nutzbar, wenn die Saale wirklich als Bundeswasserstrasse für die Binnenschifffahrt  nutzbar ist. Die dazu noch notwendigen Mittel von lediglich noch ca. 100 Mio. € sind deshalb der Schlüssel für Aktivierung der bereits investierten Mittel von über 500 Mio. € und sind nicht für eine Bundeswasserstasse ohne Schifffahrt ausgegeben oder gar verschwendet.

Der Slogan der Wasser-und Schifffahrtsverwaltung des Bundesverkehrsministeriums für Verkehr und Stadtentwicklung ist „ Wir machen Schifffahrt möglich“. Hier ist er umzusetzen. 

Dazu kommt noch, dass mit dem Anschluss der Saale an das neu errichtete Wasserstraßenkreutz Magdeburg auch diese enorme Investition effektiver genutzt werden kann und angestrebte umweltfreundliche Verkehrsverlagerungen aus dem mitteldeutschen Raum möglich werden.

Mit der Saaleanpassung wird eine Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland  ermöglicht. Hier ansässige Unternehmen können durch die Nutzung von umweltfreundlichen Schiffstransporten ihre Kosten senken und so die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte besser sichern. Der Hafen Halle wird endlich an das europäische Wasserstraßennetz angeschlossen und seine erfolgreiche Entwicklung trimodal fortsetzen.

Eine formale Betrachtung der Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Bundesverkehrswegeplan für die Saaleanpassung, zuletzt 2003 von PLANCO mit einem guten Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,34  nachgewiesen ist also im Falle der Bundeswasserstrasse Saale völlig unzureichend.
Davon abgesehen ist nach einer aktuellen belastbaren Umfrage des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt auch für diese Berechnung mit dem Faktor 4 mittlerweile ein deutlich besseres Nutzen-Kosten-Verhältnis zu erreichen.

Manfred Sprinzek
Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt e.V.
Domstraße 1
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2037664; Mobil: 0170 3389578
www.saaleverein.de
E-Mail: info@saaleverein.de

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