SCHIFFBARKEIT

Mittwoch, 15. Juni 2016, 11:24 Uhr

SCHIFFBARKEIT

Flussbündnis setzt auf Schiffe und Tourismus - Förderprogramm Blaues Band für die Saale?

mz-web.de, 15.06.2016, VON MICHAEL FALGOWSKI HALLE/MZ

Die Einordnung der Saale und des seit Jahren umstrittenen, geplanten Saale-Seitenkanals bei Tornitz in den neuen Bundesverkehrswegeplan (die MZ berichtete) war für das Saalebündnis ein großer Erfolg. „Wir haben auch mit Freude zur Kenntnis genommen, dass die neu gebildete Kenia-Koalition in Sachsen-Anhalt den Bundesverkehrswegeplan bis 2030 anerkannt hat. Das geht aus dem Koalitionsvertrag hervor", sagt Manfred Sprinzek vom Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) in Halle. Der Verein ist im Saale-Bündnis, ein Zusammenschluss von Vertretern aus Wirtschaft und Politik, dessen treibende Kraft bei der Förderung einer wirtschaftlichen und touristisch genutzten Saaleschifffahrt. Seit praktisch 20 Jahren kämpft der Verein gegen politische Widerstände für Schiffe auf der Saale.

Prüfen will der VHdS auch den Vorschlag der Regierungskoalition, die Saale für die Aufnahme in das bundesweite Förderprogramm "Blaues Band" vorzuschlagen. Für Sprinzek ist dieses Vorhaben ein zweischneidiges Schwert. Warum? „Das Programm für den sanften, umweltverträglichen Wassertourismus hat seinen Fokus klar auf den Nebenwasserstraßen." Die Saale auf dieses Niveau herabzustufen, würde aber das Aus für die wirtschaftliche Schifffahrt bedeuten. Das Blaue-Band-Programm sieht unter anderem vor, die Infrastruktur an Nebenwasserstraßen zurückzubauen, um den Fluss und die Auen zu renaturieren. Davon seien dann auch Wehre und Schleusen betroffen, die aber gerade auf der Saale eine Schifffahrt erst möglich machen.

"In jüngster Vergangenheit haben wir uns ja auch immer mehr dem Saale-Tourismus gewidmet", sagt Sprinzek. Deshalb sei man nicht grundsätzlich gegen das "Blaue Band", man müsse aber bei der Saale mit Fingerspitzengefühl agieren. „Wir erhoffen uns konkrete Projekte, wie etwa die Öffnung von Altarmen für Sportboote. Das funktioniert zum Beispiel an der Havel sehr gut - ein echter Tourismusmagnet." Auch die Hochwasserproblematik an der Saale könnte von der Öffnung der Altarme profitieren. Doch damit der Tourismussektor wachsen könne, müsse auch über weitere Infrastrukturmaßnahmen nachgedacht werden. Da gebe es Defizite, wie beispielsweise fehlende Liegestellen für Fahrgastkabinenschiffe.   mz-web.de

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2017 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)