Millionendefizite Was wird aus dem Trothaer Hafen?

Montag, 13. März 2017, 15:20 Uhr

Millionendefizite Was wird aus dem Trothaer Hafen?

Schiffe sucht man im Hafen Trotha vergeblich. Trotzdem ist der Oberbürgermeister von ihm überzeugt. Foto:Holger John

mz-web.de, 13.03.17, Von Silvia Zöller

Halle (Saale) -

Als spektakuläre Kulisse für den Zorn-Krimi „Kalter Rauch“ diente der Hafen Trotha. 

Und auch Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) schwärmt in den höchsten Tönen von der Anlage, die sich - so wörtlich - „zum größten öffentlich zugänglichen Container-Terminal in Sachsen-Anhalt“ entwickelt habe.

Weshalb die Stadtwerke nun laut des Stadtoberhauptes den Ausbau mit Erweiterungsflächen und einer Wiederbelebung des Getreideumschlags planen sollen.

Seit Jahren Millionendefizite: Stadtwerke Halle hüllen sich in Schweigen zum Hafenausbau

Bloß: Die Stadtwerke - die seit Jahren Millionendefizite mit dem Hafen machen - hüllen sich weitgehend in Schweigen zur angeblichen erfolgsbedingten Erweiterung des Hafens.

„Ja, wir prüfen derzeit tatsächlich, ob wir die Hafen-Infrastruktur ausbauen, zum Beispiel werden wir 2017 die Saalebahn ertüchtigen, doch sind weitere Überlegungen planungstechnisch in einem zu frühen Stadium“, sagt Torsten Winkler, Geschäftsführer der Hafen Halle GmbH, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke.

2016 seien „mehr“ Container als im Vorjahr umgeladen worden - wieviel „mehr“ lässt Winkler offen.

Das Geschäft mit den Ganzzugverbindungen, die die Container zu den Häfen in Hamburg und Bremerhaven bringen, habe sich von 2004 mit damals nur drei An- und Abfahrten pro Woche auf jetzt acht verbessert. „Dies hat sich stabil entwickelt und ist ein wesentlicher Baustein der regionalen Logistik“, betont Winkler.

Grüne sehen Hafenausbau an der Saale in Halle skeptisch

Weil sich dieses Geschäft so gut entwickelt habe, hat Wiegand nun erneut den Ausbau der Saale ins Spiel gebracht, damit aus dem reinen Containergeschäft auch ein Hafengeschäft wird.

Das wird vor allem bei den Grünen skeptisch gesehen, die bereits 2012 die Auflösung der Hafen GmbH - vergeblich - im Stadtrat beantragt haben. Stadträtin Inès Brock, gleichzeitig auch Mitglied des Aufsichtsrates der Stadtwerke, hält den Hafen für ein „krankes Kind, das man nicht aufpäppeln kann.“

Zum einen wegen des umstrittenen Ausbaus der Elbe und der Saale, zum anderen wegen der Defizite von rund einer Million Euro jährlich: „Selbst wenn es einen Anstieg beim Containerumschlag gibt, heißt das noch lange nicht, dass man damit in die Wirtschaftlichkeit hereinkommt.“     .... weiterlesen

– Quelle: www.mz-web.de/26185314 ©2017

 

 

 

 

 

 

 

 

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