1000 Jahre Hafenstadt Halle

Montag, 28. Januar 2008, 21:46 Uhr

1000 Jahre Hafenstadt Halle

Ausstellung in der Neuen Residenz widmet sich erneut dem Thema «Wasserstraße Saale»

MZ Halle, von Claudia Crodel, 28.01.08

Nachforschungen des Geowissenschaftlers Bruno Tauché über das Gemälde „Nacht am Hafen“ von Caspar David Friedrich rückten Halle als Schifffahrtstadt erst wieder ins Bewusstsein (MZ berichtete).
Inzwischen war die Entdeckung Anlass für allerlei Kunstaktionen. Nun widmet sich eine historische Ausstellung dem Thema.

Halle/MZ. Mehr als 1000 Jahre wird die Saale als Schifffahrtsweg genutzt. Die erste Erwähnung findet sich im Jahr 981, als die sterblichen Überreste des Erzbischofs Adalbert von Halle über Saale und Elbe bis nach Magdeburg transportiert wurden.

Über die Geschichte der Saaleschifffahrt informiert gegenwärtig eine Ausstellung, die in der Neuen Residenz in der Domstraße zu sehen ist. Das Institut für Regionalwissenschaften und der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt haben gemeinsam mit dem Schifferverein "Undine" aus Alsleben eine Schau konzipiert, die den Bogen von der Chronik bis hin zur Vollendung des Saaleausbaus spannt. Auf elf Stoffbannern werden wichtige Details zur Historie und zu Vorhaben der nächsten Jahre präsentiert. Schiffsmodelle und historisches Schiffszubehör ergänzen die Präsentation. "Die Idee für die Schau kam uns bereits bei der Kunstaktion ,Halle am Fluss', die im Sommer 2006 in der Baugrube Spitze stattfand", erläutert Manfred Sprinzek, Chef des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt. Nach dem Umzug seines Vereins im vergangenen Jahr in die Neue Residenz habe das Vorhaben dann konkrete Konturen angenommen.

Als Handelsweg tritt die Saale erstmals 1152 in Erscheinung, als das Kloster Neuwerk von Erzbischof Wichmann das Privileg zum Transport von Salz auf dem Fluss erhält. Erste Schleusen in Rothenburg, Wettin, Trotha und Gimritz werden bereits in den Jahren 1694 bis 1698 gebaut. 1854 wird der Sophienhafen errichtet, der aber aufgrund hoher Umschlagszahlen bald zu klein wird. 1929 nimmt der Hafen in Trotha seine Arbeit auf.

In den 1930er Jahren wurde dann mit dem Saaleausbau begonnen. Die Schleusen sollten für Tausendtonner-Schiffe passierbar gemacht werden. "Durch den Krieg wurde das nicht vollendet", erzählt Sprinzek. Die letzte Schleuse vor dem Zusammenfluss mit der Elbe fehle noch immer. Zwar wurden die vorhandenen Schleusen nach der Wende saniert, aber der Ausbau durch Staustufen, wie er 1992 angedacht war, wurde - nicht zuletzt durch den Protest der Naturschützer - wieder verworfen.

Als neuer Weg ist nun der Bau eines Schleusenkanals geplant, der das frei fließende Teilstück der Saale zwischen Calbe-Ost und der Mündung entlasten soll. Dafür solle demnächst das Raumordnungsverfahren eröffnet werden, meint Sprinzek. Als abschließenden Höhepunkt der Schau gibt es übrigens am letzten Tag - dem 7. Februar, ab 14 Uhr - ein öffentliches Symposium. Drei Vorträge werden dabei zum Thema gehalten.

Die Schau ist bis zum 7. Februar montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr und samstags und Sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

 

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)