3,5 Mio. Tonnen fließen über Elbbrücke

Freitag, 12. November 2004, 12:19 Uhr

3,5 Mio. Tonnen fließen über Elbbrücke

Artikel im PartikulierKurier Nr. 11/2004

Artikel von Schwanen und Rusche im PartikulierKurier Nr. 11/2004

Auf Nachfrage des BDB hat die WSD Ost eine erste vorläufige Bilanz der Verkehre über die am 10. Oktober 2003 eröffnete Trogbrücke über die Elbe gezogen. Vom 10. Oktober 2003 bis zum 30. September 2004 transportierten 10.330 Güterschiffe über 3,4 Mio. Tonnen durch die neue Schleuse Hohenwarthe am östlichen Elbufer. Hinzukommen über 1.100 Bewegungen der gewerblichen Fahrgastschifffahrt.

Nach nur 2,7 Mio. Tonnen, die vom 10. Oktober 2002 bis zum 30. September 2003 durch die damals der Schifffahrt zur Verfügung stehende Schleuse Niegripp transportiert wurden, ist dies ein beachtlicherer Zuwachs bei den transportierten Gütern. Die Verkehre durch die Schleuse Niegripp umfasst im Vergleichszeitraum 2002/2003 zusätzlich Transporte von und nach Hamburg sowie zum oberen Elbstromgebiet.

Ein Jahr nach Eröffnung der Trogbrücke über die Elbe sind die von Planco prognostizierten Verkehre durch die Schleuse Hohenwarthe von 3,8 Mio. Tonnen im Jahre 2015 bereits fast erreicht.

Die gewerbliche Fahrgastschifffahrt, die im Magdeburger Bereich unterhalb der Stadtstrecke der Landeshauptstadt kaum Fahrten angeboten hat, profitiert enorm von der Eröffnung des Wasserstraßenkreuzes. Auch die überregionale Kabinenschifffahrt, die das neue Terminal für Kabinenschiffe in Berlin über die Magdeburger Elbbrücke anfahren kann, findet verlässliche Bedingungen für den Wassertourismus unabhängig vom Wasserstand der Elbe vor. Neben Tagesausflugs- und Kabinendienst der Weißen Flotte haben die Trogbrücke unzählige Sportfahrzeuge passiert, so dass der Wassertourismus in Sachsen-Anhalt einen nachhaltigen Aufschwung genommen hat.

Skeptiker, die behaupten, ein Ausbau der Wasserstraße führe zu keiner Verlagerung von Verkehren oder lasse das Binnenschiff nicht an den Zuwächsen im Transportaufkommen teilhaben, finden in Magdeburg genau wie am Main-Donau-Kanal, der Mosel oder dem Elbe-Seiten-Kanal Beispiele dafür, dass Schifffahrt auf bedarfsgerechten Wasserwegen schnell Tritt fassen kann.

Lesebrief vom Magdeburger Hafenchef Karl-Heinz Ehrhardt an den "Spiegel"

Wasserstraßenkreuz Magdeburg

Sehr geehrter Herr Noack,

ich schreibe Ihnen auf Grund des im Spiegel in dieser Woche veröffentlichten Artikels über das Wasserstraßenkreuz mit der dazugehörigen Trogbrücke hier in Magdeburg.

Es ist mir eigentlich unerklärlich warum ein Teil der angeblich so intellektuellen Presse solche wichtigen Infrastrukturprojekte von vornherein madig macht und damit für eine sowieso nicht auf wirtschaftlichen Rosen gebetteten Region mit bewusster Unsachlichkeit negative Stimmung erzeugt.

Unsachlich an dem veröffentlichten Artikel ist, dass ein Magazin Ihres Niveaus und die dazugehörigen Fachjournalisten wissen müssten, dass eine solche Infrastrukturmaßnahme wie ein Wasserstraßenkreuz dieser Größenordnung nach rund 50 Jahren zentralisierter Verkehrs- Politik (auf Grund der politischen Situation) nicht innerhalb von 12 Monaten von 0 auf 100 beschleunigt.

Wie wäre es denn mit folgendem positiven Grundtenor gewesen:

"Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg erreicht bereits 12 Monate nach Indienststellung 50 % seiner prognostizierten Kapazität"!??

Es sollte Ihnen und Ihren Fachjournalisten bekannt sein, dass der mit viel Verzögerung gebaute und sehr kontrovers diskutierte, im September 1992 eröffnete, Main-Donau-Kanal zunächst mit einem Transportvolumen von rund 5 bis 6 Mio. Tonnen im Jahr prognostiziert wurde.

In den Jahren nach Indienststellung des Kanals sackte die Transportleistung auf diesem Kanal sogar auf knapp 2 Mio. Tonnen im Jahr. Heute, 14 Jahre später, werden ca. 8,1 Mio. Tonnen auf diesem Wasserweg transportiert.

Dies zeigt das ein beträchtlicher Zeitraum notwendig ist ehe Verlader, Anbieter von Transportdienstleistungen und der Handel von Rohstoffen und Konsumgütern sich auf solche neu geschaffenen Verkehrsachsen einstellen.

Dieses Geschäft läuft eben nicht wie klein Fritzchen sich das beim Zigarettenautomat vorstellt:

"Münze oben rein, Packung unten raus"

Ob Sie gut beraten sind bei solchen Recherchen neben offensichtlichen fachlichen Problemen auch noch fundamental-oppositionelle wie Herrn Dörfler zu befragen, der seit Jahren ohne Ansatz von Erkenntnissen gebetsmühlenartig die immer wieder gleich falsche Zahlen und Argumente vorträgt, erscheint fraglich.

Kluge Köpfe beim BUND wie Herrn Tillmann Heuser, Verkehrspolitischer Sprecher beim BUND, der für diese Organisation im "Forum für Binnenschifffahrt und Logistik" der Bundesregierung mitarbeitet, haben dies bereits erkannt und gehen mehr und mehr auf Distanz zu "Irrlichtern" wie Herrn Dörfler.

Aber es ist sicherlich spektakulärer Zitate von Herrn Dörfler abzudrucken, als Statements von Herrn Heuser, das man in enger Kooperation zwischen Politik, Gewerbe und Umweltschutz- verbänden einen Ausgleich zwischen Ökonomie und Ökologie finden muss.

Aber dieses trübe Deutschland hat eben auch die Journalisten die es verdient.

Mit freundlichen Grüßen
Magdeburger Hafen GmbH
Ehrhardt

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)