Amt betont Wirtschaftlichkeit des Saale-Schleusenkanals

Mittwoch, 18. Juni 2008, 18:12 Uhr

Amt betont Wirtschaftlichkeit des Saale-Schleusenkanals

Gutachten der Universität Halle-Wittenberg wird angezweifelt

Volksstimme.de, 18.06.2008, von Sabine Fuchs

Magdeburg. Der geplante Saale-Schleusenkanal bei Tornitz ( Salzlandkreis ) ist nach Ansicht des Wasserstraßen-Neubauamts Magdeburg ( WNA ) sowohl wirtschaftlich als auch umweltverträglich. Der geplante Kanal sorgt indes bereits seit vielen Jahren für heftigen Streit. Vor allem Umweltschützer wollen den Ausbau verhindern.

Der Leiter des WNA, Henrik Täger, sagte gestern, eine anderslautende Stellungnahme von Wissenschaftlern der Universität Halle-Wittenberg, wonach das mit 80 Millionen Euro veranschlagte Projekt unwirtschaftlich und ökologisch schädlich sein soll, werde von qualifizierten Fachleuten verschiedener Institutionen widerlegt. " Wir hegen die Vermutung, dass der Universität nicht alle Unterlagen vorgelegen haben. " Die Stellungnahme der Hochschule war vor rund zwei Wochen bekanntgeworden.

Dass die Bundesregierung den Schleusenkanal Tornitz als vordringlichen Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan 2003 aufgenommen habe, bestätige das wirtschaftliche Potenzial der Saaleregion, betonte Täger. " Mit diesem Vorhaben kann ein Beitrag zur umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Bewältigung der stark anwachsenden Verkehrsströme geleistet werden ", sagte er. Die Universität Halle-Wittenberg habe in ihrer Stellungnahme etwa dieses Potenzial deutlich zu niedrig angesetzt, hieß es. Unternehmen, die Transporte planten, seien nicht berücksichtigt worden. Zudem seien Befürchtungen, wonach der Grundwasserspiegel sinken könnte, nicht gerechtfertigt.

Umweltschützer wollen dagegen den Saale-Ausbau verhindern. Zum einen befürchten sie Schäden für die Natur, auf der anderen Seite bestreiten sie die Zukunftsfähigkeit der Schifffahrt angesichts des Klimawandels. Längere und häufigere Trockenperioden, diedieRentabilität der Binnenschifffahrt zusätzlich erschwerten, könnten heute für die Region nicht sicher vorhergesagt werden und spielten deshalb keine Rolle für das Projekt, hieß es allerdings vonseiten des WNA. Von einem ganzjährigen Schifffahrtsbetrieb werde ohnehin nicht ausgegangen.

Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig empfahlen angesichts des Streits um den Saale-Ausbau, die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens neu zu berechnen. Die Zahlen beruhten auf veralteten und methodisch zweifelhaften Berechnungen. " Wenn die Prognose für die Transportmengen und die Schiffbarkeit von Elbe und Saale aktualisiert würden, könnte sich ein schlechteres Nutzen-Kosten-Verhältnis ergeben als in einem Gutachten von 2004.

Der 7,5 Kilometer lange Kanal soll nahe Tornitz kurz vor der Mündung der Saale in die Elbe diverse Flusswindungen überbrücken. ( dpa )

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