Auf großer Fahrt

Dienstag, 24. Juni 2008, 14:08 Uhr

Auf großer Fahrt

shz.de, 27.05.2008

 

shz.de, 27. Mai 2008 von Tanja Nissen

Die Häfen im Norden wachsen stetig. In Hamburg erwarten Experten 14.000 neue Jobs bis 2025. Binnenschifffahrt als auch Seeverkehr gewinnen als Transportmittel an Bedeutung.

Wasserwege sollen modernisiert werden. Flüsse und Kanäle vertieft, Brücken höher gebaut werden. Der Grund: Die Schifffahrt gewinnt für den Transport von Gütern zunehmend an Bedeutung.

"Das Jahr 2007 hat gezeigt, dass die Elbe bei guten Wetterverhältnissen genug Wasser führt, um eine zuverlässige und bedeutende Funktion im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens zu übernehmen", sagt René Löffler, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes. Massenhaft könnten Waren aus dem Hamburger Hafen Richtung Osteuropa transportiert werden. Der Verein begrüßt daher das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2010 einen besseren Zustand der Elbe als vor dem Hochwasser 2002 herzustellen. Für Euphorie sorgte vergangene Woche auch die Nachricht von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals auf der gesamten Länge von rund 100 Kilometern ankündigte.

Brunsbüttel ist umschlagsstärkster Hafen Schleswig-Holsteins

Ohne Binnenschiffer würden Häfen wie Hamburg in ihrer täglich ankommenden Fracht versinken. So erhöhte sich der Güterumschlag der Binnenschiffer 2007 um 14,8 Prozent auf zwölf Millionen Tonnen. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl führten mit 1,3 Millionen Tonnen zu einem Plus von 41, 7 Prozent.

In Schleswig-Holstein wurden durch die Binnenschifffahrt 2007 insgesamt 5,1 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen - 32,5 Prozent mehr als 2006. Umschlagsstärkster Hafen ist Brunsbüttel, gefolgt von Lübeck und Kiel. Im Seeverkehr sind die Zahlen ähnlich positiv. Allein auf dem Nord-Ostsee-Kanal wurden 2007 fast 100 Millionen Tonnen befördert.

Der Hintergrund: Die Häfen im Norden sind auf Wachstumskurs. Allen voran der Hamburger. Bis 2015 soll sich nach Einschätzung von Experten der Güterumschlag auf 220 Millionen Tonnen verdoppeln. Im Containerbereich spricht das Institut für Seeverkehrswirtschaft von einer Verdopplung auf 18 Millionen. Hauptantriebsmotor sind steigende Importe aus Asien.

Weniger Sprit, weniger Unfälle, weniger Staus

Das Wachstumspotential für Transportschiffer ist da. Befördern Lkws derzeit zwar noch rund zehn Mal so viel, wie Schiffe, so verbrauchen sie aber auch viel mehr Treibstoff. Weiterer Vorteil für die Schifffahrt: Es gibt weniger Unfälle, weniger Staus und damit auch weniger Verspätungen. Auf den Wasserstraßen der Republik sind die Kapazitäten lange noch nicht ausgeschöpft, heißt es in Berlin. Die EU fördert den Binnenschifftransport daher auch. Mit dem Projekt "Creating" unterstützt sie Technologien, die Schiffe zu einem noch effizienteren Transportmittel machen.

Um vom umweltbelastenden Schweröl wegzukommen, werden beispielsweise vermehrt modifizierte Lkw-Motoren eingesetzt. Nach Experteneinschätzung sind sie leichter zu reparieren als große Schiffsdieselmotoren, verbrauchen aber auch mehr Kraftstoff. Das Kieler Unternehmen New Logistics setzt bei seinem Schiff "Futura Carrier" gleich auf vier solcher Umbaumotoren. Zwei vorn, zwei hinten. Die Propeller dienen gleichzeitig als Ruder und machen das Schiff wendiger. Ein Tankschiff könne so pro Tag eine Stunde Manövrierzeit sparen, so das Unternehmen.

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