Ausbau der Binnenschifffahrt

Samstag, 21. Januar 2006, 00:17 Uhr

Ausbau der Binnenschifffahrt

Europa-Online Brüssel/Berlin, 17.01.2006 um 15:21

Die EU-Kommission hat heute ein mehrjähriges Aktionsprogramm zum Ausbau der Binnenschifffahrt in Europa vorgeschlagen. Die Binnenschifffahrt birgt ein erhebliches Potenzial für die Verbesserung des europäischen Verkehrssystems. Eine zunehmende Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schifffahrt kann dazu beitragen, das stetig wachsende Frachtaufkommen zu bewältigen. Das Aktionsprogramm NAIADES (Navigation And Inland Waterway Action and Development in Europe – Europäisches Aktions- und Entwicklungsprogramm für die europäische Binnenschifffahrt) zielt auf fünf Schwerpunkte: Dienstleistungen, Flotte, Beschäftigte, Image und Infrastruktur.

Der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Jacques Barrot, erklärte: „Das Aktionsprogramm „NAIADES“ ist ein Beitrag zur europäischen Strategie für Wachstum und Beschäftigung. Mit einer Flotte von 11 000 Schiffen und einer Kapazität, die der von 10 000 Zügen oder 440 000 Lkws entspricht, kann der Verkehr in Europa durch die Binnenschifffahrt effizienter, zuverlässiger und umweltfreundlicher gestaltet werden. Europa kann es sich nicht leisten, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen.“

Durch die verstärkte Nutzung der Binnenschifffahrt können die Verkehrskosten erheblich gesenkt werden. Die Verfügbarkeit kostengünstiger Binnenschiffsverkehrsdienste ist ein entscheidender Standortfaktor für die europäische Industrie, der zur Erhaltung industrieller Arbeitsplätze erheblich beiträgt. Allein in Deutschland hängen rund 400 000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Binnenschifffahrt und damit verbundenen Unternehmen ab. Bereits 2002 gab es über 1257 Binnenschifffahrtsunternehmen in Deutschland. Damit lag Deutschland in Europa auf Platz zwei hinter den Niederlanden.

Die europäische Binnenwasserstraßeninfrastruktur verfügt über umfangreiche freie Kapazitäten. Im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern hängt die Intensivierung des Wasserstraßenverkehrs nicht so stark von öffentlichen Investitionen und der Verfügbarkeit entsprechender Flächen ab. Darüber hinaus ist die Binnenschifffahrt weitaus sicherer als andere Verkehrsarten. In den Niederlanden, wo der dichteste Binnenschiffsverkehr in Europa herrscht, geht die Zahl der jährlichen Unfälle mit Todesfolge gegen Null.

Ferner erweist sich die Binnenschifffahrt mit externen Kosten von derzeit 10 € je 1 000 Tonnenkilometer als der umweltfreundlichste Landverkehrsträger (zum Vergleich: Straßenverkehr 35 € und Eisenbahn 15 €).

Im Mittelpunkt des Aktionsprogramms stehen fünf strategische Bereiche:
1. Schaffung günstiger Bedingungen für Dienstleistungen und Erschließung neuer Märkte
2. Anreize für die Modernisierung der Flotte und Innovationen
3. Schaffung attraktiver Bedingungen für neue Arbeitskräfte und höhere Investitionen in das Humankapital
4. Förderung der Binnenschifffahrt als verlässlichen Geschäftspartner durch ein Netz von Förderzentren sowie
5. Bereitstellung angemessener Infrastrukturen für die Binnenschifffahrt.

Das Programm soll im Zeitraum 2006-2013 umgesetzt werden. Zielgruppe sind für die Binnenschifffahrt Verantwortliche aller Ebenen, d. h. in der Branche selbst, den Mitgliedstaaten und der Europäischen Union.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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