Bagger hat Wasserweg in diesem Jahr durchgezogen

Montag, 17. November 2008, 00:45 Uhr

Bagger hat Wasserweg in diesem Jahr durchgezogen

Fahrrinne für Sportboote von der Unstrutmündung bis zur Bundeswasserstraße geschaffen

16.11.08

WEISSENFELS/MZ. "Jetzt sind wir einmal durch", sagt Flussbereichsingenieur Frank Reuß und meint damit den Wasserweg der Saale von der Unstrutmündung bis nach Bad Dürrenberg. Für Wassersportler wurde eine Fahrrinne im Rahmen des touristischen Vorhabens "Blaues Band" geschaffen. Hinter Bad Dürrenberg bietet die Saale als Bundeswasserstraße dann gute Bedingungen für eine Weiterfahrt stromabwärts.

Dort, wo der Fluss eigentlich nicht als Schifffahrtsgewässer ausgewiesen ist, aber landschaftlich für Touristen viele Reize entfaltet, soll er nach dem Willen der Anliegerkommunen für Wassersportler und kleine Fahrgastschiffe aber auch befahrbar sein. Nach 100 000 Euro im vergangenen Jahr stellte das Land in diesem Jahr noch einmal 85 000 Euro dafür zur Verfügung. Die Städte Merseburg, Weißenfels und Naumburg brachten 15 000 Euro Ergänzungsfinanzierung auf.

Der Bagger setzte in den vergangenen Tagen nun noch einmal mehrere hundert Kubikmeter Kies und Sedimente um. "Gewässerökonomisch und die Natur schützend", erklärt Reuß.

"Wir berücksichtigen die Hinweise von Sportbootfahrern und haben auch Erfahrungswerte", so Reuß. Mit denen sei in diesem Jahr zum Beispiel auch ein Verein aus der Schweiz gut gefahren, der sich vor seiner Tour direkt beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt beraten ließ. Das Boot mit 80 Zentimeter Tiefgang hat nach den Informationen, die Reuß weitergeben konnte, bereits vor der Aktion des Baggers auch die kritischen Stelle bei Kleinkorbetha gemeistert. Eine Dankeschönpostkarte erreichte den Flussbereichsingenieur in Merseburg dafür.

"An zwei der fünf in der Planung vorher bestimmten kritischen Stellen hatte die Strömung die Hindernisse bereits weggespült", sagt Frank Reuß. Bevor der Bagger zum Einsatz kommt, werden die Untiefen stets aktuell noch einmal gepeilt. An der Eisenbahnbrücke in Bad Dürrenberg, im Bereich Gniebendorf und oberhalb der Straßenbrücke bei Kleinkorbetha sei dann nötig gewesen, mehrere hundert Kubikmeter Ablagerungen umzusetzen, um eine Fahrrinne zu schaffen. Fünf bis sechs Meter breit und einen Meter tief gibt es diese jetzt auch dort.

Zum Abschluss zog der Bagger in den Weißenfelser Bereich weiter und bis hinauf nach Schellsitz, um dort noch einmal einzugreifen, damit der Anleger erreichbar ist. Zur Gewässerunterhaltung kommt die Technik alljährlich zum Einsatz. Vor allem müssen alljährlich wieder Sedimente aus dem Schleusengraben herausgeholt und an Ufern und Wehren angeschwemmter Abfall beseitigt werden. Was zukünftig für die Erhaltung der Fahrrinne in der Saale getan werden kann, das werde gemeinsam mit Vertretern von Anliegerkommunen und Wassersportlern im Dezember noch einmal beraten, weist Reuß auf die diesjährige "Abschlussveranstaltung" des Projektes "Blaues Band" in unserer Region hin.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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