Bangen um die große Badewanne

Samstag, 30. April 2005, 09:44 Uhr

Bangen um die große Badewanne

"Volksstimme" vom 30.04.05

Bangen um die große Badewanne: Schiffshebewerk droht das Aus
Bangen um den 1938 eingeweihten Schiffsfahrstuhl von Rothensee. Ginge es nach dem Bundesrechnungshof, wäre das technische Denkmal und historische Wahrzeichen von Rothensee schon stillgelegt. Das Bundesverkehrsministerium aber hat für die Tourismusattraktion noch Schonfrist durchgesetzt – erst einmal für 5 Jahre.

Magdeburg. Selbst vom Abriss des neben Hubbrücke wohl außergewöhnlichsten technischen Denkmals in Magdeburg wird gemunkelt. Zum Glück nur ein Gerücht. Tatsache aber ist: Der Bundesrechnungshof fordert die Stilllegung der großen Badewanne von Rothensee. Damit wäre eine in Deutschland fast einmalige Touristenattraktion kaum noch einen Pfifferling mehr wert.

Was danach kommt, ist höchst ungewiss

Denn gerade das Erlebnis, in einem funktionierenden „Schiffsfahrstuhl“ abzusteigen oder das von außen zu beobachten, lockt außer den Wassertouristen scharenweise Besucher von Land aus an.

Rolf Lack, Leiter des Magdeburger Wasser- und Schifffahrtsamtes, bestätigte die Absichten. Die Forderung, die in der Behörde selbst Betroffenheit auslöste, bestehe, sagte er. Allerdings ist die akute Gefahr vorerst abgewendet. Für die nächsten 5 Jahre hat das Bundesverkehrsministerium ein Weiterbetreiben durchgesetzt. Die Öffnungszeiten wurden eingeschränkt. Was nach Ende der Frist kommt, ist höchst ungewiss.

Für eine mögliche Stilllegung der großen Wanne, die nicht nur bei Sportverbänden oder in der Tourismuswirtschaft blankes Entsetzen auslösen würde, werden wirtschaftliche Erwägungen herangezogen. Mit dem Wasserstraßenkreuz nämlich wurde in Rothensee eine große Schleuse für weit über 100 Millionen Euro gebaut. Nunmehr existieren zwei Abstiegsmöglichkeiten in allernächster Nachbarschaft – für den Bundesrechnungshof nicht akzeptabel. Zumal das Hebewerk in der Tat jetzt nicht mehr wirtschaftlich arbeitet.

Aber: Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen sind offenbar nicht zu Ende geführt worden. Denn wird der „Fahrstuhl“ dicht gemacht, dann kostet auch das Geld. Für die Erhaltung zum Beispiel. Auch müssen regelmäßig Leerfahrten ausgeführt werden, um die Funktionsfähigkeit zu bewahren, erklärte Rolf Lack.

Bleibt es aber als reale Abstiegsmöglichkeit für kleinere Schiffe, bringt das Hebewerk Geld in die Kassen. Und nach wie vor ist es attraktiv, weil es schneller geht als in der Schleuse.

Über 2300 Schiffe nutzten die Wanne

2004 stiegen im Hebewerk insgesamt 2310 Schiffe ab, darunter 820 Sportboote, 1363 kleinere Güterschiffe, außerdem 779 voll besetzte Fahrgastschiffe. Die meisten von der Weißen Flotte. Der würde eine wichtige Zugnummer am Wasserstraßenkreuz wegbrechen. Die Stadt müsse reagieren, sich für das herausragende technische Denkmal stark machen, fordert FDP-Stadtrat Carsten Klein.

Die Fraktion will einen Antrag im Stadtrat einbringen. Es wäre ein katastrophaler Fehler, das Schiffshebewerk zu schließen, verkehrsspolitisch wie wirtschaftlich, sagte er. Es sei ideal für den Abstieg kleiner Schiffe.

Von Karl - Henz Karl-Henz Kaiser

MDR.DE Nachrichten vom 03.05.05

Schiffshebewerk Rothensee bedroht

Dem Schiffshebewerk in Magdeburg-Rothensee droht das Aus. Nach einem Bericht der "Magdeburger Volksstimme" verlangt der Bundesrechnungshof aus wirtschaftlichen Gründen eine Stilllegung der 1938 eröffneten Anlage.

Die Behörde akzeptiere nicht, dass neben dem neuen Wasserstraßenkreuz und einer neuen Schleuse in der Nähe das alte Hebewerk weiter betrieben werde. Fünf Jahre sei der Betrieb der historischen Anlage mit eingeschränkten Öffnungszeiten nun noch gesichert. Was danach komme, sei ungewiss, schreibt das Blatt unter Berufung auf das Magdeburger Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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