Bau des Saalekanals 2008 möglich

Freitag, 03. September 2004, 11:49 Uhr

Bau des Saalekanals 2008 möglich

Daehre: Planstopp für Elbe aufheben

Volksstimme vom 02.09.2004
Sachsen-Anhalt, News:
Binnenschifffahrt

Bau des Saalekanals 2008 möglich Daehre: Planstopp für Elbe aufheben

Magdeburg - Der Saalekanal kann frühestens Ende 2008 gebaut werden, sagte Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU): Gestern wurde die erste Planungsstufe, das Raumordnungsverfahren, offiziell beantragt. Daehre forderte den Bund auf, nun auch das seit 2002 gestoppte Planverfahren für die Elbe aufzunehmen. Hier behindert der Domfelsen den Schiffsverkehr.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg hat das Raumordnungsverfahren für den Bau des Saalekanals beim Verkehrsministerium beantragt. Amtschef Rolf Lack übergab gestern Minister Daehre in dessen Ministerbüro in Magdeburg das entsprechende Schreiben.

Der Saalekanal, würde er realisiert, wäre das einzige große Wasserstraßenbauprojekt im Osten. Umweltverträglichkeitsprüfung und Raumordnung sind die ersten Hürden, die in den nächsten anderthalb Jahren zu nehmen sind. Eines der kniffligsten Probleme ist es, das Grundwasser in den Griff zu kriegen. Da ein Kanal wie eine Sperre wirkt, kann sich das unterirdisch fließende Grundwasser auf der einen Seite anstauen und auf der anderen abfallen. Hier müssen die Fachleute eine vernünftige Lösung finden, sind sich Daehre und Lack einig.

Der Verkehrsminister stellt in Aussicht, das Endstück der Saale für Natur und Tourismus freizugeben. Der Kanal garantiert, dass der Fluss unangetastet bleibt. Eine früher in Erwägung gezogene Staustufe sei mit dem Kanal endgültig vom Tisch.

"Vielleicht können die Umweltverbände wie BUND und Nabu das Saale-Endstück in Regie nehmen"

meinte Daehre. Ob das Stückchen Flusslandschaft die pure Idylle wird, ist allerdings noch nicht klar. Eine dort ansässige Firma will auf dem Saale-Endstück Kies verladen dürfen.

Klar ist für Daehre aber, dass nun auch die Planung für die Elbe weitergehen muss. Die meisten Binnenschiffe, die von der Saale kommen, wollen weiter nach Norden: Mittellandkanal und Hamburg heißen die Ziele. Der Weg führt über die Elbe, die vor allem auf der Magdeburger Stadtstrecke die meisten Tücken aufweist. Deshalb soll der Domfelsen im Schnitt etwa 20 Zentimeter abgefräst werden. Ein bereits laufendes Baugenehmigungsverfahren wurde 2002 auf Eis gelegt. Die rot-grüne Bundesregierung hatte nach der Hochwasserkatastrophe alle Bauaktivitäten an der Elbe gestoppt. Zwischenzeitlich erlaubte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe wieder die Reparatur der Buhnen. Daehre sagte:

"Ein richtiger erster Schritt. Ich hoffe, dass er auch den zweiten Schritt geht und das Verfahren am Domfelsen fortführt."

Ziel ist es, dass die Elbe möglichst an 340 Tagen und mehr im Jahr eine Tauchtiefe von mindestens 1,60 Meter aufweist.

Umweltschützer lehnen das Vorhaben ab: Sie befürchten, dass der Ausbau die sensiblen Flussauen schädigt. Ein zu hoher Preis für eine Schifffahrt, die auf der Elbe nie wirtschaftlich sein kann, wie BUND-Elbe-Projektleiter Ernst Paul Dörfler stets betont.

Tatsächlich erlebten die Binnenschiffer im vorigen wie in diesem Jahr drastische Trockenphasen. In Magdeburg zeigt der Elbe-Pegel derzeit 90 Zentimeter und damit einen Meter unter Normal. Selbst intakte Buhnen und ein flacherer Domfels würden da keinem Binnenschiffer helfen. Die Wasserstraßen-Planer halten entgegen, dass nicht zwei Jahre, sondern langjährige Messreihen ausschlaggebend seien.

Von Jens Schmidt (VS)

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