Behörde: Saalekanal ist gut für die Natur

Donnerstag, 18. Februar 2010, 13:15 Uhr

Behörde: Saalekanal ist gut für die Natur

Die Schifffahrtsverwaltung unterstützt das umstrittene Projekt - Naturschützer reagiert empört

mz-web.de, 17.02.10, VON HENDRIK KRANERT

MAGDEBURG/MZ. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in Sachsen-Anhalt hat den geplanten Bau des Saalekanals vehement verteidigt und dafür ökologische Gründe genannt. Der Chef des Wasserstraßen-Neubauamtes, Henrik Täger, sprach am Mittwoch während einer Veranstaltung der Behörde von einem "der bedeutendsten Naturschutzprojekte in Sachsen-Anhalt". Mit dem Kanal zwischen Tornitz (Salzlandkreis) und der Mündung der Saale in die Elbe (siehe Karte) soll die Schiffbarkeit der Saale verbessert werden. Naturschützer halten den Saalekanal aus ökonomischen wie ökologischen Gründe für unvertretbar.

"Der zukünftige Kanal ist mehr als umweltverträglich und eine Aufwertung des Naturraums", sagte Täger. Gebaut werde nur auf ökologisch "weniger wertvollen Flächen". Darüber hinaus sei der Kanal eine "einmalige Chance, nicht nur für die Schifffahrt, sondern auch für den Tourismus". Natürlich seien naturnahe Ausgleichsmaßnahmen nötig, sagte Täger, diese würden aber zielgerichtet auf die touristische Nutzung im Mündungsbereich der Saale erfolgen.

Ernst Paul Dörfler vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland kritisierte die Aussagen. "Mir hat es erst einmal die Sprache verschlagen", so Dörfler, der an der Veranstaltung teilgenommen hatte. "Offenbar hat man festgestellt, dass die ökonomisch ausgerichtete Begründung für den Kanalbau zu schwach ist, so dass jetzt der Naturschutz herhalten muss." Damit aber habe das Projekt nichts zu tun. Aus Tägers Worten spreche jene Inkompetenz, die den Naturschützern in der Debatte um den Flussausbau immer vorgehalten werde.

Derweil wachsen die Zweifel daran, ob der Bund das Planfeststellungsverfahren, das bereits 2009 beginnen sollte, überhaupt einleitet. Nach MZ-Informationen hat das Verkehrsministerium bei der Wasserstraßenverwaltung erneut Nachweise angefordert, dass der Kanal wirtschaftlich ist. Der Chef des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes, Friedrich Koop, ging darauf indirekt ein: "Ich habe ein großes Problem mit der kontroversen Debatte. Wenn wir so kritisch mit dem Kanal umgehen, könnte es sein, dass die Region ein Eigentor schießt." Angesichts immer knapper werdender Ressourcen sei zu befürchten, dass das Vorhaben auf der Prioritätenlisten des Bundes nach hinten rutsche. Dörfler sagte, dass er darauf hoffe. Laufe das Planfeststellungsverfahren, gebe es kaum noch eine Chance, den Kanal zu verhindern. Denn zuständig für Planung, Prüfung und Genehmigung sei die Wasserstraßenbehörde.

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