Bemerkungen zum Redebeitrag des Dr. Uwe-Volkmar Köck, Die Linke

Sonntag, 14. März 2010, 17:00 Uhr

Bemerkungen zum Redebeitrag des Dr. Uwe-Volkmar Köck, Die Linke

Landtag S. – A. , Debatte über die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für den Saale-Seiten-Kanal

Herr Dr. Köck stellt in seinem Redebeitrag fest, dass der Prognosehorizont für 2010 mit über 5 Mio. auf der Elbe transportierten Tonnen mit etwa 2,5 Mio. t beiweiten nicht erreicht wurde, obwohl:

- Der Mittellandkanal ausgebaut wurde!

Dazu ist festzustellen, dass der Mittellandkanal im Ausbau befindlich ist. Der ursprüngliche Fertigstellungstermin wurde immer wieder verschoben, derzeit wird bereits von einem Zeithorizont von 2013/14 gesprochen. Es fehlen noch Brückenerneuerungen und Streckenausbauten. Unter Einschränkungen und im zeitaufwändigem Einrichtungsverkehr ist für das später von Herrn Köck als veraltet bezeichnete 1350 t –Schiff eine reduzierte Abladung von 2,50 m zulässig. Für das geplante GMS noch weiter eingeschränkte Abladung und dann nur mit Ausnahmegenehmigung.

- Die Trogbrücke erneuert wurde!

Die Trogbrücke wurde nicht erneuert, da zuvor nur unvollendete, den heutigen Bedingungen nicht mehr entsprechende Teile einer geplanten Trogbrücke, an welcher mit Übergang zum totalen Krieg die Bauarbeiten eingestellt wurden, abgerissen wurden. Die nun erstmalig errichtete Trogbrücke entspricht zwar den Vorgaben des Projektes Deutsche Einheit Nr. 17, es fehlen aber auf beiden Seiten der Elbe die entsprechenden Anbindungen. Siehe dazu oben!

- Die Reparatur der Buhnen nahezu abgeschlossen ist!

Der nahezuhe Abschluss der Buhnenreparaturen ist eben noch nicht die Wiederherstellung der Fahrwasserverhältnisse wie vor dem Hochwasser 2002,  d. h. 1,60 m Fahrrinnentiefe an durchschnittlich 345 eisfreien Tagen im Jahr. Wenn in einer der 9 Tauchtiefenstrecken nur auf 100 m Länge diese Tiefe noch nicht erreicht ist, ist die gesamte Elbe nicht durchgängig mit dieser Tauchtiefe zu befahren. Für Nichtschiff-fahrtskenner verdeutlicht: wenn auf einer sonst gut ausgebauten Strasse eine Brücke nur für 10 t Last ausgelegt ist, kann diese Straße nicht mit 40 t – LKW befahren werden.

-  Das Seitenkanalprojekt weit vorangetrieben ist!

Das Projekt ist leider noch im Stadium zwischen dem Raumordnungsverfahren und dem noch nicht eröffnetem Planfeststellungsverfahren. Damit ist an den kritischen 20 km nicht ausgebauter Saale noch gar nichts geändert worden. In Niedrigwasserzeiten sind z. B. an der Fahrwasserenge bei Trabitz oft weniger als 1,00 m Fahrrrinentiefe und die Fahrt ist so weit eingeengt, dass auch kein Schubschiff dort passieren kann.

-  Auf der Saale trotz uneingeschränkter Schiffbarkeit  kaum Transporte stattfinden!

Die Schiffbarkeit der Saale ist leider durch die nicht ausgebaute Strecke zwischen Calbe und der Mündung sehr eingeschränkt. Versuche z. B. des Zementwerkes Bernburg, Hüttensand per Schiff zu beziehen, sind an oben erwähntem Hindernis nur mit Mühe und unter Ableichterung (Teilentladung) zustande gekommen bzw. in anderen Fällen ganz gescheitert.

 Wenn von Herrn Köck also behauptet wird, die Prognosen der Umweltverbände seien genauer als die der Politik, so muss dazu festgestellt werden, dass die  von Ihm erwähnten Prognosen noch weit unter den heute erreichten Zahlen lagen, die Politik auch nicht damit gerechnet hat, dass von Seiten der Umweltverbände vehement die Umsetzung der Planungen erschwert und bekämpft wurden, was unter anderem dazu führte, dass die der Prognose-Erarbeitung  zugrunde gelegten Zeithorizonte weit nach hinten verschoben wurden. Es ist hanebüchen, erst eine deutliche Zunahme der Transporte zu fordern, bevor dazu die erforderlichen Bedingungen geschaffen wurden.

 Ingo Klinder

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