"Bernburg war der Brillant in der Krone"

Freitag, 03. Februar 2006, 09:00 Uhr

"Bernburg war der Brillant in der Krone"

FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag besucht Bernburg

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion, Veit Wolpert, setzte seine sogenannten Montagsbesuche fort

Bernburg (red). Am Montag dieser Woche besuchte er das Solvay  -Werk und das Carl –Maria –von –Weber -Theater. Ziel dieser Besuche sei es, mit Bürgern, Unternehmern und anderen Institutionen das direkte Gespräch zu suchen, sagte Veit Wolpert.

Im Solvay - Werk traf er sich mit Werkleiter Gerhard Eder. Eines der Hauptthemen war der Ausbau der Saale, um den Fluss für größere Schiffe befahrbar zu machen. Bei einer Probefahrt im Jahr 1995 stellte sich heraus, dass zur Zeit lediglich Schiffe mit einer Ladekapazität von 500 Tonnen die Saale befahren können. Jedoch erst ab einem Transportvolumen von 1.000 Tonnen je Schiff sei das Ganze rentabel, erläuterte Eder. Ein Ausbau der Saale hätte für das Werk große Vorteile.

Viele der Hauptabnehmer von Soda seien in Skandinavien ansässig, so Eder. Dort gibt es keine Sodafabriken. Der Transport des Produktes über das Fluss-System bis zur Küste und von dort über die Ostsee wäre ideal. Von den 700.000 Tonnen Fracht, die derzeit vom Bernburger Solvay-Werk insgesamt transportiert werden müssen, werden 34 Prozent über die Bahn und 76 Prozent über die Straße realisiert. 250.000 Tonnen könnten sofort über die Saale an- und abtransportiert werden, rechnete Eder vor. Voraussetzung sei eine ganzjährige Schiffbarkeit der Saale mit 1.000-Tonnen-Schiffen, sagte der Werkleiter.

Bei einer Veranstaltung in Halle sei ihm allerdings neulich ein wenig der Mut genommen worden, so Eder weiter. Dort sprach man für den Ausbau der Saale von Realisierungszeiträumen von zehn Jahren. Auch Veit Wolpert kannte diese Zahl. Dieser lange Zeitrum sei weniger auf eventuelle Proteste oder Probleme mit dem Naturschutz zurückzuführen, sondern liege einzig und allein an der Bürokratie, so der FDP-Fraktionsvorsitzende.

Nach seiner Vorstellung soll Sachsen-Anhalt Modellregion für Bürokratieabbau und Deregulierung werden. Dazu gehörten auch beschleunigte Planungsverfahren. Auch das außer Kraft setzen einzelner Gesetze sei dann möglich, machte Wolpert dem Solvay -Werkleiter Hoffnung.

Eine weitere Sorge für Gerhard Eder sei die auslaufende Förderung der sogenannten "Kraft-Wärme-Kopplung". Dadurch würde das werkseigene Kraftwerk höchstwahrscheinlich nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können, so Eder. Aufgrund der reichen Bodenschätze in unmittelbarer Nähe und der günstigen Rahmenbedingungen sei Bernburg für Solvay einmal „der Brillant in der Krone“ gewesen, sagte Gerhard Eder. Insgesamt sei der Standort Bernburg zwar nicht gefährdet aber der Vorteil gehe nach und nach verloren, warnte Eder.

Um sich auch ein Bild von der Vielfalt ehrenamtlichen Engagements in Sachsen-Anhalt zu verschaffen, besuchte Veit Wolpert im Anschluss an das Solvay - Werk den Theaterverein Bernburg. Wolpert ließ sich von Mitgliedern des Theatervorstands die Geschichte und Tätigkeit des Theaters und des Vereins schildern. Besonders beeindruckt zeigte sich der FDP-Fraktionsvorsitzende von dem großen Engagement der Ehrenamtlichen beim Aufbau des Theaters sowie bei der Sicherstellung der Finanzierung der Spielstätte.

Gerade die Arbeit mit Jugendlichen sei von unschätzbarem Wert, da sie Charakter und Auftreten forme, sagte er. Gleichzeitig verwies er auf eine FDP-Initiative im Parlament, wonach das Ehrenamt durch verschiedene Maßnahmen gestärkt werden solle. Gesellschaftliches Engagement könne seitens der Politik nicht hoch genug eingeschätzt werden.

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