Beschlüsse der Konferenz am 22.2.2006 in Decín von Ing. Jiří Aster

Mittwoch, 12. April 2006, 11:25 Uhr

Beschlüsse der Konferenz am 22.2.2006 in Decín von Ing. Jiří Aster

Beschlüsse der Konferenz Ausbau der Elbe-Wasserstrasse – „Ideologie oder Ökologie?“, stattgefunden am 22. 2. 2006 in Děčín

Ausgangslage: 

Die Regulierung des Wasserlaufes für einen umweltfreundlichen Transport stösst auf Widerstand von lauten Gegnern, welche sich hinter Umweltschutz verstecken. Als unterstützende Argumente für den Schutz der Umwelt wenden sie auch Behauptungen aus dem Bereich der Logistik an, als einen angeblichen Beweis dafür, dass die Nutzung der Elbe-Wasserstrasse für den Transport keine Bedeutung hat. Eine Reihe von Behauptungen geht aus einem sehr verzerrten Blick auf die Problematik des Umweltschutzes und vor allem die Bedürfnisse des Transports auf diesem Gebiet hervor. 

Während die EU ein grandioses Programm zur Unterstützung der Binnenschifffahrt in Europa „NAIADES“ verkündet, sind in der Tschechischen Republik und in der Bundesrepublik Deutschlang Vorschläge zur Beseitigung des okologischen Gütertransportes hörbar. Dieses Paradox war Inspiration für die Veranstaltung einer Konferenz in Děčín, wo es gelungen ist, für einzelne kontroverse Themen tatsächliche Fachexperten als Vortragende auf dem gegebenen Gebiet zu gewinnen.

Die bisherige Debatte über ökologische Binnenschifffahrt ist erheblich von der Tatsache gekennzeichnet, dass sich dazu oft Personen äussern, welche in der gegebenen Problematik nicht entsprechend gebildet sind und oftmals durch ihre laienhafen Äusserungen mittels der Medien die breite Öffentlichkeit irreführen. Am besten formulierte diese Tatsache einer der Hauptgurus des Feldzuges gegen die Binnenschifffahrt, als er feststellte: „Ökologie ist keine Wissenschaft, Ökologie ist ein Glauben“.

Mit dieser ideologischen Einstellung zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen haben beide an der Elbe lebende Völker reiche und nicht gerade positive historische Erfahrungen aus den letzten hundert Jahren, welche die Fähigkeit verschiedener Ideologen dokumentieren, die öffentliche Meinung zu manipulieren.  

Thematische Zusammenfassung der Schlussfolgerungen: 

1. Der Fluss Elbe wurde in den vergangenen Jahrhunderten von Menschen umfangreich im Interesse der Verhinderung von Erosion, Überschwemmungen und für Zwecke der Binnenschifffahrt reguliert; die Elbe ist also kein „naturbelassener“ Strom. Die bewunderte Schönheit des Stromes in der Tschechischen Republik und in Deutschland haben erfolgreich unsere weisen Vorfahren in einer Symbiose mit der Natur geschaffen. Diese Regulierungen müssen erhalten werden mit Hinblick auf den Schutz von Mensch und Natur. Die in beiden Staaten durchgeführten Massnahmen bedeuteten keine Zerstörung der natürlichen Umwelt, sondern sie trugen zur Schaffung von einzigartigen Bioreservaten sowie der Erhöhung der Biodiversität bei. Durch sensiblen Einsatz können diese Aspekte noch verstärkt werden und deshalb ist die Zusammenarbeit mit Fachexperten und tatsächlichen Umweltschützern bei der Erwägung geeigneter Eingriffe in den Flussorganismus notwendig. Wirkungsvoll war die Veranschaulichung konkreter Orte an der Elbe, dargestellt mit einem Abstand von hundert Jahren. An dem Beispiel des Wasserbauwerkes Gabčíkovo auf der Donau, das von den Gegnern als eine ökologische Katastrophe 

präsentiert wurde, und seiner tatsächlichen positiven Einwirkung auf die Umwelt (Stabilisierung des Grundwassers, Hochwasserschutz, Ermöglichung einer ökologischen Binnenschifffahrt, Rettung der Auenwälder auf der ungarisch-slowakischen Grenze, Deckung von 15% des Strombedarfes der Slowakei durch tatsächlich erneuerbare Energie, Verhinderung der Erosion der Flusssohle mit fatalen Folgen für die Fauna und Flora der Donau), wurde überzeugend der Widerspruch zwischen  Ideologie und tatsächlicher Ökologie dokumentiert. 

2. Der Transport entlang der Elbe stellt ein Problem für den tschechischen und deutschen Export in Richtung Übersee dar; die Kapazität der Bahnverbindung nähert sich ihrem Maximum auf dem Abschnitt der tschechisch-deutschen Staatsgrenze und auf den Trassen, die zu den norddeutschen Häfen führen. Bei dem gegenwärtigen Anstieg der Transporte würde eine Nichtnutzung der Wasserstrasse zur Entlastung der Bahn und Strasse eine weitere Steigerung der katastrophalen Entwicklung im Strassentransport mit riesigen Auswirkungen auf die Umwelt bedeuten. 

3. Die Binnenschifffahrt wirkt positiv auf die Preisgestaltung bei einer Reihe von Substraten und ermöglicht so die Entfaltung zahlreicher Branchen in der gegebenen Region. Für den Transport von Schwerlasten ist die Binnenschifffarht unverzichtbar.

4. Die EU unterstützt den Ausbau von Wasserstrassen und ist bereit, die Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen in beiden Elbestaaten zu finanzieren.

5. Bei dem Ausbau der Wasserstrassen kann der ökologische Effekt der Strombaumassnahmen ausser des Umweltschutzes (Vermeidung der Erosion, Erhöhung  der Biodiversität) und der Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen noch um die Produktion von tatsächlich erneuerbarer Energie ergänzt werden. Eine ökologisch konzipierte Staustufe in Děčín wird so viel Energie erzeugen , wie ein Park mit 20 der grössten Windkraftwerke. Ein Verleich der Landzerstörung ist in diesem Falle mehr als überzeugend.

6. Eine Lösung für die Rettung der Schifffahrt auf der Elbe ist nicht das von den Ideologen erwähnte Projekt von flachgehenden Binnenschiffen FLABI! Die Schiffe auf der Elbe wurden stets als flachgehend konzipiert und das Projekt FLABI ist praktisch wirtschaftlich nicht nutzbar.

7. Die Behauptung der Ideologen über das Absinken der Durchflussmengen auf der Elbe-Wasserstrasse in Folge von klimatischen Veränderungen zeigte sich als unwahr. So hat sich in  und in Dresden der durchschnittliche Durchfluss sogar erhöht.

8.Für die Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen auf der tschechischen Unteren Elbe hat die vorgeschlagene technische Lösung der Staustufe in Děčín mit Hinblick auf den Charakter der Elbe in der Tschechischen Republik (grosse Neige des Flussbettes, enges Tal mit Stadtbebauung) keine andere Alternative.

Notwendige Massnahmen für eine ökologische Lösung des Transportes im Elbe-Transportkorridor: 

1. Verbesserung der Schifffarhtsbedingungen im Einklang mit der Děčíner Resolution in der Tschechischen Republik und in der Bundesrepublik Deutschland. Koordinierung der Arbeiten durch einen Abschluss eines internationalen Vertrages zwischen beiden Ländern. Für die Finanzierung des Projektes die Möglichkeiten der Subventionen aus EU-Fonds nutzen. Die konkrete Lösung in den Händen von tatsächlichen Ökologen belassen, welche fähig sind, die Problematik in allen Zusammenhängen zu beurteilen, ohne ideologische Wirkungen. 

2. In der Tschechischen Republik sowie in der Bundesrepublik Deutschland im höchsten Maße das Programm der Unterstützung der Binnenschifffahrt NAIADES für die Unterstützung der Schifffahrt auf der Elbe und angeschlossenen Wasserstrassen nutzen. 

3. Perspektivisch in der Legislative beider Staaten die praktische Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie aus dem Jahr 2002 über Belastung einzelner Transportarten durch deren externe Kosten durchsetzen.    

 Ing. Jiří Aster,

Vorsitzender der Wirtschaftskammer Děčín 

 

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