Binnenhäfen an der Oberelbe steigern Umsatz

Mittwoch, 28. Februar 2007, 22:25 Uhr

Binnenhäfen an der Oberelbe steigern Umsatz

Prager Zeitung, Verkehr & Logistik, 28. 2. 2007

Im vergangenen Jahr konnten mehr als zwei Millionen Tonnen Güter umgeschlagen werden

Der Hafenverbund mit seinen sechs Binnenhäfen in Dresden, Riesa, Torgau, Děčín, Lovosice und Roßlau an der Elbe hat seine bedeutende Stellung als Dienstleister der verladenden Wirtschaft und Logistiker weiter ausgebaut:
Trotz der teilweise schlechten Wasserstände der Elbe konnten in den sechs Binnenhäfen im Jahr 2006 insgesamt 2,45 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen werden. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr 2005 einem Zuwachs von 130 000 Tonnen beziehungsweise einer Steigerung von über fünf Prozent.

Immer mehr Unternehmen erkennen die Bedeutung der Häfen und nutzen die Schnittstelle der Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und Lkw für den Transport Ihrer Güter.  Eine deutliche Steigerung von über 46 Prozent war in diesem Jahr beim Güterverkehr per Eisenbahn mit 643 711 Tonnen transportierter Waren auf dem Schienenweg zu verzeichnen. Die noch im Jahr 2005 erreichte Steigerung im Güterumschlag per Binnenschiff konnte aufgrund langanhaltender Niedrigwasserperioden der Elbe, Hochwasser sowie Instandhaltungsrückstau nicht gehalten werden.

Dessen ungeachtet ist die Nachfrage der verladenden Wirtschaft nach Schiffsraum weitaus höher als das vorherrschende Angebot. Nach wie vor wandern Reederein in erträglichere Flussgebiete ab und beeinflussen dadurch die erheblichen Kapazitäten der Bundeswasserstraße Elbe negativ. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, hat die SBO GmbH für den Gütertransport auf der Oberelbe das Gütermotorschiff „MS Diana“ seit Dezember 2006 gechartert. Mit dem Binnenschiff wird Schrott der Firma Scholz Recycling von Dresden nach Magdeburg transportiert. Auf dem Rückweg wird Flussspat für die nahe Dresden befindliche Firma Fluorchemie Dohna mitgenommen. Für das Jahr 2007 ist es geplant, weitere Maßnahmen zur Erhöhung des Transportaufkommens auf der Elbe zu realisieren.

Ein zweifellos erfolgreiches Projekt auf der Elbe ist der Gütertransport von Containern und Projektladungen mit der 1995 ins Leben gerufenen Elbe-Container-Linie (ECL2000). Zweimal wöchentlich verkehrt diese von Riesa über Aken und Magdeburg in den Seehafen Hamburg. Die mit der Containerlinie, aber vor allem auch mit der Ganzzugverbindung Albatros-Express ab dem Hafen Riesa (nunmehr fünf Abfahrten pro Woche) transportierten Container trugen im Jahr 2006 wesentlich zum Erfolg des Hafenverbundes bei. Insgesamt wurden 25 112   Containereinheiten (TEU) umgeschlagen. Dies entspricht einer Steigerung von 11 068 TEU.

Eine wichtige Rolle beim Containertransport spielt der Seehafen Hamburg. Die Binnenhäfen im Hinterland profitieren von der Position Hamburgs als größter Containerhafen für den Handel mit China, Osteuropa und den Ostseeraum. Für die nächsten Jahre erwartet der Seehafen weitere Steigerungen im Containerbereich. Doch schon jetzt stößt der Seehafen Hamburg an seine Kapazitätsgrenzen und ist sich deshalb der hohen Bedeutung der Binnenhäfen als Hinterlandshub bewusst.

Die Häfen Dresden und Lovosice haben sich als Dienstleistungsstandorte für den Umschlag von Schwer- und Projektladungen hervorragend entwickelt. Eine Vielzahl von Anlagen wie Turbinen, Windkrafttürme, Rotorblätter, Trafos, Anlagen, aber auch Generatoren und Maschinenteile wurden in diesen Häfen im Jahr 2006 umgeschlagen. Zu den Bestimmungsländern der Ladungen gehörten unter anderem Kuwait, Dubai, Syrien, Frankreich, Finnland und Belgien.

Für den Ausbau des Dienstleistungsangebotes investierte der Hafenverbund im Jahr 2006 in drei wichtige Projekte :
Zum einen wurde der Bau einer Roll-on Roll-of Anlage an der Hafeneinfahrt begonnen.
Die Fertigstellung ist im zweiten Halbjahr 2007 geplant. Dann können Schwerlasten sowie Projektladungen problemlos und ohne teure Mobilkrantechnik auf das Binnenschiff umgeschlagen werden. Die dazu gehörende Montagehalle für die Komplettierung von Anlagen wurde bereits im März 2005 in Betrieb genommen.
Ein weiteres Projekt war der Bau einer modernen Salzlagerhalle im Hafen Lovosice. Sie dient der Lagerung von technischen Salzen für die Bestreuung der Straßen der Tschechischen Republik in den Wintermonaten. Die Lagerkapazität beträgt rund 20 000 Tonnen.

Im Hafen Roßlau wurde der 70-Tonnen-Doppellenkerwippdrehkran „Fritz“ feierlich in Betrieb genommen. Vor allem Container und Projektladungen können seitdem auch im einzigen rechtselbischen Binnenhafen in Sachsen-Anhalt verladen werden. 

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)