Binnenhafen bleibt Trumpfkarte der Wirtschaft

Freitag, 13. November 2009, 14:39 Uhr

Binnenhafen bleibt Trumpfkarte der Wirtschaft

PRIGNITZ / BRANDENBURG

SVZ.DE, 13. November 2009

WITTENBERGE - Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ist vom Erfolg des Wittenberger Hafenprojekts überzeugt. Stadt, hiesige Unternehmer und Mitglieder der Hafenbetreibergesellschaft sowieso. Auch die geäußerten Zweifel von Karl-Heinz Ehrhardt, Geschäftsführer des Magdeburger Elbhafens und Vorsteher des Arbeitskreises Binnenschifffahrt (wir berichteten gestern), teilen sie nicht. Im Gegenteil: "Wie haben soeben einen Businessplan beschlossen, haben ein strategisches Konzept", sagte gestern Heinrich Ahlers, Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Buss Ports, jüngster Gesellschafter der Hafenbetriebsgesellschaft.
Natürlich sei das derzeitige Umfeld schwierig, sei der Containerumschlag eingebrochen. Man erwarte auch keinen sofortigen Erfolg, "aber wir sehen zeitnah große Chancen", so Ahlers. Auch sein Unternehmen habe abgewogen und sei erst dann als Betreiber eingestiegen, wolle das Betätigungsfeld erweitern. "Wir sind doch keine Lehrbuben", unterstrich der Unternehmer.

"Eine Schüttgut-Umladestation ist längst überfällig", betonte Norbert-Dietrich Lange, Geschäftsführer der Eg gers Umwelttechnik. Bisher reinige sein Wittenberger Unternehmen jährlich bis zu 60 000 Tonnen verunreinigten Erdbodens. "Die gesamte Menge wird mit dem Lkw transportiert, 25 Tonnen pro Ladung." Komme diese Menge künftig per Schiff, bringe das für die Umwelt eine enorme Entlastung und sei wirtschaftlicher. "Wir sind überglücklich, dass der Hafenumschlag kommt", sagte Lange und betonte, dass Eggers bisher nie Fördermittel in Anspruch genommen habe. Erstmals profitiere die Firma von öffentlichen Mitteln für den Hafenausbau.

Ähnliche Argumente führte auf dem gestrigen Treffen <Text1>Dr. Wolf-Rüdiger Brautzsch</Text1>, Werkleiter Biodiesel, an. Zunehmend würden seine Kunden fordern, dass er Biodiesel per Schiff liefern möge: "Ein Schiff transportiert 1000 Tonnen und ersetzt 40 Lkw-Ladungen. Allein das ist ein Argument für den Anleger." Sicher sei die Containerbranche eingebrochen, "aber bei Schüttgut und Flüssigkeiten verzeichnen wir einen solchen Rückgang nicht", sagte Brautzsch. Thomas Becken sprach als Vertreter der Eisenbahngesellschaft Potsdam, die den Betrieb der Gleise übernehmen werde: "Wir Unternehmer haben tief in die Tasche gegriffen, für uns überwiegen die Chancen für die Region, für die Stadt."

Dr. Eckhardt Stübner wies als Geschäftsführer der Hafenbetreibergesellschaft darauf hin, dass die Logistikinitiative Hamburg sowie der Senat der Hansestadt das Ziel verfolgen, drei bsi fünf Prozent des Containerumschlags auf Binnenschiffe zu verlagern. Aufgabe des eingangs zitierten Arbeitskreises Binnenschifffahrt sei es, Möglichkeiten zur Realisierung dieses Ziels zu finden.

Der Arbeitskreisvorsitzende Karl-Heinz Ehrhardt hatte in unserem gestrigen Beitrag Zweifel an einem schnellen Erfolg des Wittenberger Hafens geäußert. Zu groß sei aus seiner Sicht der Einbruch des Containerumschlags in Hamburg. Ehrhardt ist zu gleich Geschäftsführer des Magdeburger Elbhafens. <br.><></br.><>

 

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