BINNENSCHIFFAHRTS- REPORT Nr.4 2005

Donnerstag, 08. Dezember 2005, 09:31 Uhr

BINNENSCHIFFAHRTS- REPORT Nr.4 2005

FDP Sachsen-Anhalt verdeutlicht Wasserstraßeninfrastruktur ist Standortfaktor  BINNENSCHIFFAHRTSREPORT Nr.4 2005

Am 2. November 2005 veranstaltete die FDP-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt einen gut besuchten Gesprächsabend zur Binnenschifffahrt.

Der Veranstaltung bei der früher unter dem Namen Kali und Salz
firmierenden ESCO war ein Besuch der Fraktion und des Wirtschaftsministers Dr.Horst Rehberger im Bernburger Werk der Schwenk Zement vorausgegangen.Damit wird klar, worum es den Veranstaltern und dem Fraktionsvorsitzenden Veit Wolpert ging: Der Wasserstraßenanschluss ist Standortfaktor für die mitteldeutsche Industrie an Elbe und Saale.

Einleitend umriss BDB-Geschäftsführer Jörg Rusche die Bedeutung der Binnenschifffahrt in Deutschland: „Mit der Frachtschifffahrt werden immerhin 90 Prozent der Verkehrsleistungen der Eisenbahn erbracht, und etwa 380.000 Arbeitsplätze sind in Deutschland mit der Binnenschifffahrt und den Häfen verbunden.“
Für die Binnenschifffahrt als Dienstleister für Industrie, Handel und Tourismus sei die Anbindung an ein leistungsfähiges Netz von Wasserstraßen eine zwingende Notwendigkeit. „Für uns wie unsere Kunden stellt ein solches Netz einen unverzichtbaren Standortvorteil dar, der Arbeitsplätze sichert und neue Beschäftigung ermöglicht“, unterstrich Rusche.

BDB-Vizepräsident Dr. Dietmar Rehmann verdeutlichte in seinem Fachvortrag Fachvortrag den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Wirtschaft, Infrastruktur und Verkehr. „Öffentliche Investitionen können als „Zündkerze“ wirken, die den Motor der privaten Investitionen und des wirtschaftlichen Wachstums in
Gang setzt“, erklärte Rehmann. Die Dichte des Wasserstraßennetzes zwischen Saale, Elbe und Oder sei hervorragend. „Nun wird es höchste Zeit, dieses Potenzial auszuschöpfen. Die Wasserstraßen sind der einzige Bereich unserer Infrastruktur, der noch erhebliche Kapazitätsreserven aufweist. Diese gilt es jetzt zu aktivieren!“
 
Die Transportpotenziale der Saale sind immens, worauf der Vorsitzende des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt, Manfred Sprinzek, hinwies: „Erhebungen des VHdS unter Firmen der Saaleregion haben ein sofortiges Transportvolumen von fast 2,7 Mio. Tonnen pro Jahr und für 2010 rund 4 Mio. Tonnen per Binnenschiff auf der Saale ergeben. Dazu kommen ca. 1,1 Mio. Tonnen durch Getreidelieferungen, die bereits jetzt über den Mittellandkanal umgeschlagen werden. Investitionen zur Nutzung des vorhandenen
Wasserstraßensystems werden zur weiteren positiven Entwicklung der regionalen Wirtschaft beitragen“, ist Sprinzek überzeugt.
 
Und Dr. Eberhard Hirsch, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes e.V., ergänzte: Im letzten Jahr wurden in den deutschen Seehäfen zehn Millionen Container umgeschlagen - ein Wert, der nach den Prognosen erst in 10 Jahren erreicht werden sollte. Künftig rechnet man mit 18 Millionen ontainern.“ Wenn Hamburg nur fünf Prozent seiner Container künftig mit dem Binnenschiff abfahre - in Rotterdam sind es heute schon über 30 Prozent -, wären das bis zu 500.000 Container jährlich.
„Damit könnten zuverlässig, kostengünstig und ökologisch rund 200.000 LKW-Fahrten vermieden werden. Davon würden die Elbehäfen und natürlich auch die Saaleregion sowie der Leipziger Raum profitieren. ie wirtschaftlichen Effekte und damit auch die Schaffung von Arbeitsplätzen liegen auf der Hand“, o Hirsch.

In der anschließenden Diskussion ermutigte MdB Hans-Michael Goldmann,FDP, die Politiker der Region vom Bürgermeister über den Landrat bis zum Landesminister, weiter engagiert für den Anschluss der verladenden Wirtschaft an die Wasserstraße zu streiten, die sich in seiner Heimatregion Emsland zu inem Motor des Wachstums entwickelt hat. Besonders lobte Goldmann das gemeinsame bürgerschaftliche Engagement von Wirtschaft und Schifffahrt an der Saale.

Wirtschaftsminister Dr. Horst Rehberger wies auf die Magnetwirkung von Wasserstraßen und Häfen für die irtschaft hin. Häfen wie Magdeburg und Halle müssten eine faire Entwicklungschance erhalten, wozu uch beschleunigte Planungen in Modellregionen gehören.
„Wir müssen die Binnenschifffahrt als Verkehrsträger stärker nutzen, wenn wir den logistischen Herausforderungen der Zukunft gewachsen sein wollen. Dazu ist es dringend nötig, dass wir eine
deutliche Beschleunigung der Planungs- und enehmigungsverfahren für die dringend nötigen Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen an Saale und Elbe erreichen.“,so der Minister.

Ihre Nähe zum Binnenschifffahrtsgewerbe dokumentierten die Liberalen auch durch die Wahl des Tagungsortes für die Zusammenkunft der Fraktionsvorsitzenden aus Bund und Ländern am 24. November 2005 an Bord von MS „Sachsen-Anhalt“ in Magdeburg.

 

 

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