Binnenschifffahrt gehört zur modernen Infrastruktur

Samstag, 13. Januar 2007, 17:19 Uhr

Binnenschifffahrt gehört zur modernen Infrastruktur

Petzold: Die Elbhäfen können vom Job-Motor Logistik profitieren Super Sonntag Wittenberg 14.01.2007

Wittenberg (wg). „Für unser Land ist eine gut entwickelte Infrastruktur ein entscheidender Erfolgsfaktor, und eine wirtschaftlich funktionierende Binnenschifffahrt auf der Elbe gehört unbedingt dazu“, sagt Petzold. Sachsen-Anhalt könnte viel stärker als bisher vom Job-Motor der Logistik-Branche profitieren, wenn die dafür notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen an der Elbe endlich umgesetzt würden.

Die Wachstumsraten im Containerverkehr seien sehr hoch, allein der Hamburger Hafen erzeuge eine erhebliche Nachfrage nach entsprechenden Verkehrsleistungen. Trotz der bislang schlechten Bedingungen auf der Elbe und trotz des Niedrigwassers in 2004 konnten in den öffentlichen Häfen zwischen Magdeburg und der tschechischen Grenze im Jahr 2004 circa 3,4 Millionen Tonnen und 2005 circa 4,2 Millionen Tonnen umgeschlagen werden, eine Steigerung auf 122 Prozent.

„Die Verkehrsleistungen 2005 auf der Elbe haben die Straße von 213.950 Lkws entlastet, das entspricht einer Strecke von 3.851 Kilometer Lkws, Stoßstange an Stoßstange“, rechnet Petzold vor, „künftig werden die Transportmengen noch zunehmen, angesichts der heute schon enormen Verkehrsbelastungen auf den Straßen und den damit verbundenen Umweltproblemen kann auf die Binnenschifffahrt als ökologisch sinnvolle Alternative nicht verzichtet werden.“ Die Binnenhäfen an der Mittelelbe hätten sich zu Allround-Anbietern entwickelt und sich vor allem auf den Container-Verkehr eingestellt.

„Im Zeitraum von 1991 bis 2005 wurden in die Verkehrsinfrastruktur für Binnenhäfen von der EU, dem Bund, den Ländern und den Kommunen 1,75 Milliarden Euro investiert“, so Petzold. Davon hätten insbesondere die Binnenhäfen von Sachsen-Anhalt in Magdeburg, Schönebeck, Aken und Roßlau profitiert. Mit der Binnenschifffahrt auf der Elbe seien in Sachsen-Anhalt inzwischen circa 5.000 Arbeitsplätze verbunden. Allein der Magdeburger Hafen verzeichne mit dem Wasserstraßenkreuz und der Schnittpunktanlage im Container-Linienverkehr zwischen Mitteldeutschland und Hamburg jährliche Zuwachsraten von 20 Prozent.

„Eine Befahrbarkeit der Elbe von Hamburg nach Dresden ist bereits heute mit dreilagigem Container-Verkehr möglich“, erläutert Petzold. Die Nutzungszeit werde jedoch durch sehr hohe Wasserstände eingeschränkt. Derzeit komme es bei Hochwasser an vier Brücken zwischen Magdeburg und Dresden zu Einschränkungen der Durchfahrtshöhe für einen dreilagigen Container-Verkehr. „Bei Brückenneubauten werden die erforderlichen Durchfahrtshöhen durch die jeweiligen Baulastträger berücksichtigt“, betont der CDU-Politiker. Wo Einschränkungen verbleiben, sollen die Brücken angehoben werden.

„Für die Elbe benötigt die Schifffahrt eine Fahrrinnentiefe von 1,60 Metern an durchschnittlich 345 Tagen im Jahr“, berichtet Petzold, „die dazu erforderlichen Unterhaltungsmaßnahmen an den vorhandenen Bauwerken zur Stromregulierung wie Buhnen-, Deck- und Leitwerke müssen jetzt endlich in Angriff genommen und abgeschlossen werden.“ Im vergangenen Jahr wurden circa 100 besonders beschädigte Buhnen in Stand gesetzt, bis 2010 sollen alle durch das Hochwasser von 2002 beschädigten Bauwerke saniert sein, um die erforderliche Fahrrinnentiefe zu gewährleisten.

„Es geht nicht um Ausbau, sondern um Maßnahmen, die der Sicherung der Uferbereiche und der Buhnen dienen“, stellt Petzold klar. Damit würden lediglich jene einst bestehenden Voraussetzungen wiederhergestellt, die einen wirtschaftlichen Betrieb der Binnenschifffahrt möglich machen. Alle erforderlichen Maßnahmen müssen nach Auffassung Petzolds nun zügig umgesetzt werden, wenn Sachsen-Anhalt vom Job-Motor Logistik profitieren wolle.

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