Biodiesel aus Halles Hafen

Montag, 19. September 2005, 09:30 Uhr

Biodiesel aus Halles Hafen

Mitteldeutsche Zeitung vom 16. September 2005

Nach Probebetrieb nächste Woche Start

von Birger Zentner

Die Biodieselanlage im halleschen Hafen steht kurz vor ihrer Eröffnung. 57 000 Tonnen des Treibstoffs will das Unternehmen JCN - Neckermann jährlich produzieren. Eine Erweiterung der Kapazität ist bereits ins Auge gefasst.

Halle / MZ. Für Geschäftsführer Sylvester Prinz zu Ysenburg wird sich die Aufregung so richtig wohl erst am offiziellen Eröffnungstag Ende kommender Woche legen. Etwa zu dem Zeitpunkt wird die Produktionsanlage für Biodiesel auch ihre volle Leistung erreichen, die seit Aufnahme des Probebetriebs Anfang August Schritt für Schritt gesteigert wurde.

Das Familienunternehmen Neckermann ist in Würzburg ansässig und verweist auf eine mehr als 100-jährige Tradition im Brennstoffhandel. Seit Anfang der 90-er Jahre gehört auch der Vertrieb von Biodiesel dazu. "So entstand ganz logisch irgendwann der Gedanke, auch in die Produktion einzusteigen", sagt zu Ysenburg.

Dass sich die von Marlene Neckermann, Jörg Lemberg und zu Ysenburg gegründete Firma JCN - Neckermann nach Prüfung mehrerer Standorte für Halle als Platz für die 16-Millionen-Euro-Investition entschieden habe, liege an den guten Konditionen. "Wir sind sehr gut unterstützt worden, die Genehmigungsverfahren wurden zügig abgeschlossen", nennt der Geschäftsführer als Beispiel.

Neben den 57 000 Tonnen Biodiesel werden 10 000 Tonnen Glyzerin hergestellt, das bei der Verarbeitung des Rapsöls zu Biodiesel mit anfällt. "Wir haben extra in der neuen Anlage die Voraussetzungen geschaffen, um das Glyzerin zu veredeln, damit es den Ansprüchen der Pharma- und Kosmetikindustrie genügt", erklärt zu Ysenburg.

Mit der Firma im Hafen Halle sind 30 Arbeitsplätze entstanden. Und ab dem kommenden Jahr sollen auch Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt werden. "Wir können Chemikanten und Bürofachleute ausbilden", gibt der Geschäftsführer einen Ausblick.

Den Biodiesel liefert JCN - Neckermann vor allem an Raffinerien, die das Produkt dem aus Erdöl gewonnenen Diesel zusetzen. Fünf Prozent sind erlaubt. Zu Ysenburg blickt schon auf höhere Prozentsätze. In den USA werde bereits mit 20 Prozent experimentiert. Auch wegen solcher Zeichen ist das Unternehmen auf Erweiterung eingerichtet. "Wir könnten unsere Kapazität am Standort verdoppeln."

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