Biodiesel treibt den Hafen an

Freitag, 12. März 2004, 12:18 Uhr

Biodiesel treibt den Hafen an

Firma investiert 25 Millionen Euro in Produktionsstätte - Bald weitere Ansiedlungen?

"Mitteldeutsche Zeitung", Donnerstag, 11 März 2004
von unserem Redakteur Michael Tempel
Halle/MZ.

25 Millionen Euro Investitionssumme, 57 000 Tonnen Jahresproduktion, 35 neue Arbeitsplätze. Allein die Zahlen der Biodieselanlage, die die JCN Neckermann Biodiesel GmbH im Hafen von Halle errichten will, lassen aufhorchen. Am Mittwoch wurde der erste Spatenstich im Beisein von Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) und Landes-Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) ausgeführt. Das Projekt löst in und um Halle aber auch große Erwartungen aus: So erhofft sich das Hafen-Management eine Sogwirkung für weitere Ansiedlungen. Zudem sehen die Befürworter der Saale-Schifffahrt darin ein zusätzliches Argument für einen Ausbau des Flusses.

JCN-Mitgeschäftsführer Dieter Heisig bezeichnete den Standort Halle als vorzüglich.

"Die Hafen Halle GmbH hat gute Vorarbeit geleistet."

Neben der ausgebauten Infrastruktur sei auch die Nähe zur Raffinerie Leuna ein Vorteil: Kraftstoffhersteller werden nämlich bald verpflichtet sein, mineralischem Diesel mindestens fünf Prozent Biodiesel beizumischen. Heisig betonte, dass die Entscheidung für Halle gefallen sei, bevor die 43 Prozent Fördermittel zugesagt wurden. Im Frühjahr 2005 soll die Produktion, auch von jährlich 10.000 Tonnen Glycerin, anlaufen.

"Das ist die erste große Neuansiedlung auf unserem Gelände"

sagte Hafen-Geschäftsführer Gerhard Schneider. Das etwa 200 Hektar große Gewerbegebiet am Hafen war zur Sorge der Stadt in den vergangenen Jahren - abgesehen von angestammten Firmen - eher ein Ladenhüter. Laut Schneider laufen derzeit aber Verhandlungen mit weiteren potenziellen Investoren.

Grund für das wachsende Interesse am Hafen: Laut Schneider beginnt noch 2004 das Genehmigungsverfahren für den Ausbau der Saale, durch den der Fluss besser für die Schifffahrt genutzt werden könnte. Neben Minister Rehberger nutzte auch Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt, die Zeremonie am Mittwoch, um den Fluss-Ausbau zu fordern. Gegen derartige Pläne leisten Umweltschützer allerdings erbitterten Widerstand.

Übrigens, wo Neckermann draufsteht, ist auch Neckermann drin: An der Biodiesel-Firma im Hafen ist Marlene Neckermann beteiligt - eine Nichte von Josef Neckermann, dem Gründer des bekannten Waren- und Versandhauses.

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