Biodieselanlage im Hafen Halle in Betrieb

Freitag, 23. September 2005, 09:33 Uhr

Biodieselanlage im Hafen Halle in Betrieb

Pressekonferenz im Hafen Halle, Presseecho: MZ, MDR.DE, Bild Halle

Mitteldeutsche Zeitung vom 23.09.2005

Halle gibt mit Biodiesel Gas

Österreicher finanzieren Bau der Anlage

von Birger Zentner

Halle/MZ. Mit einer Festveranstaltung ist am Donnerstagabend die Inbetriebnahme der Biodieselanlage des Unternehmens JCN Neckermann im Gelände des halleschen Hafens gefeiert worden. 57000 Tonnen des aus Rapsöl gewonnenen Kraftstoffs sollen jährlich die Anlage verlassen.

Bei einer Pressekonferenz am Nachmittag lobte Geschäftsführer Dieter Heisig die gute Zusammenarbeit zwischen dem Erbauer der Anlage, der Lurgi AG, der österreichischen Hypo-Alpe-Adria-Bank als Geldgeber und seinem Unternehmen. Als es vor zwei Jahren um die Finanzierung der 16-Millionen-Euro-Investition ging, hätten deutsche Banken noch das Risiko gescheut und eine Finanzierung abgelehnt, so Heisig. Unter anderem, weil sie staatliche Zuschüsse nicht als Eigenkapital anerkennen wollten. "Für uns war es dagegen ein guter Einstand auf dem deutschen Mark", erklärte Christian Schimik vom österreichischen Bankhaus.

Inzwischen habe sein Haus auch die Finanzierung der entstehenden weit größeren Biodieselanlage in Piesteritz (Landkreis Wittenberg) übernommen (siehe auch "Mehrere Anlagen"). Auftragnehmer dieser Anlage, die im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen soll und ein Tochterunternehmen von JCN ist, ist ebenfalls wieder die Lurgi AG, die in der Vergangenheit auch beim Bau von Chemieanlagen in Piesteritz, Leuna und Schkopau verantwortlich zeichnete.

Alle zusammen setzen darauf, dass Biodiesel große Zukunft hat und dass Autobauer vor allem ihre modernen Einspritzanlagen für die Nutzung von reinem Biodiesel weiter entwickeln. Vorerst liegt der Schwerpunkt des Geschäfts auf der Lieferung an Raffinerien, die das Produkt dem aus Erdöl gewonnenen Diesel zusetzen. Zunächst sind fünf Prozent Beimischung erlaubt. Doch die Anbieter der Kraftstoff-Alternative wie auch die Europäische Kommission haben höhere Prozentsätze im Visier. So werde in den USA bereits mit 20 Prozent experimentiert.

 

 

MDR.DE Nachrichten, Freitag, 23. September 2005

Biodiesel nimmt Produktion auf

In Halle hat eine neue Biodieselanlage die Produktion aufgenommen. Jährlich sollen hier 60.000 Tonnen Biodiesel aus Rapsöl gewonnen werden. Zudem sollen 10.000 Tonnen Pharmaglycerin im Jahr produziert werden. Der Stoff findet in der chemischen und pharmazeutischen Industrie Verwendung.

Die Handelsgesellschaft J.C. Neckermann GmbH & Co. KG (Würzburg) hat 16,6 Millionen Euro in die Anlage investiert. 32 Mitarbeiter haben hier eine Beschäftigung gefunden. Neckermann baut derzeit auch auf dem Gelände der Stickstoffwerke Piesteritz eine Biodieselanlage. Sie soll 2006 in Betrieb gehen. In diese Produktionsstätte werden 67 Millionen Euro investiert. 126 Arbeitsplätze sollen entstehen.

 

 

BILD Halle vom 23. September 2005

Neckermann macht auch Bio-Gold möglich

Nichte des Versandhaus-König eröffnete Diesel-Anlage in Halle

Halle – Marlene Neckermann (60) macht`s möglich... Die Nichte de Versandhauskönigs Josef Neckermann hat die neue Biodieselanlage in Halle bauen lassen.

Zur Eröffnungsfeier gestern kam sie persönlich zur Anlage am Saalehafen. Und wie kam sie auf die Idee? „Den Grundstein für all unserer Geschäfte hat mein Opa mit einem Kohlehandel gelegt“. Sagt Marlene Neckermann. „Mein Vater hat dann Mineralöl verkauft und ich führe die Firma mit Biodiesel weiter.“

16,6 Millionen Euro hat die Firma Neckermann investiert. Wieso gerade in Halle? „Hier stimmt eben alles, wir sind schnell an der Autobahn, können Wasserstraße und Bahn nutzen und lobt: „Die Landesregierung und die Oberbürgermeisterin Häußler haben uns wirklich phantastisch unterstützt.“

Weil Marlene Neckermann so zufrieden ist, investiert sie weiter, baut derzeit auch auf dem Gelände der SKW Stickstoffwerke Piesteritz (Landkreis Wittenberg) eine Biodiesel-Anlage. Dort sollen 126 Arbeitsplätze entstehen.

Im Hafen in Halle wurden 32 Arbeitsplätze geschaffen. Die Anlage kann pro Jahr 60.000 Tonnen Biodiesel produzieren. Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (69, CDU) feierte gestern gemeinsam mit Frau Neckermann Eröffnung.

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