BUND Elbe-Experte Ernst Paul Dörfler informiert mit falschen Zahlen

Mittwoch, 09. April 2008, 21:41 Uhr

BUND Elbe-Experte Ernst Paul Dörfler informiert mit falschen Zahlen

Schwerlasttransporte für Leuna nutzten den Wasserweg von Elbe und Saale

Pressemitteilung des VHdS e.V.

Die Schwerlasttransporte für den Neubau einer Chemieanlage des irischen Chemieunternehmens Quinn Chemicals GmbH Leuna erreichen voraussichtlich am Donnerstag ihr endgültiges Ziel. Sie kamen aus Shanghai nach Hamburg und waren von dort seit dem 25. März per Binnenschiff auf Elbe und Saale zu ihrem Bestimmungsort unterwegs. Die Verladung vom Schiff auf die Strasse erfolgte über Pfütztal.

Der BUND - nach wie vor Gegner der Schifffahrt auf Elbe und Saale - behält seine kritische Haltung bei. Elbe-Experte Ernst Paul Dörfler äußerte sich in der Volksstimme Magdeburg und der Mitteldeutschen Zeitung in Halle am 3. April 2008 wie folgt: "Die Saale soll auf eine Fahrrinne von 2,50 Meter gebracht werden, die Elbe hat im Durchschnitt 1,50 Meter."

Dazu sollte man aber wissen, dass die angegebenen 1,50 Meter auf den Abschnitt der Elbe von der Grenze zur Tschechischen Republik bis Dresden und auf insgesamt maximal 20 Tage im Jahr beschränkt sind. An 345 Tagen im Jahr soll die Elbe unterhalb von Dresden nach Abschluss der Unterhaltungs- und Reparaturmaßnahmen an den Buhnen und Deckwerken bis zum Jahr 2010 als 1,60 Meter Fahrrinnentiefe und ca. die Hälfte des Jahres 2,50 Meter Fahrrinnentiefe erreichen.

Dieter Schröder, der als Schiffsführer auf dem Schubboot "Schubexpress 7" an den Transporten der Chemiebehälter für Leuna beteiligt war, nannte dem Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt die derzeit tatsächlichen Fahrrinnentiefen der benutzten Strecken:
Elbestrecke 5 (von Magdeburg bis Saalemündung) durchschnittlich 3,45 m
Saalestrecke 2 (von Calbe bis zur Saalemündung) durchschnittlich 3,30 m
Saalestrecke 1 (von Halle bis Calbe) durchschnittlich 2,45 m.

Schiffsführer Henning, ebenfalls am Transport aktiv beteiligt, beschreibt die Schifffahrt auf der Elbe als gut. Auf der Saale merke man, dass dieser Schiffsweg kaum genutzt werde. Ein unabhängiger Wasserstand der Saale, so seine fachliche Einschätzung, würde den Transport von Containern ganzjährig ermöglichen.

An der Elbe sind seit zwei Jahren erfreuliche Fortschritte erkennbar. Bis 2010 ist man dabei, den Zustand wie vor dem Augusthochwasser von 2002 mit einer Fahrrinnentiefe von mindestens 1,50 Meter (Grenze bis Dresden) bzw. 1,60 Meter unterhalb von Dresden bei Mittelniedrigwasser mit allerdings eingeschränkter Fahrrinnenbreite wieder herzustellen. Die aktuelle Umsetzung der Maßnahmen erfolgt auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und nach den "Grundsätzen eines Fachkonzeptes der Unterhaltung" und nicht - wie gern von den Schifffahrtsgegner unterstellt - nach Unterlagen aus den 1930er Jahren. Gewässer- und auenökologische Aspekte werden dabei stets mitbetrachtet.

Ein Rekordumschlag von 2,7 Millionen Tonnen der  Binnenhäfen an der Oberelbe im Jahr 2007 zeigt, dass  die Wiederherstellung und Pflege der Elbe  für die umweltfreundlichen Transporte nötig waren.

Der Umgang mit dem Fluss - auch der Saale - in einer Kulturlandschaft geschieht auf einer seriösen und sachlichen Basis. So wurde das Vertragsverletzungsverfahren zur angeblichen Verletzung der EU-Vogelschutzrichtlinie und FFH - Richtlinie durch die EU-Kommission eingestellt, das durch Umweltverbände unter der Federführung des BUND mit Herrn Dörfler eingeleitet worden war.

Die zuständige EU-Kommission hat im Oktober 2007 das Vertragsverletzungsverfahren ohne jegliche Auflagen eingestellt und die Rechtmäßigkeit der Strombaumaßnahmen der Wasser- und Schifffahrtsämter bestätigt.

Politik, Wirtschaft und Schifffahrt begrüßen die Aufnahme des Raumordnungsverfahrens zur Vollendung des Saaleausbaus mit dem Seitenkanal bei Tornitz, der viele Jahre lang hochemotional und wenig sachlich diskutiert wurde. Für Schifffahrtsgegener und Ablehner wird es Zeit, umzudenken und ihr ökologisches Fachwissen einzubringen.

Manfred Sprinzek

 

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