Bürgerversammlung in der Gemeinde Tornitz/Werkleitz zum Saale-Seitenkanal

Donnerstag, 19. Mai 2005, 15:11 Uhr

Bürgerversammlung in der Gemeinde Tornitz/Werkleitz zum Saale-Seitenkanal

Viele Informationen in aufgeschlossener Atmosphäre

Am 18. Mai trafen sich die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Tornitz/Werkleitz zu einer Informationsveranstaltung über den geplanten Saale - Seitenkanal. Die 650-Seelen-Gemeinde liegt unmittelbar am geplanten Kanalverlauf.

Rund 100 Interessenten waren der Einladung von Bürgermeisterin Regina Grube in den Versammlungssaal in Werkleitz gefolgt. In ihrem Eingangsstatement legte die Bürgermeisterin noch einmal die Position der Gemeinde zum Projekt Saale - Seitenkanal sachlich dar. Danach erwies sich Grube als souveräne Moderatorin der Veranstaltung, in der es im Kern um die wirtschaftlichen Effekte des Projekts zur ganzjährigen Schiffbarmachung der Saale ging.

Der Dezernatsleiter der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, Detlef Aster, erklärte sachlich und allgemeinverständlich Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren. Wertvoll für die Bürger vor allem die Einsicht in den Dschungel von Behörden und deren Zuständigkeiten. Fragen der Anwesenden wurden prompt beantwortet.

„Jetzt wissen wir endlich, dass wir den Abschluss des Raumordnungsverfahrens abwarten müssen und erst im Planfeststellungsverfahren unsere privaten Belange einbringen können“

äußerte sich eine Tornitzerin zufrieden.

„Die Forderungen nach Stopp des Raumordnungsverfahrens, die der BUND derzeit immer wieder streut, entbehren also jeglicher sachlicher Grundlage.“

Peter Riecken, Geschäftsführer des Gutachterbüros Planco-Consulting GmbH aus Essen, erläuterte die Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen zum Projekt Saale-Seitenkanal. Auch hier hatten die interessierten Bürgerinnen und Bürger jede Menge Fragen nach Vorgehensweise, Zustandekommen der Zahlen und der Wertung in der Kosten-Nutzen-Rechnung, die beim geplanten Saale-Seitenkanal einen Faktor von 2,3 ergeben hat. Riecken stellte sich den Fragen und Diskussionsbeiträgen der Einheimischen mit Bravour. So herrschte trotz mancher Meinungsverschiedenheit zu jeder Zeit eine offene und friedliche Atmosphäre.

Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS), sprach als Vertreter der an der Saale ansässigen Unternehmer zu den Gästen der Veranstaltung. Er verdeutlichte noch einmal die Transportpotenziale, die der Fluss birgt und die positiven Auswirkungen des Kanalbaus auf die gesamte Region.

„Insgesamt könnten über drei Millionen Tonnen Güter jährlich über die Saale transportiert werden, wenn sie ganzjährig nutzbar wäre“

unterstrich Sprinzek.

Mit ganz konkreten Gütermengen und Einsparpotenzialen durch das kostengünstige und umweltfreundliche Transportmittel Schiff erklärten die Vertreter der Getreide- und Agrarhandel Halle GmbH und der Schwenk Zement AG ihr Interesse an der Vollendung des Saaleausbaus. Der Schiffstransport würde in ihren Unternehmen Transportkosten - Einsparungen zwischen zwei und fünf Euro pro Tonne möglich machen. Gerade bei Massengütern wie Getreide, Zement oder Kies brächte das Standortvorteile in Größenordnungen. Und dies wiederum sei der beste Garant für die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region.

Die Unternehmensvertreter ernteten viel Beifall von den Bürgern aus Werkleitz und Tornitz.

„Für mich wurde zum ersten Mal greifbar, wie viel für die Unternehmen vom Fluss abhängt“

sagte ein älterer Bürger aus Werkleitz. So ging es wohl vielen Veranstaltungsteilnehmern an diesem langen Abend, an dem mehr als vier Stunden Gelegenheit war, sich über das Vorhaben Saale-Seitenkanal zu informieren und eine Meinung zu bilden.

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