Containerzugverbindung Hafen Halle - Hamburg

Donnerstag, 01. April 2004, 11:00 Uhr

Containerzugverbindung Hafen Halle - Hamburg

Hafen Halle: Neue Containerzugverbindung nach Hamburg gestartet

KV-Operator HCTO verbindet Saale- und Hansestadt

Halle (31.3.2004). Mit dem Durchtrennen des obligatorischen Bandes durch die Geschäftsführer der Hanseatic Container & Train Operators GmbH (HCTO) und der Hafen Halle GmbH ist die Containerzugverbindung Halle-Hamburg perfekt: Ab sofort verkehren pro Verkehrsrichtung dreimal wöchentlich Containerganzzüge der zwischen dem Hafen in Trotha und dem norddeutschen Seehafen.

HCTO-Geschäftsführer Jens Bülter unterstrich bei der Eröffnungsfeier:

"Wir tragen mit unserem Engagement dem verstärkten Trend zu Schienenverladungen und der guten Resonanz bei der Verladerschaft Rechnung."

Der Hafen Halle biete beste Voraussetzungen für den Erfolg der neuen Verbindung. Für Hafen-Geschäftsführer Gerhard Schneider ist die Aufnahme des Überseecontainerhinterlandverkehrs mit der Halle ein weiteres Indiz für den mit viel Engagement erarbeiteten Aufwind in Trotha:

"Erst vor rund zwei Wochen haben wir auf dem Hafengelände den ersten Spatenstich für eine Biodiesel-Produktionsstätte gesetzt. Jetzt erfährt der Standort durch die von HCTO initiierte Schienentransportverbindung nach Hamburg eine weitere Aufwertung der infrastrukturellen Attraktivität."

Die Hafen Halle GmbH werde weiterhin konsequent an der Ansiedlung hafenaffiner Unternehmen arbeiten. Die im Hafen getätigten Investitionen in die moderne trimodale Schnittstelle Schiene- Straße-Wasserweg zeigten jetzt die ersten Früchte.

"Mittelfristig wird auch die Saale ganzjährig als Transportweg zur Verfügung stehen"

ist sich der Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) Manfred Sprinzek, sicher. Mit der Eröffnung des Raumordnungsverfahrens zum Bau des Saale-Seitenkanals sei in den nächsten Monaten zu rechnen. Der rund 7,5 Kilometer lange Kanal zwischen Calbe und der Elbmündung soll das letzte Nadelöhr der ansonsten bereits für 1000-Tonnen-Schiffe nutzbaren Saale beseitigen.

"Dann stehen am Standort Halle-Trotha drei Transportalternativen zur Verfügung, die jeder Verlader nach eigenen Bedürfnissen zusammenstellen kann"

blickt Sprinzek in die Zukunft.

Montags-, Mittwochs- und Freitags starten um 19 Uhr die Ganzzüge vom Hafen Halle in Richtung Norden, zu den Seehafen-Terminals in Hamburg-Waltershof sowie Hamburg-Süd. Dienstags, Donnerstags und Samstags wird mit Abfahrtszeit 21 Uhr die Nord-Süd-Richtung bedient. HCTO, der private Container-Transportoperator im Schienenverkehr mit Sitz in den deutschen Seehäfen Bremerhaven und Hamburg, weitet damit sein Transportangebot beträchtlich aus: Bislang verkehrten die HCTO-Containerganzzüge lediglich dreimal wöchentlich zwischen den Seehäfen und den Inlandterminals in Beiseförth, Hof (Saale) und Zwickau Mit der neuen Verbindung zum Hafen Halle und außerdem nach Nürnberg, Frankfurt/Main sowie zu den neuen Container-Terminals in Kassel und Göttingen kann HCTO jetzt sieben Zielstationen mit einer jährlichen Stellplatzkapazität von zusammen knapp 180.000 TEU anbieten.

Weitere Informationen unter:
www.saaleverein.de
www.hcto.de
www.hafen-halle.de

Anschluss an die weite Welt
Ständige container-Bahnlinie nach Hamburg eröffnet

Lange wurde Halles Hafen belächelt. Zumeist war hier tote Hose, nichts los an den Kais, ein Hafenkran, der selten etwas zu tun hatte. Wendet sich nun das Blatt? Am Mittwoch sah man ein frohes Gesicht bei Hafen-Chef Gerhard Schneider. Er durchschnitt symbolisch ein blaues Plastikband - zur offiziellen Eröffnung der neue Container-Linie Halle-Trotha / Hamburg. Ein Anschluss an die weite Welt. Am Abend wurde im Hafen gefeiert.

Allerdings ist das zunächst ein Anschluss nur per Bahn. Denn es handelt sich um eine Schienenverbindung. Die Container werden im Hafen vom Zug auf Lastwagen gehoben oder umgekehrt."Schiffsumschlag könnte später hinzukommen", sagte Heinz-Joachim Sickert. Er ist einer von fünf Gesellschaftern der erst vor anderthalb Jahren gegründeten HCTO, Bremen. Das Firmenkürzel steht für Hanseatic Container & Train Operators GmbH. Auch im Logistikgeschäft dominiert Englisch.

Die Hamburger Kaufleute sind klug genug, einen Handel erst dann offiziell zu bestätigen, wenn alles perfekt ist. So wurde dem Termin am Mittwoch eine Testphase vorgeschaltet. Mehrere Züge hat man in den vergangenen Tagen bereits zwischen Trotha und den Terminals im Hamburger Seehafen hin- und herbewegt. Sickert zufrieden:

"Das hier ist der richtige Platz für den Container-Umschlag."

Was wird transportiert? Für Sickert nicht die Frage:

"Alles, was reinpasst in so einen Behälter. Wichtig sind nur das Gewicht und ob es sich um Gefahrgut handelt.

Die Züge selbst gehören nicht der HCTO, sondern der halleschen Transportfirma LTH. Die Hanseaten kümmern sich darum, dass etwas draufkommt und vor allem die diffizile Abstimmung mit Hamburg klappt. Ab Trotha geht es Montags, Mittwochs und Freitags um 19 Uhr los. Bis 17 Uhr kann im Hafen noch angeliefert werden. Am nächsten Morgen ist Ankunft in Hamburg. Von dort geht es jeden Dienstag, Donnerstag und Sonnabend wieder gen Halle. Hin- und herrangiert wird nicht viel. Der Zug fährt in den Trothaer Hafen, dann werden die Containern daraufgeladen und ab. Ohne Lokwechsel bis Hamburg.

Sickert: "Das ist effektiv." Er glaubt in Halle, "vor der Haustür von Leipzig", den idealen Standort gefunden zu haben. Leuna, Buna, Bitterfeld - da sei ohne Zweifel Transportbedarf. Die HCTO sucht jetzt noch Partner, die die Container per Lkw nach Trotha bringen und abholen. Hilfsweise lässt man erstmal Laster aus Bremen durch Halle fahren.

www.mz-web.de/artikel

"BILD"

01.04.2004

Halle - Grünes Licht für eine neue Container-Linie. Gestern startete der erste Zug vom Hafen-Halle Richtung Hamburg.

Das Unternehmen Hanseatic Container & Train Operators GmbH (HCTO) unterhält bereits vier Terminals in Deutschland, bringt von dort aus Frachtgut zu den Hochseehäfen. Von Halle aus vor allem drei Mal wöchentlich Chemie-Produkte. Die neue Niederlassung ist für Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt, "ein Beweis, dass der Hafen an Bedeutung gewinnt". Nach dem Bau des Saalekanals stünden in Trotha dann drei Transportalternativen zur Verfügung.

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