Der Torgauer Hafen bleibt Umschlagsplatz

Mittwoch, 21. März 2007, 21:33 Uhr

Der Torgauer Hafen bleibt Umschlagsplatz

Betreiber-GmbH investiert auch in diesem Jahr kontinuierlich weiter / Binnenhäfen an der Oberelbe konnten 2006 Güterumschlag steigern Torgauer Zeitung 21.03.2007

Torgau/Dresden (TZ/fl). Der Hafenverbund mit seinen sechs Binnenhäfen in Dresden, Riesa, Torgau, Decin, Lovosice und Roßlau an der Elbe hat seine bedeutende Stellung als Dienstleister der verladenden Wirtschaft und Logistiker weiter ausgebaut. Trotz der teilweise schlechten Wasserstände der Elbe konnten in den sechs Binnenhäfen im Jahr 2006 insgesamt 2,45 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen werden. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr 2005 einen Zuwachs von 130 000 Tonnen beziehungsweise eine Steigerung von über 5 Prozent.

Situation im Hafen Torgau
Für den Hafen Torgau war das vergangene Jahr von manchen Schwierigkeiten geprägt. So blieben die erwarteten Umschlagszahlen bei Schiffen deutlich unter den Erwartungen. "Exakt sind das 32 000 Tonnen, die wir wegen überhöhter oder zu niedriger Wasserstände nicht im Hafen Torgau umschlagen konnten", so Diana Lang, Pressesprecherin der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH. "Deshalb ist die Schließung des Hafens Torgau aber für uns überhaupt keine Option", machte sie deutlich. Auch personelle Veränderungen würden nicht notwendig. Innerhalb der sächsischen Binnenhäfen erfolge ein Ar-beitnehmeraustausch, um einen effektiven Einsatz zu gewährleisten. Das habe sich bewährt, so Lang. Vorgenommen wurde der Abriss eines alten Speichers im Hafen Torgau. Diese Fläche soll für Neuansiedlungen vorgehalten werden. Anfrage dazu liegen in Dresden bereits vor, ohne dass Diana Lang bereits Namen nennen wollte. Erfreulich nicht nur für die Geschäftsführung in Dresden, Torgaus Hafenleiter Michael Flögel ist nach längerer Krankheit wieder an Bord. In diesem Jahr konnten vor allem Wasserbausteine und Düngemittel im Hafen umgeschlagen werden. Instandgesetzt wird die Hafenbahnbrücke über den Schwarzen Graben, was eine Investition von rund 300 000 Euro erfordert. "Wir setzen auch in Zukunft auf den Gleisanschluss", machte Diana Lang deutllich.

Weitere 100 000 Euro gehen in die Verbesserung der Infrastruktur und Planungsleistungen. Konkret handelt es sich um einen Gebäudeabriss, Flächenbefestigungen und einen Flachspeicher unmittelbar am Kai. Immer mehr Unternehmen erkennen die Bedeutung der Häfen und nutzen die Schnittstelle der Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und Lkw für den Transport ihrer Güter. Eine deutliche Steigerung von über 46 Prozent war in diesem Jahr beim Güterverkehr per Eisenbahn mit 643 711 Tonnen transportierter Waren auf dem Schienenweg zu verzeichnen. Die noch im Jahr 2005 erreichte Steigerung per Binnenschiff konnte aufgrund langan-haltender Niedrigwasserperioden der Elbe, Hochwasser sowie Instandhaltungsrückstau nicht gehalten werden. "Unser größtes Problem ist der fehlende Laderaum bei Schiffen, da der Elbe die durchgängige Schiffbarkeit fehlt". stellte Diana Lang fest. Mit den jetzt vorgenommen Ausbauarbeiten an der Elbe wird der Fluss erst im Jahr 2010 wieder so hergestellt sein, wie vor der Jahrhunderflut im August 2002.

Dessen ungeachtet ist die Nachfrage der verladenden Wirtschaft nach Schiffsraum weitaus höher als das vorherrschende Angebot. Nach wie vor wandern Reederein in erträglichere Flussgebiete ab und beeinflussen dadurch die erheblichen Kapazitäten der Bundeswasserstraße Elbe negativ. Um diesem negativen Trend entgegenzuwirken, hat die SBO GmbH für den Gütertransport auf der Oberelbe das Gütermotorschiff "MS Diana" seit Dezember 2006 gechartert. Mit dem Binnenschiff wird Schrott der Firma Scholz Recycling von Dresden nach Magdeburg transportiert. Auf dem Rückweg wird Flussspat für die nahe Dresden befindliche Firma Fluorchemie Dohna mitgenommen. Für das Jahr 2007 ist es geplant, weitere Maßnahmen zur Erhöhung des Transportaufkommens auf der Elbe zu realisieren.

Ein zweifellos erfolgreiches Projekt auf der Elbe ist der Gütertransport von Containern und Projektladungen mit der 1995 ins Leben gerufenen Elbe-Container-Linie (ECL2000). Torgau spielt dabei bisher kaum eine Rolle. Zweimal wöchentlich verkehrt die Linie von Riesa über Aken und Magdeburg in den Seehafen Hamburg. Die mit der Containerlinie, aber vor allem auch mit der Ganzzugverbindung Albatros-Express ab dem Hafen Riesa (nunmehr fünf Abfahrten pro Woche) transportierten Container, trugen im Jahr 2006 wesentlich zum Erfolg des Hafenverbundes bei. Insgesamt wurden 25 112 TEU (Containereinheiten) umgeschlagen. Dies entspricht einer Steigerung von 11 068 TEU.

Eine wichtige Rolle beim Containertrans-port spielt der Seehafen Hamburg. Die Binnenhäfen im Hinterland profitieren von der Position Hamburgs als größter Containerhafen für den Handel mit China, Osteuropa und den Ostseeraum. Für die nächsten Jahre erwartet der Seehafen weitere Steigerungen im Containerbereich. Doch schon jetzt stößt der Seehafen Hamburg an seine Kapazitätsgren-zen und ist sich deshalb der hohen Bedeutung der Binnenhäfen als Hinterlandshub bewusst.

Dienstleister
Die Häfen Dresden und Lovosice haben sich als Dienstleistungsstandorte für den Umschlag von Schwer- und Projektladungen hervorragend entwickelt. Eine Vielzahl von Anlagen wie Turbinen, Windkrafttürme, Rotorblätter, Trafos, Anlagen, aber auch Generatoren und Maschinenteile wurden in diesen Häfen im Jahr 2006 umgeschlagen. Zu den Bestimmungsländern der Ladungen ge-hörten unter anderem Kuwait, Dubai, Syrien, Frankreich, Finnland und Belgien.

Für den Ausbau des Dienstleistungsangebotes investierte der Hafenverbund im Jahre 2006 in drei wichtige Projekte: Zum einen wurde der Bau einer Roll-on Roll-of Anlage an der Hafeneinfahrt be-gonnen. Die Fertigstellung ist im 2. Halbjahr 2007 geplant. Dann können Schwerlasten sowie Projektladungen problemlos und ohne teure Mobilkrantechnik auf das Binnenschiff umgeschlagen werden. Die dazu gehörende Montagehalle für die Komplettierung von Anlagen wurde bereits im März 2005 in Betrieb genommen

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)