„Die Binnenschifffahrt steht vor einer Renaissance“

Montag, 22. September 2008, 20:27 Uhr

„Die Binnenschifffahrt steht vor einer Renaissance“

PARLAMENTARISCHER ABEND DES SHV:

aus: DER OBERELBE H A F E N B R I E F Nr. 42 (3/2008)

Der bereits zum sechsten Mal vom SHV veranstaltete Parlamentarische Abend war am 29. August d.J. dem Thema “Die Elbe/Labe als mitteleuropäische Lebensader für Wirtschaft und Verkehr“ gewidmet und vereinte mit über 100 Teilnehmern Bundes- und Landtagsabgeordnete (CDU, FDP,SPD, DIE LINKE) mit Verantwortungs- und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Staatsregierung.

Im Vorfeld der Podiumsdiskussion im weißen Zelt am durch intensiven Umschlag von Projektladungen und Massengut belebten Kai des Alberthafens Dresden-Friedrichstadt nutzten die Teilnehmer gern die Möglichkeit zu einer Vorbesichtigung der Wanderausstellung „Labe/Elbe 2010“, welche durch die Kammerunion Elbe/Oder zwischen Prag und Hamburg auf die Wasserstraße gebracht wurde.
Im Dresdner Universalhafen konnten die informativen Schautafeln zur wachsenden Bedeutung von Elbeschifffahrt und Hafenumschlag sowie zur Umwelt verbessernden Unterhaltung des Flussbettes an einem extraordinären Ort betrachtet werden: im Inneren des am historischen Nordkai liegenden 755 t-Elbe-Schleppkahnes „Waltraut“, der mit seinen 11 Laderäumen und der rekonstruierten Eigner-Wohnkajüte sich selbst schon als Besucher-Glanzlicht
erwies.
Im von Staatssekretär Dr. Staupe überbrachten Grußwort des Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich, wurde das Bekenntnis zu einer leistungsfähigen Wasserstraße Elbe im Verbund mit Schiene und Straße bekräftigt und auf die Erfolghaftigkeit der durch den Freistaat getätigten Investitionen in die trimodalen Verkehrs-Schnittstellen Hafen Dresden und Hafen Riesa verwiesen.

Ministerialdirigent Dr. Bernd Rohde, Abteilungsleiter Verkehr im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, stellte sein in Übereinstimmung mit Staatssekretär Dr. Hartmut Mangold gestaltetes Grundsatzstatement unter das Motto: „Die Binnenschifffahrt steht vor einer Renaissance“, wobei diese Position zwar noch keineswegs eine Selbstverständlichkeit in weiten Teilen der öffentlichen und politischen Wahrnehmung wäre.
„Sie ist jedoch eine Selbstverständlichkeit für die Sächsische Staatsregierung“. Mit Verweis auf die erfolgte Modernisierung der sächsischen Elbe-Häfen Torgau, Riesa und Dresden im Umfang von ca. 67 Mio. € und die damit erreichte effiziente Verknüpfung aller drei Verkehrsträger (Schiff, LKW, Bahn) betonte Dr. Rohde weiter, dass damit für die Wirtschaftsunternehmen die spezifischen Vorteile der einzelnen Verkehre über die Häfen – die sich auch als Instrument der Wirtschaftsförderung bewähren – voll nutzbar sind. „Und deshalb haben
wir uns entschlossen, die Häfen in den kommenden Jahren weiter zu modernisieren und innovative Projekte im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung zu fördern.

Dafür stehen über 30 Mio. € allein für die sächsischen Häfen bereit.“
Damit diese Investitionen auch wirtschaftlich voll wirksam werden, ist die zügige Fortsetzung der in Gang gekommenen Unterhaltungs- und Reparaturarbeiten an der Bundeswasserstraße unabdingbar und wurde von der Sächsischen Staatsregierung bei Bundesminister Tiefensee mehrfach eingefordert. „Und wir haben die Zusage aus Berlin, dass die Arbeiten bis 2010 erledigt sind und Hamburg von Sachsen wirtschaftlich per Binnenschiff erreichbar ist. Von diesen Vorteilen profitieren dann auch unsere tschechischen Nachbarn, die mit ihren Schiffen ja auch Hamburg erreichen müssen.“
Kpt. Detlef Bütow, Geschäftsführer von mehreren sächsischen und schechischen Häfen (SBO und CSP), verwies ergänzend darauf, dass sein Unternehmen sich in den letzten Jahren nicht nur zum Gesamtlogistiker zunehmend entwickelt hat, sondern auch durch Kooperation mit Reedereien und Eigencharter von Schiffsraum Linienverkehre auf der Elbe sowohl für Container als auch für Massen- und Stückgut betreibt. Das Grundkonzept basiert auf dem Einsatz
von Schubverbänden, die die Zusammenladung verschiedener Güter ermöglichen.
Dabei gestattet die Verwendung von Schubleichtern gleichzeitig eine Kostenreduzierung, da sich das teuerste Equipment, die Schubboote mit ihren Besatzungen, fast ständig in Fahrt befinden. Die projektgesteuerte Abstimmung über Transport- und Ladedaten zwischen den Partnern sichert den reibungslosen Ablauf.
Kombiniert wird das Angebot durch die Möglichkeit, Schüttgüter in Transportbehälter zu verladen, wodurch Transportkosten minimiert und die Produkteigenschaften der Güter erhalten bleiben.
Dabei ist sich Kpt. Bütow sicher, dass die zielstrebig nunmehr in Gang gekommenen Reparatur-und Unterhaltungsarbeiten am Elbe-Flussbett auch dazu beitragen werden, den in den letzten Jahren in Größenordnungen von der Elbe/Labe in Tiefwasserbereiche abgewanderten Schiffsraum schrittweise zurückgewinnen zu können.

Galerien

Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

Aktuelles

Neuigkeiten per RSS Button

Saaleinfo Newsletter

Redaktion © VHdS e.V.
Grafik, Layout © 2005-2018 atnexxt – Agentur für Design und E-Business, Webdesign in Halle (Saale)