Die Entwicklung geht weiter steil aufwärts

Dienstag, 29. März 2005, 10:37 Uhr

Die Entwicklung geht weiter steil aufwärts

Aus "Binnenschifffahrt" Nr. 03-März 2005

Die Containerdienste im Elbegebiet verzeichnen eine wachsende Tendenz/Bei Niedrigwasser nutzt die Schifffahrt die Bahn

Entgegenden dauerhaft falschen Behauptungen der selbsternannten Umweltschützer nach dem Rückgang der Elbeschifffahrt verzeichnen die Containerdienste auf den Relationen im Elbegebiet weiterhin eine rasante Entwicklung. Die Elbe-Container-Linie der Deutschen Binnenreederei verbuchte mit 59.940 transportierten TEU ein neues Rekordergebnis.

Gegenüber unserer letzten Übersicht im Frühjahr 2003 haben sich die Umfänge der transportierten Container innerhalb von zwei Jahren nahezu verdoppelt. Natürlich sind die Binnenschifffahrtsanteile an den Containern an den rund 7 Mio TEU, die über Hamburg gehen, sehr gering. Im Jahre 2002 wurden knapp 20 000 TEU in beiden Richtungen über die Schleuse Geesthacht registriert. Im vergangenen Jahr waren es bergwärts 19.608 und talwärts 20.326 TEU, wie uns Karl Wilhelm Hinsch vom WSA Lauenburg zur Auskunft gab.

Aneinandergereiht würden diese 39 935 TEU ohne Zwischenräume eine Lkw-Schlange von 718 km ergeben, also etwa Prag-Hamburg. Im Januar dieses Jahres gingen 1.936 TEU bergwärts und 2.124 talwärts. Da der Januar ein relativ verkehrsschwacher Monat ist, könnte in diesem Jahr mit einer Menge um die 50 000 TEU gerechnet werden, die über Geesthacht gehen könnten.

Diesen Umweltnutzen der Binnenschifffahrt vergessen die selbst ernannten Elbeschützer geflissentlich zu erwähnen. Insgesamt ist die Zahl der durch die Häfen an der Elbe zum Transport gebrachten oder empfangenen Containerzahlen viel höher, weil die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO) und der Hafen Aken bei Niedrigwasser ihre Container mit privaten Bahndiensten in Ganzzügen auf den Weg bringen. Sehen wir uns die Elbehäfen im Einzelnen etwas näher an:

Verdoppelung bei den Sächsischen Binnenhäfen

Die SBO haben ihre tschechisch-sächsischen Häfen Decin und Lovosice an die Elbe-Container-Linie angeschlossen. Im vergangenen Jahr fertigten die beiden Hafenbetriebe 10.536 TEU ab, ein Jahr zuvor waren es noch 5.025 TEU, also Steigerung um das Doppelte. Für dieses Jahr wird eine weitere Verdoppelung der Containerzahl durch den Ausbau von Dienstleistungen im Bereich Schiene, Binnenwasserstraße und Straße erwartet. Auch zwischen dem neu hinzugekommenen Roßlauer Hafen wird eine eigene Linie von Roßlau zum Stahlwerk Riesa ab diesem Jahr betrieben.

Halle: Erweiterte Verkehrsverbindung

Am Mittwoch dem 5. Januar 2005 ist der erste Eingangszug der neuen Container-Zugverbindung Halle-Hamburg/Bremerhaven mit 81 TEU beladen im Hafen Halle eingetroffen. Damit ist der Hafen Halle, neben der Anbindung an den Überseehafen Hamburg, jetzt auch an den Überseehafen Bremerhaven angeschlossen.


Im Hafengelände des Trothaer Hafenswird als eines der wichtigsten Ansiedlerprojekte im Halleschen Hafeneine Biodieselanlage errichtet. Foto: VHdS

Montags,mittwochs und freitags starten die Züge ab dem Terminal Hafen Halle in Richtung Hamburg/Bremerhaven, jeweils dienstags, donnerstags und samstags aus beiden Überseehäfen Richtung Süden. Die Standardkapazität beträgt 86 TEU je Zug und Richtung.

Beladung eines Container-Ganzzuges im Hafen Halle-Trotha. Foto: VHdS
Mit dieser umweltfreundlichen Transportvariante, im Hauptlauf zwischen den Terminals per Schiene, steht dem mitteldeutschen Wirtschaftsraum eine ökologisch sinnvolle und „mautsparende“ Verkehrsanbindung an die beiden wichtigsten deutschen Überseehäfen zur Verfügung. Die Abholung/Zustellung der Container erfolgt mit einer modernen LKW-Flotte direkt beim Kunden in der Region.


Die Abholung/Zustellung der Container im Hafen Halle Trotha. Foto: VHdS

Diese neue und erweiterte Verkehrsverbindung ist ein „Gemeinschaftsprojekt“ von

  • W B T WEETS BAHN TRANSPORT GmbH, Emden
  • LTH Transportlogistik GmbH, mit Sitz im Hafen Halle und
  • Hafen Halle GmbH

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden bereits mehr als 2.250 TEU im Container Terminal Hafen Halle umgeschlagen.

Ansprechpartner in der Hafen Halle GmbH:

Wolfgang Wagner
Tel.:0345/53048-21,
Fax-10
wolfgang.wagner@hafen-halle.de
Karsten Slawik
Tel.: 0345/53048-11,
Fax-10
karsten.slawik@hafen-halle.de
Informationen auch unter: www.hafen-halle.de

Aken rüstete Schwerlastkran auf

Gingen in Aken im Jahre 2003 noch 4.907 Container auf Reisen, waren es im vorigen Jahr bereits 5.418 TEU, eine Steigerung um 12 %. Wenn das Niedrigwasser die Schifffahrt zur Einstellung zwingt, wird auf einen privaten Bahnanbieter zurück gegriffen.

Aken ist in Mitteldeutschland aber noch der wichtigste Umschlagplatz für Schwergüter und Projekttransporte. Hier leistete Aken in 2003 einen Umschlag über Kaikante von 7.442 t,im vorigen Jahr waren es bereits 8.391 t, also eine Steigerung um fast 13 %.

Insgesamt verließen im vergangenen Jahr 68 Schwerlasttransporte den Hafen. Keiner der in diesem Gebiet besonders aktiven selbsternannten Elbeschützer hat je gewürdigt, welche Entlastung die Binnenschifffahrt damit dem Straßenverkehr anheim tut.

Für noch schwere Lasten hat sich der Hafenbetrieb Aken seinen Schwerlastkran von Kirow Leipzig aufrüsten lassen. Die offizielle Inbetriebnahme findet im April statt, worüber wir selbstverständlich berichten werden.

MHG: 10 Millionen für Hanse-Hafen

Bei der Magdeburger Hafen GmbH (MHG) gingen 9.118 TEU über den Hafen gegenüber 7000 ein Jahr zuvor, was einer 30prozentigen Steigerungentspricht. Der im Vorjahr gestartete Hafen-Neubau in Magdeburg läuft auf Hochtouren. Bis jetzt sind fast 750 Meter Spundwand am Rothenseer Verbindungskanal geschlagen, die Aufträge für die Kranbahn und den modernen Portalkran vergeben. Insgesamt sollen in diesem Jahr rund 10 Millionen Euro für den künftigen Hansehafen ausgegeben werden.Nach Fertigstellung des Hanse-Hafens wird der Containerumschlag vom wasserstandsanfälligen Industriehafen wasserstandsunabhängig dorthin umziehen.

Haldensleben: Verdoppelung

Die UHH Haldensleben wird über die Börde-Container-Feeder-Linie bedient. UHH-Geschäftsführer Hergen Hanke spricht von je 5000 Containern, die von Hamburg gekommen bzw. nach Hamburg über den ESK zurückgegangen sind.Das sei eine Verdoppellung gegenüber dem Vorjahr und eine Vervierfachung gegenüber dem Jahr 2003, als man die Linie begann. Gefahren wird mit eigenen oder eingecharterten Schiffen. Die Steigerung werde sicherlich fortgesetzt, so Hanke, nicht nur, weil die LKW-Maut manches TEU auf die akquirieren müsse, da mancher Versender beziehungsweise Empfänger gar nichts von den Vorteilen des Transportsmit der Binnenschifffahrt wisse.

Braunschweig: Rasante Steigerung

Seit 1999 gibt es die Containerlinie Hamburg-Brausnschweig, die der Braunschweiger Hafen anfangs 1999 eröffnete und noch ein dreistelliges Jahresergebnis damals auswies. Fünf Jahre später sind es 33 000 TEU in 2004 gegenüber 20.000 in 2003, was einer Jahressteigerung von 37,5 % entspricht.

Nicht alle Container, die nach Braunschweig kommen oder von Braunschweig gehen, nehmen den Weg über Hamburg. Braunschweig wird auch mit einem Teil über die Weser aus Bremen und Bremerhavenversorgt.

Hannover: Stabiler Aufwärtstrend

Auch die Städtischen Häfen haben einen stabilen Aufwärtstrend zu verzeichnen.Per Binnenschifffahrt wurden im vergangenen Jahr 6.193 TEU transportiert, davon rund 4500 von und nach Hamburg und 1500 von und nach Bremerhaven.

In 2003 sind 4500 TEU gezählt worden, womit sich für 2004 eine Steigerung von 137,6 % ergibt. In der Kombination Schiene/Straße hat Hannover 15 000 TEU verladen. E.B.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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