Die Irreführungen des BUND in Sachen „Elbe“

Freitag, 03. Juli 2009, 13:47 Uhr

Die Irreführungen des BUND in Sachen „Elbe“

von Rolf Lack, Verein zur Förderung des Elbstromgebietes e.V., Niederlassung Magdeburg, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Magdeburg a.D.

Nachdem durch die Politik die Unterhaltungsarbeiten in der Zeit vom Hochwasser in  2002 bis 2005 untersagt waren, verzögerte sich die Erfüllung des Zieles, eine Fahrrinnentiefe von mindestens 1,60 m an 345 Tagen vorhalten zu können. Erst als die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe den Gegenbeweis lieferte, dass die laufende Unterhaltung des Flussbettes nicht Ursache des Hochwassers war, durfte wieder am Fluss gearbeitet werden. In diesem Zeitraum hat sich der bis dahin schon sehr gute  Unterhaltungszustand für die Elbe wieder verschlechtert. Also begann man 2005 erneut Buhnen und Deckwerke instand zu setzen und dort, wo ein Ausbau untersagt war, durch Baggerungen die Ziele bis zum Ende des Jahres 2010 zu erreichen.

Der BUND operiert seit einiger Zeit, zuletzt auf einer Veranstaltung am 23.6.09 in Magdeburg mit den Bundestagsabgeordneten Klimke, Petzold und Heinemann, mit der hier abgebildeten Tabelle. Sie  zeigt die Anzahl der Unterschreitungstage des  angestrebten Unterhaltungszieles im Jahr 2008 – allerdings ohne die Erklärung, dass 2008 ein extrem abflussarmes Jahr war und das Unterhaltungsziel einer Fahrrinnentiefe von mindestens 1,60 Meter bei Niedrigwasserabflüssen noch nicht auf allen Strecken erreicht ist. Herr Präsident Menzel erläuterte dazu: „Wasser kann die Wasser- und Schifffahrtsdirektion noch nicht herbei zaubern“. Aber nach der Herstellung der angestrebten Fahrrinnentiefe durch die Wasser- und Schifffahrtsdirektion und bei normalen jährlichen Abflussverhältnissen (kein einzelnes Jahr sondern ein statistischer Durchschnitt) wird das Unterhaltungsziel erreicht werden.

Beispiel: Inzwischen ist die Strecke 5 fertig gestellt. Somit müsste der Wert nicht 99 Unterschreitungstage betragen, sondern nur noch 20 Tage. Das gleiche gilt für alle übrigen Strecken. Nach Abschluss der grundsätzlichen Instandhaltungsmaßnahmen bis zum Jahr 2010 und bei weiterer kontinuierlicher Unterhaltung werden bei durchschnittlichen jährlichen  Abflussverhältnissen alle Werte bei kleiner/ gleich 20 Tagen liegen.

Zur Zeit kann eine Sandbank innerhalb einer Elbestrecke, an der noch nicht die Buhnen instandgesetzt sind oder gebaggert wurde, die Anzahl der Unterschreitungstage heraufsetzen. Aber es ist noch nicht das Jahr 2010 erreicht. Dann wird die richtige Tabelle bei durchschnittlichen jährlichen Abflussverhältnissen wie folgt aussehen:

Unterschreitungstage am 31.12.2010
Die Werte oberhalb 20 Unterschreitungstage sind gestrichen.

Diese Grafik entspricht dem Ziel, dass eine Fahrrinnentiefe von mindestens 1,60 m in den Strecken 2 – 9 an 345 Tagen vorhanden ist, in der Strecke 1 beträgt der Wert für  die Fahrrinnentiefe 1,50 m.

Der BUND interpretiert und „verkauft“ seine Tabelle als den zukünftigen Zustand mit der Botschaft, dass sich die Unterhaltungsmassnahmen, bzw. die Schifffahrt nicht lohnen.

Diese „Un-Logik“  findet man auch in der Stellungnahme des BUND vom 22.6.09 zur Wasser Rahmen Richtlinie (WRRL)  in den Feststellungen wieder. Ausgangspunkt all dieser Feststellungen ist die vom BUND propagierte o. g. Tabelle.

Bei dem Thema Klimaerwärmung wird nur auf die Ausarbeitung des Potsdamer Institut für Klimafolgeforschung verwiesen. Dass es auch noch andere Szenarien,  z. B. der Bundesanstalt für Gewässerkunde gibt wird verschwiegen. Ebenso wird verschwiegen, dass das Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Forschungsprogrammes KLIWAS intensiv die wissenschaftlichen Grundlagen der Klimafolgenforschung in Bezug auf Wasserstraßen und Schifffahrt  bearbeitet und Anpassungsstrategien entwickelt.

Ist das nun vom BUND Absicht oder Unkenntnis? Beides ist für sachliche Diskussionen nicht förderlich.

Vielleicht kann der Abteilungsleiter  Wasserstrassen im Bundesverkehrsministerium, Herr Bernd Törkel, bei einer gemeinsamen Paddelfahrt mit dem BUND auf der Elbe zwischen Dessau und Aken am 4.7.09 in einem klärendem Gespräch dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger durch den BUND nicht weiter mit Halbwahrheiten verunsichert werden.

Letztendlich findet die ökologische Abstimmung zu den Unterhaltungsmassnahmen zwischen den Unteren Naturschutz- und Wasserwirtschaftsbehörden, dem Biosphärenreservat und der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost im gegenseitigen Einvernehmen statt.

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