Die Schifffahrt auf der Saale hat Tradition

Freitag, 08. Februar 2008, 22:39 Uhr

Die Schifffahrt auf der Saale hat Tradition

PM des VHdS zum Abschluss der Ausstellung in der Neuen Residenz

Wenn heute die Ausstellung „Die Stadt am Fluss - Halle (Saale) und die Schifffahrt " in der Neuen Residenz zu Ende geht, dann erfüllt es den Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt e.V. mit Stolz, dass über 800 Menschen trotz der kurzen Ausstellungsdauer Interesse an diesem Thema zeigten. Zahlreiche Fragen und Hinweise zur Geschichte der Saaleschifffahrt und den Häfen in Halle zeugen von hoher Zustimmung für das Anliegen des Vereins.

 

Eine ganz besondere Freude machte dem Vereinspräsidenten Gisela Hintzsche von der Evangelisch-Reformierten Domgemeinde Halle: Sie übergab ihm die Kopie einer Urkunde, die belegt, dass bereits 1696 die Schiffbarkeit der Saale mit großem finanziellen Aufwand befördert wurde. Vier Jahre lang stellte Friedrich III., Markgraf zu Brandenburg, „dem Rat und Kanzler im Herzoglichen Magdeburg Gottfried von Jena für den Bau der Schleusen an der Saale von Trotha bis Calbe“ jeweils 46.000 Taler zur Verfügung.

 

Leider sind die Themen ‚Saaleausbau’ und ‚Schiffbarmachung’ heute längst nicht mehr so unumstritten wie einst.  In Halle, das zum einen auf eine tausendjährige Geschichte als Hafenstadt zurückblicken kann und zum anderen über einen ausgebauten Hafen verfügt, legte im vergangenen Jahr nicht ein einziges Binnenschiff an. Der Hafen Halle-Trotha ist derzeit attraktiver für die Bahn als für die Binnenschifffahrt, wobei der Containerumschlag – allerdings nur von der Straße auf die Schiene und umgekehrt – hier sogar noch höher ist als im Hafen Magdeburg an der Elbe.

In der heutigen Zeit, in der Klimaschutz nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern bittere Notwendigkeit ist, sollte man sich den Umstand zunutze machen, dass der Transport von Gütern auf dem Wasserweg umweltschonender ist als der auf der Straße. Entsprechende Transportverlagerungen sind ein wesentlicher Beitrag gegen den drohenden Klimawandel.

Wie vereinbart sich das mit den kontroversen Diskussionen an Elbe und Saale?
Nach vielen Jahren, in denen die Ausbauvorhaben an Elbe und Saale hoch emotional und wenig sachlich diskutiert und politisch bestimmt wurden, ist jetzt ein pragmatisches und vernünftiges Handeln von Politik und Verwaltung an der Tagesordnung. Die Vollendung des Saaleausbaus mit dem Schleusenkanal Tornitz wird in einem Raumordnungsverfahren bearbeitet und auch an der Elbe sind seit zwei Jahren erfreuliche Fortschritte erkennbar. Bis zum Jahre 2010 soll der Zustand wie vor dem Augusthochwasser von 2002 erreicht werden – mit einer Fahrrinnentiefe von 1,50 m (Grenze bis Dresden) bzw. 1,60 m unterhalb von Dresden bei Mittelniedrigwasser mit allerdings eingeschränkten Fahrrinnenbreiten. Die aktuelle Umsetzung der Maßnahmen erfolgt dabei auf der Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und gemäß den „Grundsätzen eines Fachkonzeptes der Unterhaltung“. Die derzeitigen intensiven Anstrengungen zur Instandsetzung stark zerstörter Buhnen und Deckwerke belegen, dass das Verkehrsaufkommen mit dem umweltfreundlichen Binnenschiff sofort steigt, wenn die Elbe gepflegt wird. Ein Rekordjahr können die Binnenhäfen an der Oberelbe 2007 vorweisen. Hier wurden so viele Güter umgeschlagen wie seit der Wende 1990 nicht mehr: 2,67 Mio. Tonnen – das sind neun Prozent mehr als im Jahr 2006. Die deutliche Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse auf der Elbe hat diesen Erfolg möglich gemacht. Hätte man die Güter auf dem Landweg transportiert, wären 35.920 Fahrzeuge nötig gewesen.

Schifffahrt auf der Saale gibt es seit 1152 und sie hat Tradition.
Der Hafen von Halle hat nur deshalb so wenige einlaufende Schiffe vorzuweisen, weil der Ausbau der Saale seit Jahren behindert oder blockiert wurde. Aktuelle Befragungsergebnisse zu den Potentialen der Saalschifffahrt ergaben ein Verlagerungspotential von 2,3 Mio. Tonnen. Diese umweltfreundlichen Transporte erhöhen gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der an der Saale angesiedelten Unternehmen.

Man spricht bei Flusslandschaften gern von "Kulturlandschaften" und vergisst dabei offenbar, dass diese auch gepflegt werden müssen - im Einklang mit dem Naturschutz. Elbe und Saale sollten gemeinsam in dieser Kulturlandschaft genutzt werden. Die durch den Menschen seit hunderten von Jahren geschaffenen Verkehrswege für den umweltfreundlichen Schiffsverkehr auf Elbe und Saale sowie die bezaubernden Landschaften entlang der beiden Flüsse zeigen, dass das geht.

Schifffahrt und Fluss, Wirtschaft und Natur schließen einander nicht aus, sondern gehören zusammen.

 

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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