Eine Reise «Mit dem Lauf der Elbe durch Anhalt»

Freitag, 27. Februar 2009, 11:29 Uhr

Eine Reise «Mit dem Lauf der Elbe durch Anhalt»

Otto Pötzsch hat mit seinem Buch eine schifffahrt- und heimatgeschichtliche Fundgrube geschaffen

mz-web.de 27.02.09  von HEIDI THIEMANN 

ROSSLAU/MZ. "Ab und zu zieht's mich noch aufs Wasser. Damit die Verbindung zur Elbe nicht ganz verloren geht." Otto Pötzsch, 1936 in der Schifferstadt Roßlau als Spross einer Schifferfamilie auf die Welt gekommen, hat gewiss eine besondere Beziehung zum Fluss. Und hat dieser Beziehung nun ein Denkmal gesetzt. Viel ist zwar schon über den Strom geschrieben und dokumentiert worden. Doch Otto Pötzsch hat eine Lücke gefüllt. Mit seinem Buch "Mit dem Lauf der Elbe durch Anhalt". Der Schiffer lädt ein, die Elbe von Coswig bis Dornburg zu bereisen und macht dabei immer wieder einen Stopp zum Landgang.

Großer Andrang bei Lesung

Und derart neugierig geworden auf das Buch, dessen erste Exemplare Weihnachten kursierten, barst bei Otto Pötzsch's erster Lesung am Mittwochabend der Versammlungsraum im Roßlauer Schiffbau- und Schifffahrtmuseum. Weshalb kurzerhand umdisponiert wurde: Alle zogen um in die Ausstellung selbst. Zwischen Schiffsmodellen, Steuerrad, Zeichnungen und Fotos stand nun Otto Pötzsch - umringt von gut 100 Zuhörern, die mangels Platz selbst auf der Treppe saßen oder angelehnt an Vitrinen den Worten des Schiffers lauschten.

Pötzsch nimmt den Leser / Zuhörer mit auf Fahrt, die am Elbkilometer 225,4 beginnt - oberhalb des Malbaums (Elbkilometer 226 und 227), der die alte Grenze zwischen Preußen und Anhalt dokumentiert - und am Elbkilometer 300 - in Nähe des Pretziner Wehrs - endet. 164 Seiten liegen dazwischen. Prall gefüllt mit Geschichte und Geschichten. Fast kein Stromkilometer, der nicht berichtenswert wäre. Das Schifffahrtsleben selbst spielt dabei eine wichtige Rolle. Was der Malbaum ist oder was die "Dreigroschenbuhne" erklärt er ebenso, wie er verrät, dass die Schiffer im "Schröderfrieden" (Forsthaus Rosenwiesche bei Wörlitz) gern ihren Bierdurst löschten. Auch wie die Schleppdampferbesatzungen mit Wäsche und Proviant versorgt wurden und was es mit dem geflügelten Wort der Fischerfrauen auf sich hat: "Ich erkenne meinen Mann an der Pfeife", lässt er nicht im Verborgenen.

Griebo, Coswig, Vockerode, Schlangengrube, Roßlau, der Wallwitzhafen, Leopoldshafen und Kornhaus, Industriehafen, Burg Raina, Aken, Steckby, Breitenhagen, Barby... In 19 Kapitel hat Pötzsch die Elbe in Anhalt aufgeteilt. Und in jedem Kapitel - illustriert mit einer fast hundertjährigen Stromkarte der Elbe - verbirgt sich eine wahre Fundgrube nicht nur für Schifffahrtsfreunde, sondern für heimatgeschichtlich Interessierte. Und macht Lust, die Orte selbst zu entdecken - und mit den Augen von Otto Pötzsch zu sehen: Vom Fluss hinüber aufs Land.

Viel Zeit in Archiven verbracht

Gut zwei Jahre hat der Schiffer viel an Land zugebracht, um all die Geschichten und Geschichte zusammenzutragen. Das Stadtarchiv und Museum in Coswig, das Heimatmuseum Aken, die Chronik von Barby, die Chronik der Stadt Roßlau und viele andere waren ihm dabei eine große Hilfe. Doch nicht nur Geschichte in Worten hat Pötzsch aufgearbeitet und zusammengefasst. Eine Reise wird auch immer begleitet von Bildern. Und so ist das auch "Mit dem Lauf der Elbe durch Anhalt" der Fall. Zahlreiche Bilddokumente aus dem eigenen Archiv, aber auch von Schifferkollegen und anderen nehmen den Leser mit auf die Elbreise und helfen, Erinnerungen zu wecken.

Dass die Erstauflage (250 Stück) bald vergriffen sein wird, das ahnt Otto Pötzsch nach Anfragen, die bis aus Holland kommen, und erst recht nach dem Andrang am Mittwoch. Kaum ein Käufer ließ sich eine Signatur des Buches entgehen.

Buchverkauf beim Autor Verkauft wird das Buch (15 Euro) direkt bei Otto Pötzsch. Er wohnt in der Ziegelstraße 51 in 06862 Roßlau, Tel. 034901 / 8 28 95. Zu haben wird es auch bei seiner nächsten Lesung sein. Die, freut sich Bibliothekarin Karin Weinmann, findet am 5. April, 14.30 Uhr, im Lesecafé der Roßlauer Ölmühle statt.

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