Einmalige Chance nicht verspielen

Mittwoch, 17. Dezember 2008, 08:20 Uhr

Einmalige Chance nicht verspielen

Leserbrief von Hans-Joachim Schmidt, Halle

Die Diskussion um den Saale – Kanal bei Tornitz wird mit großer Intensität und sehr emotional geführt. Dabei werden die Argumente zur Wirtschaftlichkeit des Projekts, die vermutlichen Kosten sowie die Umweltverträglichkeit zwischen Befürwortern aus Wirtschaft und Politik sowie dem Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt e.V. und deren Gegnern, „Grünen“ unter Regie des BUND, hin und her geschoben. Das Projekt selbst wird dabei erheblich verzögert.

Mir, als Befürworter des Schleusenkanals, der die Diskussion aufmerksam verfolgt – fällt auf, dass die Argumente der Kanalgegner und „Umweltschützer“ dabei schwächer werden und nicht glaubwürdig sind. Dafür werden sie immer lauter und bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit unterschiedlichsten „Verbündeten“ abgelassen. Zu nennen sind da Kirche, Bund der Steuerzahler und sogenannte „Gutachten“.

Leider verhält sich meine langjährige  und von mir geschätzte Tageszeitung, die Mitteldeutsche Zeitung, für mich und viele anderen Leser befremdend.Sie lässt manchmal Sorgfalt bei der Prüfung des Sachverhaltes, zumindest aber Neutralität, vermissen und nutzt ihre journalistischen Möglichkeiten nicht zu Gunsten dieses historischen Projekts für die Region aus!Sowohl bei der Platzierung der Beiträge als auch bei der Wahl von riesigen Balkenüberschriften und der  Wiedergabe von Inhalten kommt die Parteinahme für die Gegner des Kanalprojekts journalistisch einseitig zum Ausdruck.Von Überparteilichkeit und Unabhängigkeit meiner Zeitung kann hier ganz sicher keine Rede sein.

Jedoch vertrete ich die Meinung, dass die übergroße „schweigende Mehrheit“ der Befürworter einer Handvoll „Grüne“ Aktivisten nicht das Feld überlassen sollte!
Der wirtschaftliche und touristische Nutzen für unsere Region (egal welche Variante uns dem Planfeststellungsvorhaben hervorgehen wird) wird sehr groß sein und ist heute noch nicht in Zahlen zu erahnen. Das  wird aus ideologischen Gründen klein geredet.

Wer heute mit dem PKW nach Norden  fährt und sich jetzt schon an unendlichen LKW – Schlangen vorbei bis Magdeburg durchschlägt (wenn kein LKW quer steht), der weiß mit ein wenig Fantasie, was in 10 oder 20 Jahren auf den Straßen und Autobahnen los sein wird…
Jeder kleine Schritt, der jetzt – und nur jetzt – am Saaleausbau getan wird, um Transportgut von der Straße auf den umweltfreundlichen Wasserweg zu holen, ist eine sinnvolle ökologische und ökonomische Investition in die Zukunft von Halle, Bernburg und den hier ansässigen Partnern aus Industrie  und Landwirtschaft.

Das Projekt wertet die Region wirtschaftlich auf, macht sie aber auch für seine  Bewohner attraktiver und „bleibenswerter“. Das - im diesem Zusammenhang  wiederholte Argument  „Umweltschutz“ ist wichtig und berechtigt!  Aber hier sollte der Blick über  den Tellerrand auf die  Gesamtwirkung von Bau oder Ausbau des Kanals erlaubt sein.

Nicht nur die Flora und Fauna um Tornitz und Klein Rosenburg müssen geschützt werden, sondern auch die Menschen an den Straßen und Autobahnen (siehe „Katastrophe A 143“) Global gesehen wäre das ein kleiner Beitrag zur Verhinderung einer  Klima-Katastrophe.
Fledermäuse und Schmetterlinge sollen uns erhalten bleiben, aber auch der Eisbär hat ein Recht auf Leben!

 

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