Eis stoppt Frachtverkehr auf der Elbe

Donnerstag, 08. Januar 2009, 08:57 Uhr

Eis stoppt Frachtverkehr auf der Elbe

Noch ist die Elbenicht zugefroren. Die Eisschollen bereiten manchem Kapitän jedoch Probleme.

sz-online/Sächsische Zeitung, Donnerstag, 8. Januar 2009

Die anhaltende Kälte behindert den Schiffsverkehr auf der Elbe und könnte ihn jetzt sogar komplett zum Erliegen bringen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) erwägt für heute eine Sperrung des Flussabschnitts zwischen tschechischer Grenze undder Landeshauptstadt, später möglicherweise auch bis nach Riesa. Entschieden wird nach aktueller Wetterlage.

Laut Schifffahrtsamt ist derzeit schon etwa die Hälfte der Elbe mit Eisschollen bedeckt, der Schiffsverkehr wird dadurch erheblich behindert. „Wir fordern alle Schiffe auf, in die Schutzhäfen einzulaufen“, so ein WSA-Sprecher.

Dicke Eisschicht im Hafen

Das Problem: In den Häfen in Dresden, Riesa und Torgau hat sich bereits eine bis zu 15 Zentimeter dicke Eisschicht gebildet. „Die müssen wir brechen, sonst wird das An- und Ablegen problematisch“, sagte Mandy Seeliger, Sprecherin der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO). Friert die Elbe weiter zu, seien die Frachter auf die Schutzhäfen angewiesen.

Der SBO-eigene Eisbrecher „Alberthafen“ war deshalb gestern Vormittag bereits im Dresdner Hafenbecken im Einsatz, um die zentimeterdicke Eisschicht zu zerkleinern. Ende der Woche soll der Eisbrecher dann voraussichtlich nach Riesa auslaufen, um den dortigen Hafen zu befreien. Derzeit sei der Schiffsverkehr zwar noch möglich, durch die anhaltend niedrigen Temperaturen friere das Becken aber immer weiter zu. „Vor allem die Containerlinie nach Hamburg muss aufrecht erhalten werden“, sagte Mandy Seeliger.

Der Fährverkehr auf der Elbe musste bereits mancherorts unterbrochen werden. Fährbetreiber Michael Kramer legte seine beiden Linien in Niederlommatzsch und Coswig bereits gestern still. „Die Anleger frieren zu, die Eisschollen werden stündlich größer“, sagte Kramer. Das Risiko sei groß: Treffe eine Scholle die Schiffsschraube, würden die Boote manövrierunfähig. „Wir müssen warten, bis das Eis wieder verschwunden ist.“

Schiff am Steg angefroren

Auch der Autofährbetrieb in Pillnitz wurde gestern eingestellt. „Die Personenfähren fahren aber weiter“, sagt DVB-Sprecher Falk Lösch. Probleme gab es nur in Tolkewitz, wo der Fährbetrieb erst eine Stunde später starten konnte. „Das Schiff war am Steg angefroren und musste erst befreit werden. Zudem war die Ruderanlage eingefroren“, sagte Lösch weiter.

Der Dampferbetrieb auf der Elbe geht zunächst weiter. „Die Eisschollen stellen keine Bedrohung für die Schaufelräder dar“, berichtet Dampferchef Michael Lohnherr.

Zum letzten Mal kam der Dampferverkehr im Winter 1996/97 zum Erliegen. Damals bildete sich eine 20 Zentimeter dicke Eisschicht auf der Elbe. (mit dpa)

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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