Elbe bald fit für Schiffe mit höherem Tiefgang

Montag, 25. September 2006, 09:57 Uhr

Elbe bald fit für Schiffe mit höherem Tiefgang

verkehrsRundschau vom 12.09.2006

Hafen Hamburg: Antrag auf Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für Elb-Vertiefung gestellt

Hamburg. Hamburg kommt mit seiner Absicht, die Fahrrinne der Unter- und Außenelbe für Großcontainerschiffe und andere Großfrachtertypen zu vollziehen, einen weiteren Schritt voran. Die Hamburg Port Authority (HPA) und das Wasser- und Schifffahrtsamt Hamburg (WSA Hamburg) haben heute bei den zuständigen Planfeststellungsbehörden den entscheidenden Antrag gestellt, mit dem das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden kann. Verläuft alles glatt, dann könnte Anfang 2008 mit den Baggermaßnahmen im Flussbett begonnen werden. Ende 2009 könnte dann das Vorhaben abgeschlossen sein.

Im Kern des Projektes geht es darum, die Elbe von der Deutschen Bucht bis nach Hamburg fit zu machen für die zunehmend in Fahrt kommenden Schiffe mit Tiefgängen von 14,5 Meter. „Denn voll abgeladen können diese Schiffe nicht mehr in Hamburg abgefertigt werden", sagte Hamburgs Hafen- und Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU) vor der Presse in der Hansestadt. Er sei „sehr froh, dass der Antrag nun eingereicht ist".

Zu den wichtigen Trends im Elbe-Hafen gehört die deutliche Zunahme von Großcontainerschiffen jenseits der 8000-TEU-Grenze. 88 solcher Riesen wurden im aktuellen Berichtszeitraum registriert, während es im Jahr 2005 zusammen „nur" 85 Großfrachter waren.

Die Finanzierung für das rund 330 Millionen Euro-Projekt sei in trockenen Tüchern. Uldall sagte, dass der Bund „die Finanzierung des Fahrrinnenausbaus zugesagt hat". Die entsprechenden Mittel seien in der Haushaltsplanung berücksichtigt. An den Gesamtkosten wird sich die Hansestadt mit rund 100 Millionen Euro beteiligen.

Auch Hamburgs Hafenwirtschaft ist erleichtert und „begrüßt" die Antragstellung. Die Anpassung sei „eine unabdingbare Voraussetzung für die Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens", so Klaus-Dieter Peters, Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg (UVHH). Zugleich erinnerte er an die positiven Auswirkungen der letzten, 1999 abgeschlossenen Elbvertiefung sowohl für den Gesamtumschlag als auch für den Containerumschlag. Der legte seitdem jährlich im zweistelligen Prozentbereich zu auf immerhin acht Millionen TEU im Jahr 2005. Doch auch der Massengutbereich sei auf einen größeren Tiefgang angewiesen. So könnten derzeit Bulker mit 150.000 Tonnen Ladung Hamburg uneingeschränkt anlaufen. Peters: „Durch den Fahrrinnenausbau werden künftig 10.000 Tonnen mehr pro Schiffsanlauf möglich sein."

Auch in Bremerhaven geht es um die Fahrrinnenanpassung, und es geht voran. Während in Hamburg eine Gesamtstrecke von 120 Kilometer betrachtet werden müssen, sind es in Bremerhaven knappe 100 Kilometer. Der Antrag auf Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens wurde schon vor einigen Monaten gestellt. „Wir rechnen mit einem Planfeststellungsbeschluss 2007, doch auch die Maßnahmen selbst sollten noch im selben Jahr abgeschlossen sein", so Bremenports-Sprecher Rüdiger Staats zur VerkehrsRundschau-Online. Die Kosten werden auf rund 30 Millionen Euro beziffert. Staats: „Es geht darum, lediglich einige Buckel in der Fahrrinne abzutragen." (eha)

 

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