Elbe-Natur und Wirtschaft - Elbkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Elbe

Freitag, 03. Juli 2009, 13:27 Uhr

Elbe-Natur und Wirtschaft - Elbkonferenz der Arbeitsgemeinschaft Elbe

KEO-Newsletter Juli 2009

Jürgen Klimke, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft Elbe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hatte im Vorfeld der
Bundestagswahl zum 23. Juni 2009 Vertreter aus Politik und Wirtschaft nach
Magdeburg eingeladen. Gemeinsam mit Experten diskutierten Vertreter der Bundes-,Landes- und Kommunalpolitik entsprechend dem Konferenzthema "Elbe – Natur und Wirtschaft“ über die weitere Entwicklung der Elbregion im Hinblick auf wirtschaftliche Nutzung und Erhaltung des Ökosystems dieser Bundeswasserstraße.
Im Eröffnungsstatement verwies der Einlader insbesondere auf erhebliche Reserven der Elbe für den Container- und Schwerlastverkehr gegenüber den an
Kapazitätsgrenzen stoßenden Straßen und Schienen. Die Kostenvorteile bei einem möglichen 3-lagigen Containerverkehr auf der Elbe zwischen dem Seehafen Hamburg und den Binnenhäfen Magdeburg und Dresden liegen bei bis zu 40 Prozent und noch darüber hinaus beim Schwerlasttransport zum Beispiel von Generatoren und Windkraftanlagen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt zu den Nordseehäfen.


Landesverkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre hat sich für eine Ausweitung des
Schiffsverkehrs auf den Bundeswasserstraßen Elbe und Saale ausgesprochen, da das Binnenschiff das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist. Mit etwa 300 Millionen Euro ist in den letzten Jahren erheblich in die Infrastruktur der Häfen entlang der Elbe investiert worden. Es muss der Bundesregierung gelingen, die zugesagte Beseitigung der durch das Hochwasser im Jahre 2002 entstandenen Schäden bis Ende 2010 zu beseitigen.
Lubomir Fojtu, Direktor der Reederei CSPL und Präsident der tschechischen
Assoziation des Wassertransportes, erwartet im Vergleich mit den anderen EUMitgliedern auch für die Tschechische Republik mit der Elbe eine verlässliche
Binnenschiffsverbindung als Zugang der für den internationalen Handel wichtigen Weltmeeren. Bei einer Realisierung der geplanten Elbe-Maßnahmen in Tschechien und Deutschland könnten im Maximum jährlich 4 Millionen Tonnen Güter auf diesem Transportweg versandt und empfangen werden.

Das prognostizierte Aufkommen im Seehafen Hamburg im Jahre 2015 mit etwa 18 Millionen Standardcontainern wird bedingt durch die Weltwirtschaftskrise 2 bis 3 Jahre später erreicht.

Hamburg ist für Manfred Reuter, Direktor Internationale Angelegenheiten Hamburg Port Authority, künftig auf die Binnenschifffahrt angewiesen, da die Kapazitätsgrenze für Güterzüge in das südliche Hinterland 2015 erreicht sein wird. Zurzeit verlassen bereits pro Tag insgesamt 300 Züge den Hamburger Hafen. Transportkosten werden zunehmend zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor. Der Schubverband auf der Elbe ist hochflexibel und mit 108 Standardcontainern je Verband in Richtung Dresden im Vergleich zu 70 Containern je Zug preiswert. Unbedingte Voraussetzung für den Containerverkehr auf der Elbe ist im Rahmen der in Fernost Wochen vorher
beginnenden Transportwegbestimmung jedoch die Verlässlichkeit des Fahrplanes, da bei Abweichungen erhebliche Zusatzkosten anfallen.

Thomas Menzel, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost Magdeburg, bestätigte die Zielstellung, wonach im nächsten Jahr durch naturnahe Unterhaltungsmaßnahmen zwischen Hamburg und Dresden 1,60 Meter Fahrrinnentiefe an 345 eisfreien Tagen erreicht und damit seit September 2008 praktizierte Container-Fahrplanverkehre weiter stabilisiert werden können.
Im Übrigen ist die Stadtstrecke Magdeburg nicht mehr das Nadelöhr in Richtung
Dresden, was auch der von Manfred Sprinzek, Präsident des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt Halle, gegenüber der Bundesregierung geforderten unverzüglichen Vollendung des Ausbaus der Saale zugute käme.

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