„Die Elbe ist unser Kultfluss“,

Donnerstag, 03. Dezember 2009, 13:01 Uhr

„Die Elbe ist unser Kultfluss“,

Elbe–Papst in Neu Darchau

Leserbrief zum Artikel „Die Elbe ist unser Kultfluss“, EJZ vom 27. November 2009.

Seit die Naturschützer in den vergangenen Jahren die Elbe für sich entdeckten und beanspruchen (unser Kultfluss!), werden regelmäßig in allen Medien einseitige Berichte und Meinungen von WWF, BUND, NABU etc. veröffentlicht. Kritik oder andere Meinungen, selbst von Fachleuten, Fehlanzeige. Nun auch noch der von Medien und Politik zum Elbe-Papst hochstilisierte Herr Dörfler hier direkt vor Ort! Dabei deutet der Begriff Papst ja eher auf Glauben denn auf Wissen hin. Und in der Tat, Herr Dörfler verbreitet seine Ideen, wie seit Jahren schon, immer wieder mit sektiererischem Eifer, begleitet von prosaischen Worten wie: Elfen, Eistörtchen und Steinigen. Nach meinem Verständnis ist es nicht Aufgabe der gewählten Volksvertreter, anderen (nicht gewählten) Vertretern bestimmter Interessengruppen ein derartig breites Forum zu gewähren. Ebenso könnten dann Vertreter der Binnenschiffahrt oder der Hamburger Hafenwirtschaft zu Wort kommen. Dann wären andere Töne zu hören und so manchem würden die Augen geöffnet.

Stattdessen beschließt die Politik, dass der Mensch für den Klimawandel verantwortlich ist, verzichtet aber andererseits in der Elbe-Erklärung von 1996 ohne Not weitgehend auf einen umweltverträglichen Transport und macht sich damit lächerlich und unglaubwürdig. Trotz dieser Elbe-Erklärung ist und bleibt die Elbe eine Bundeswasserstrasse und hat auch andere Aufgaben zu erfüllen, als Herrn Dörfler zu dienen. Die Politik ist hier im Interesse aller verpflichtet, die Weichen für eine vernünftige Verkehrspolitik zu stellen und nicht in Mittelmäßigkeit zu erstarren. Die in schöner Regelmäßigkeit von den Naturschützern verhöhnten, geringen Transportmengen auf der Elbe sind durch ihre Blockade jeglicher Sanierung selbst verursacht, unterstützt von einseitigen Politikern. Es könnte wesentlich mehr sein. 

Ich sehe aus dem Fenster, und eben fährt eine Schubeinheit mit 65 Containern vorbei. Macht 65 Lkw, mal rechnen, meine Herren! Die Anwohner der B 248 im Landkreis können ein Lied davon singen, die EJZ berichtete kürzlich darüber. Viele Elbanlieger, die wie ich selbst, schon seit Generationen an der Elbe wohnen, lassen sich von Herrn Dörfler eben nichts vormachen. 

Also, Herr Dörfler, schauen Sie weiter träumerisch auf die Elbe. Störenden Lkw-Verkehr gibt´s bei Ihnen anscheinend (noch) nicht, und vielleicht kommen im Winter mal wieder ein paar Eistörtchen vorbei.

 Günter Hölzer, Schutschur

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