Elbe-Statistik straft den BUND Lügen: 2007 war ein Rekordjahr

Dienstag, 29. April 2008, 19:23 Uhr

Elbe-Statistik straft den BUND Lügen: 2007 war ein Rekordjahr

Mutter Natur löste die Hausausaufgaben der Politik

INFORMATIONEN DES BUNDESVERBANDES DER DEUTSCHEN BINNENSCHIFFAHRT
NR. 1, 2008 - REPORT

Stabile Wasserstände bewirkten ein Rekordjahr auf der Elbe. Nach Angaben der
Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost entsprach die an der Schleuse Geesthacht
bis September registrierte Gütermenge mit mehr als 7 Millionen Tonnen der Zahl
des Vorjahres im gleichen Zeitraum, doch nahmen dabei die Fahrten elbaufwärts um fast 5 Prozent zu.

An der für Verkehre in Richtung Brandenburg und Polen bedeutenden Schleuse Hohenwarthe am Wasserstraßenkreuz Magdeburg stieg die beförderte
Gütermenge zwischen Januar und September 2007 um 8 Prozent auf fast 2,5 Millionen Tonnen. Die Schleuse Rothensee passierten sogar 4,7 Millionen
Tonnen, ein Plus von 34 Prozent.

In den Häfen an der Oberelbe, Dresden, Riesa, Torgau, Roßlau Sachsen-Anhalt),
Decin und Losovice (Tschechien) wurden 2007 insgesamt rund 2,7 Millionen
Tonnen Güter umgeschlagen. Das sind rund 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Das
sei das beste Ergebnis seit 1990, teilte der Hafenverbund an der Oberelbe mit.
Diese beeindruckenden Zahlen sprechen eine klare und eindeutige Sprache:
Wenn die infrastrukturellen Voraussetzungen gegeben sind, entwickelt sich
der Verkehr auf der Wasserstraße und kann den dringend notwendigen Entlastungseffekt für Fernstraße und Schiene zeitigen. Die Zahlen widerlegen außerdem eindrucksvoll das Lügengebilde eines Ernst-Paul Dörfler, der als selbsternannter „Elbe-Experte“ des BUND bis heute beharrlich in den Medien die offensichtlich falsche Behauptung verbreitet, ein Ausbau der Elbe lohne nicht, da es dort ja gar keine Nachfrage nach Gütertransporten mit dem Binnenschiff gebe.
Statt sich mit Aktionen à la „Fackeln für die Elbe“ selbst in Szene zu setzen,
wäre es an der Zeit, sich endlich mit den aktuellen Daten und Fakten an der Elbe zu befassen.

Die Deutsche Binnenreederei AG (DBR) beförderte auf der Elbe bis Ende
Oktober 76,5 Prozent mehr Schwergüter und Projektladungen als im Vorjahr.
Die Elbe-Container-Linie des Unternehmens zwischen Hamburg, Magdeburg,
Aken und Riesa konnte bei dem Güterdurchsatz während der ersten drei
Quartale 2007 einen Zuwachs um mehr als 25 Prozent vermelden. Für das Gesamtjahr werden mehr als 100.000 TEU erwartet. „Mutter Natur hat dieses Jahr die Hausaufgaben der Politik gelöst“, erklärt Robert Baack, BDB-Vizepräsident und Sprecher des Vorstandes der DBR im Hinblick auf die seit Jahren verschleppten Baumaßnahmen an der Elbe.

Sechs Jahre ist die Jahrhundertflut an der Elbe nun her, doch bis heute ist
an dem Fluss nicht einmal der Zustand wiederhergestellt, wie vor der Flut im
Sommer 2002 herrschte. Immerhin erklärt aber mittlerweile auch die Bundesregierung öffentlich, dass auf der Elbe erheblich mehr Güterverkehr
erfolgen würde, wenn die Ausbauverhältnisse dies zuließen. „Das derzeitige
Verkehrsaufkommen mit etwas mehr als einer Million Tonnen kennzeichnet
nicht die möglichen Potentiale für eine wirtschaftliche und ökologisch
verträgliche Nutzung der Elbe durch die Binnenschifffahrt“, erklärte die Bundesregierung Anfang diesen Jahres in einer etwas gedrechselten Formulierung auf Anfrage der Opposition (BT-Drs.16/ 7818).

Der BDB hat längst die Bedeutung der Elbe als internationale Wasserstraße
erkannt und setzt sich auf nationaler wie internationaler Ebene für einen
effektiven Ausbau unter Berücksichtigung der ökologischen Belange ein. So
fand Anfang Januar im Haus Rhein in Duisburg ein Spitzengespräch zwischen
dem Präsidenten des tschechischen Binnenschifffahrtsverbandes AVP, Lubomir Fojtu, und dem BDB-Präsidenten, Dr. Gunther Jaegers, statt.
Beide Präsidenten betonten, dass die Elbe ein erhebliches Potential hat, um
die Verkehrsträger Schiene und Fernstraße im Seehafenhinterlandverkehr
weiter zu entlasten. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf die beständig
ansteigenden Gütermengen in Europa und die prognostizierten Wachstumsraten im Containerbereich im Seehafen Hamburg. Voraussetzung sei jedoch, dass sich die Elbe sowohl im deutschen wie auch im tschechischen Staatsgebiet in einem Ausbauzustand befindet, der den betriebswirtschaftlich sinnvollen Einsatz von Binnenschiffen ermöglicht.
„Das deutsche Binnenschifffahrtsgewerbe unterstützt ausdrücklich die Forderung der tschechischen Kollegen, die Elbe zwischen Usti nad Labem und
deutscher Staatsgrenze durch stauregulierende Maßnahmen und ökologischen
Ausgleich zu ertüchtigen.
Ziel muss sein, die Elbe als einen verlässlichen und damit planbaren Gütertransportweg zu etablieren.“, erklärte BDBPräsident Dr. Gunther Jaegers.

Nach dem Treffen wand sich der BDB mit einem entsprechenden Brief an die tschechische Regierung und wies auf die Bedeutung der Elbe als internationale
Wasserstraße hin. Der tschechische Minister für Verkehrswesen, Ales Rebícek,
teilte in seinem Antwortschreiben mit, dass sein Ministerium bereits an dem
Vorhaben Elbausbau arbeitet und die bessere Schiffbarkeit des Elbabschnitts
vor der deutschen Grenze mittels Errichtung einer Staustufe in Decín erreicht
werden soll; im Rahmen der Planungsarbeiten werde derzeit eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt.
„Letzte Hoffnung Binnenschifffahrt“, unter dieser Überschrift sind in der DVZ
Deutsche Logistik-Zeitung vom 17. April 2008 sehr eindrucksvoll die Möglichkeiten und Potenziale der deutschen Seehafen- Hinterlandverbindungen per Binnenschiff beschrieben worden. Kernaussage dieses äußerst lesenswerten Beitrags, der mit einigen Zahlen und Beispielen aus der verladenden Wirtschaft versehen ist: Die Infrastruktur muss angepasst und ausgebaut werden, damit die Haupthindernisse der Binnenschifffahrt - eingeschränkte Durchfahrtshöhen bei Brücken, zu kleine Schleusenkammern, zu geringe Fahrrinnentiefen - beseitigt werden.

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