Elbe wird kein Rinnsal

Donnerstag, 06. Oktober 2005, 11:54 Uhr

Elbe wird kein Rinnsal

Elbe-Report Magdeburg vom 25.09.2005

Bundesanstalt legt Studie vor/ Grüne kritisieren Arbeiten

Schönebeck (me). Die Elbe ist höchst unzuverlässig. Mal führt sie viel zu viel Wasser mit sich, mal viel zu wenig. Darunter zu leiden hat insbesondere die Binnenschifffahrt. Vor allem in den Sommermonaten fällt der Wasserstand auf eine Höhe, die den Frachtentransport zeitweise unmöglich macht. Niedrigwasserperioden gab es immer schon. Sie werden aber aufgrund der Klimaveränderungen zunehmen, sagen die Fachleute vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Stimmt so nicht, sagt die Bundesanstalt für Gewässerkunde mit Sitz in Koblenz am Rhein. Sie hat jetzt im Auftrag des Bundesverkehrsministerium eine Studie vorgelegt. „Untersuchungen des Einflusses von Klima und Landnutzungsänderungen mittels statistischer Niedrigwasseranalyse“, so der griffige Titel.

In Augenschein genommen wird darin auch die Elbe.

Fazit: Der Fluss führt keineswegs immer weniger Wasser mit sich, der Durchfluss sei in den vergangenen Jahren vielmehr größer geworden. Der Eindruck einer Zunahme von Niedrigwassern täusche also. Für ausreichend Zufluss würden das Riesengebirge, sprich die dort niedergehenden Niederschläge und die Talsperren auf tschechischer Seite sorgen. Denn auch das ist gemessen worden: Im Vergleich zum Flachland fällt seit Jahren in den Mittelgebirgen mehr Regen.

Die Ergebnisse sind Wasser auf die Mühlen der Befürworter einer Elbe als moderner Wasserstraße. Eine Unterhaltung des Flusses mit Strombauten wie Buhnen und die Sicherung einer Fahrrinne durch regelmäßiges Ausheben abgelagerter Sedimente sei nötig, heißt es seitens der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost.

„Mit Empörung“ haben jedoch die Bündnisgrünen in Sachsen-Anhalt auf die wieder aufgenommenen Bagger-Arbeiten an der Elbe reagiert. „Erst im Frühjahr hatte die EU-Kommission darauf hingewiesen, dass diese Maßnahmen gegen geltendes EU-Recht verstoßen“, so Landesvorsitzender Ralf-Peter Weber. Es sei unverfroren, mit der Steinigung der Elbe fortzufahren. Weber kritisierte die Tatenlosigkeit der Landesregierung und forderte sie auf, diese Maßnahmen sofort zu untersagen.

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Historie und Gegenwart - Bildimpressionen von Matthias Pusch

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