ElbePort-Saison beginnt

Sonntag, 14. März 2010, 21:40 Uhr

ElbePort-Saison beginnt

PRIGNITZ / BRANDENBURG

SVZ.DE  10. März 2010 | von Barbara Haak

WITTENBERGE - Mit 1000 Tonnen Biodiesel an Bord legte gestern Mittag das Tankschiff "Miriam" von dem neuen Anleger in Wittenberge Süd ab, wo es mit dem Kraftstoff beladen worden war. Die Fahrt geht Richtung Hamburg. Die Fracht ist für einen Großkunden bestimmt. Mit der "Miriam" kann das auf der Hafenspitze in Süd ansässige Unternehmen Biodiesel nach den Worten von Vertriebsleiter René Kotysch jetzt die kontinuierlichen Schiffstransporte aufnehmen. Die Schleusen seien mittlerweile wieder eisfrei und die Kanalsysteme damit befahrbar.

Wie sich der Umschlag übers Wasser für die Biodiesel-Firma gestalten wird, hänge letztlich von den Anforderungen der Kunden ab, sagt der Vertriebsleiter. Kotysch will sich deshalb auch noch nicht auf genaue Verladezahlen festlegen. Auf jeden Fall könne man nun je nach Bedarf per Wasser, Schiene oder Straße Biodiesel umschlagen. Die 1000 Tonnen Kraftstoff an Bord der "Miriam" würden - auf der Straße transportiert - 400 Tanklaster bedeuten.

Betreiber des neuen Hafens am Industriegebiet Wittenberge ist die ElbePort Wittenberge GmbH. Die Gesellschaft geht davon aus, in diesem Jahr zwischen drei und fünf Mitarbeitern einstellen zu können. Das sagt Heinrich Ahlers, einer der beiden Geschäftsführer der Wittenberger Hafenbetriebsgesellschaft vor dem Hintergrund der für 2010 avisierten Investitionen. Ahlers ist sich sicher, dass "wir in diesem Jahr auf jeden Fall drei Millionen Euro in den neuen Hafen investieren werden, um ihn ordentlich zum Laufen zu bekommen". Flächen seien zu befestigen, Gerätschaften wie Gabelstapler und Kran für den Hafenbetrieb unabdingbar. Denn neben dem Umschlag von Flüssiggütern soll perspektivisch über den zweiten in Bau befindlichen Anleger auch der Umschlag von Stückgut, Schwergütern und Containern abgewickelt werden. Die Schaffung von Lagerkapazitäten hänge von Aufträgen ab. Ahlers ist zuversichtlich, dass "der Hafen sich in den nächsten Jahren kontinuierlich entwickelt" und leitet das aus dem Standortvorteil ab, den man beispielsweise gegenüber dem Magdeburger Elbhafen hat, wenn es um die Strecke nach Hamburg geht. Von Magdeburg aus benötige man doppelt so lange, das könne entscheidend sein, "wenn wir über ein Leer containerdepot nachdenken". Mit kurzen Wegen könne man logistisch schneller reagieren. Mit dem Aufbau eines von der ElbePort selbst betriebenen Lagers will die GmbH in diesem Jahr aber auf jeden Fall noch warten.

"Wichtig ist für das Hafengeschäft", dass die Anbindung von Wittenberge an die A 14 so bald wie möglich kommt", macht Ahlers Druck auch Richtung Politik für schnelle Entscheidungen.

Anlässlich der Einweihung der Autobahnverlängerung A 14 oberhalb von Schwerin im Dezember hatten Vertreter des Regionalen Wachstumskerns Perleberg-Wittenberge-Karstädt (RWK) Verkehrsminister Peter Ramsauer kurz sprechen können. Sie machten auf die Dringlichkeit der A 14 für die Prignitz aufmerksam. Eine Antwort zum möglichen Baubeginn erhielten sie laut RWK-Koordinatorin Annett Jura vom Bundesminister nicht.

 

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