Elbeunterhaltung – Etappenziel geschafft?

Sonntag, 15. Februar 2009, 12:21 Uhr

Elbeunterhaltung – Etappenziel geschafft?

Baudirektor Bärthel, WSD – Ost in der IHK Magdeburg

Am 12. Februar hielt Herr Baudirektor Bärthel, WSD – Ost in der IHK Magdeburg einen Vortrag über den Stand der Unterhaltungsarbeiten an der Elbe.

Das Ziel dieser Arbeiten ist eine Wassertiefe von mindestens 1,60 m und mehr an 345 Tagen zu gewährleisten. Die Reeder und Hafenbetreiber erwarten, dass mit Ende des Jahres 2010 diese Qualität des Transportweges Elbe vorhanden ist und stabil und nachhaltig gewährleistet wird. Letztendlich hängen Investitionen und Arbeitsplätze an diesen Zielen.

Eingeladen hatten die IHK Magdeburg (Herr Zander) und der Verein zur Förderung des Elbstromgebietes (Herr Lack) alle Vereine, Behörden, Hafenbetriebe und Wasserbaufirmen, die auch schon an der Imagekampagne Labe-Elbe 2010 mitgewirkt haben.
Für die 6903  Buhnen sind umfangreiche Abstimmungen mit Bundes- und Landesbehörden vorgenommen worden. Eine wichtige Aussage ist, dass alle Unterhaltungsmassnahmen hochwasserneutral sind.

Zwischendurch versuchte der BUND  durch ein FFH Verletzungsverfahren die Unterhaltungsarbeiten im Raum Dessau zu stoppen, aber auch in 2. Instanz erkannte das OLG Magdeburg ein Beteiligungsrecht bei Unterhaltungsmassnahmen für den  BUND nicht an.

Die noch nicht sanierten schwer geschädigten Buhnen (Schadensbild 3 und 4) werden in 2009 (140 Buhnen) und in 2010 (180 Buhnen) instandgesetzt. Dabei müssen die Bauwasserstände der Elbe den Absichten keinen Strich durch die Rechnung machen. Bei höheren Wasserständen kommt man an die Buhnen nicht heran, aber die Steine werden herantransportiert und  auf Vorrat in der Nähe der Buhnen deponiert, um bei niedrigen Wasserständen die Reparaturen vornehmen zu können.
Neben den Unterhaltungsarbeiten an Buhnen und Deckwerken finden auch Baggerungen statt, um an lokalen Stellen die Untiefen zu beseitigen. An eine durchgehende Baggerung der Elbsohle war nie gedacht. Sorgen bereitet den Wasserbauern die Sohle durch Baggerungen stabil zu halten in den Reststrecken bei Dömitz und Coswig.
Ursprünglich war in diesen Abschnitten auch die Verlängerung der Buhnen vorgesehen. Mit diesen Bauwerken hätte sich der Fluss selbst auf Tiefe gehalten. Diese Maßnahmen kamen aber durch die deutsche Teilung nicht mehr zur Ausführung. Um einen schnelles Handeln für notwendige Baggerungen zu gewährleisten, hat die Verwaltung zusätzliche Schwimmgreifer in Auftrag gegeben. Zum Teil sind diese inzwischen auch geliefert worden. Auch die Erosionsbekämpfung im Bereich Torgau wird weiter voran gebracht. Eine Projektgruppe begleitet dieses Vorhaben.

Einen wichtigen  Hinweis gab Herr Bärthel in Bezug auf den Klimawandel. Nach den vielen verschiedenen Szenarien über  die möglichen Folgen hat die Bundesregierung die Deutsche Anpassungsstrategie zum Klimawandel auf den Weg gebracht. Namhafte Institute und Fachbehörden
(u. a. BAW und BfG) sind eingeschaltet. Eines der erklärten Ziele ist, der Binnenschifffahrt durch geeignete Maßnahmen die benötigten Wassertiefen zu sichern. Es bleibt abzuwarten, was bei den kommenden Informationsveranstaltungen hierzu veranlasst wird.

Als Ergebnis der beabsichtigten Unterhaltungsmassnahmen in den beiden Jahren 2009 und 2010 kann man davon ausgehen, dass das Klassenziel erreicht wird. Wasserbau ist keine exakte Wissenschaft, der Umgang mit den Naturkräften lässt sich nicht immer vorherbestimmen. Hauptsache, die Schifffahrt hat immer die Handbreit Wasser unterm Kiel.

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