Elbschifffahrtstag 2006 fordert barrierefreie Elbe-Wasserstraße

Montag, 11. September 2006, 11:43 Uhr

Elbschifffahrtstag 2006 fordert barrierefreie Elbe-Wasserstraße

Pressemitteilung Verein zur Förderung des Elbstromgebietes e.V.

5,8 Mio. t mehr Güter auf der Oberelbe zu erwarten

Riesa, 8. September 2006. Der Elbschifffahrtstag 2006 in Riesa fordert die Bundesregierung auf, zügig für eine barrierefreie Elbe-Wasserstraße zu sorgen. „Es ist offensichtlich, dass die Leistungsfähigkeit einer Wasserstraße nur so gut sein kann wie die Leistungsfähigkeit ihres schwächsten Gliedes. Derzeit ähnelt die Binnenschifffahrt auf der Elbe eher einem Hinder­nislauf“, so Dr. Eberhard Hirsch, langjähriger Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes e.V., vor 150 Vertretern aus elbanliegenden Unternehmen, Kommunen, Ländern und Verbänden. Ein aktuelles Gutachten der LUB Consulting GmbH in Dresden weist nach, dass auf der Elbe zwischen Geesthacht und der Tschechischen Republik jährlich 5,8 Mio. t mehr Güter transportiert werden könnten, wenn die Elbe ausreichend Wasser führe. Hirsch beklagte laut, dass die Binnenschifffahrt bis 2010 warten solle, bis der Bund alle Hochwasserschäden aus 2002 am Flusslauf repariert habe, während die Zerstörungen an Land schon längst beseitigt seien.

Zur Untersuchung der Möglichkeiten, die Elbe stärker zur Entlastung der Straße und Schiene nutzen zu können, hat der Verein zur Förderung des Elbstromgebietes e.V. bei der Dresdner LUB Consulting GmbH ein Gutachten in Auftrag gegeben. Darin wird aufgezeigt, dass bis 2015 jährlich 5,8 Mio. t zusätzlich mit dem umweltfreundlichen Binnenschiff befördert werden könnten, wenn der Fluss ganzjährig mindestens 1,60m Wassertiefe hätte. Besonderen Anteil daran hätte der stark wachsende Containerumschlag im Hamburger Hafen. Auch bessere Schifffahrtsbedingungen auf der Saale würden die Binnenschifffahrt beflügeln.

Eine barrierefreie Elbe-Wasserstraße mit eine Mindest-Fahrrinnentiefe von 1,60m auch in Niedrigwasserperioden ist ohne negative Auswirkungen auf das Ökosystem des Flusses möglich. Neben einer schnellen Reparatur aller Flutschäden an den Strombauwerken sind die Abschluss- und Restarbeiten bei Magdeburg, Dömitz und Torgau zügig zu vollenden. Insbesondere die lediglich 13 km lange Reststrecke bei Dö­mitz schränkt die Leistungsfähigkeit des Wasserstraßensystems Elbe in erheblichem Maße ein. Hirsch wörtlich: „Wer über geringes Verkehrsaufkommen auf der Mittelelbe klagt und sich zugleich der Instandsetzung der Reststrecke widersetzt, kennt den Unterschied zwi­schen Ursache und Wirkung nicht.“

Angesichts der dynamischen Wachstumsraten im Containerumschlag im Hafen Hamburg mit prognostizierten Umschlagszahlen von 18,1 Millionen Standardcontainern im Jahr 2015 ist die Realisierung einer wettbewerbsfähigen Elbe-Wasserstraße erst im Jahr 2010 deutlich zu spät. „Die Elbe mit verlässlichem Fahrwasser hat das Potenzial zu einer attraktiven Ver­kehrsachse von Hamburg bis Tschechien“, so Thomas Lütje, Direktor Container Vertrieb bei der Hamburger Hafen- und Logistik AG und neu gewählter Vorsitzender des Vereins auf dem Elbschifffahrtstag in Riesa. Bei diesen Mengen, so Lütje weiter, werde es für Binnenreeder analog zu den Ostsee-Feedern attraktiv, Liniendienste über Magdeburg, Riesa und Dresden bis nach Prag aufzubauen. Grundvoraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb sei aller­dings, dass zumindest bis zum Hafen Dresden ein dreilagiger Containerverkehr zuverlässig möglich ist. Diese Entwicklungspotenziale für die Verkehrsader und für die elbanliegenden Regionen dürften nicht dadurch ausgebremst werden, dass bürokratische Abstimmungspro­zesse zwischen den Verwaltungen die Realisierung der Maßnahmen für eine barrierefreie Elbschifffahrt auf unbestimmte Zeit verzögern.

Kontakt: Thomas Lütje, Verein zur Förderung des Elbstromgebietes e.V., Tel. 040 3088-2573

Christine Beine, Handelskammer Hamburg, Tel: (040) 36 138 - 314

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